Kronach

Appartments statt Ausstellung

Im ersten Stock des Frawal-Gebäudes soll in Zukunft betreutes Wohnen möglich sein. Das Gremium stimmte unter Vorbehalt einem entsprechenden Vorbescheid zu.
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Im ersten Stock des Frawal-Möbelzentrums sollen Appartements für betreutes Wohnen entstehen.  Foto: Karl-Heinz Hofmann
Im ersten Stock des Frawal-Möbelzentrums sollen Appartements für betreutes Wohnen entstehen. Foto: Karl-Heinz Hofmann

Karl-Heinz Hofmann Unter Vorbehalt erteilte der Bau-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschuss der Stadt Kronach in der Sitzung am Donnerstag das gemeindliche Einvernehmen für eine Umgestaltung des Frawal-Gebäudes "Im Ziegelwinkel".

Vom Frawal-Möbelzentrum lag ein Antrag auf Vorbescheid für die Umgestaltung in Appartements für Betreutes Wohnen auf einer Teilfläche im ersten Obergeschoss des vorher für eine Möbel-Ausstellung bzw. für einen industriell genutzten Gebäudetrakt vor.

Gesunde Wohnverhältnisse

Stadtplaner Daniel Gerber führte aus, dass grundsätzlich keine Einwände gegen die Schaffung von Appartements bestünden. Allerdings räumte der Stadtplaner ein, dass aus den Unterlagen nicht hervorgehe, ob die Lage im bisher gewerblich genutzten Gebäude den Anforderungen an gesunde Wohnverhältnisse gerecht wird. Sollte ein Baugenehmigungsverfahren folgen, sind diese entsprechend nachzuweisen. Ebenso müsste ein Stellplatznachweis geführt und die Frage des Brandschutzes geklärt werden. Unter diesen Vorbehalten erteilte das Gremium einstimmig das gemeindliche Einvernehmen für den Antrag auf Vorbescheid.

"Innerer Ring"

Den Neubau zweier Fertiggaragen im Gebiet "Innerer Ring" konnte unter Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes zugestimmt werden. Nach kurzer Diskussion, in der vor allem Thilo Moosmann (SPD), von einem komischen Nachgeschmack sprach, folgte das Gremium mehrheitlich dem Beschluss des Stadtrates vom 16. September, der unter anderem für das Baugrundstück Industriestraße 5 eine Veränderungssperre erließ. Für eben dieses Grundstück lag ein Antrag auf Vorbescheid für den Neubau eines Lebensmittel-Verbrauchermarktes vor. Das Gremium beschloss, für den vorliegenden Antrag auf Vorbescheid das gemeindliche Einvernehmen zum Neubau eines Lebensmittel-Verbrauchermarktes nicht zu erteilen. Der Ausschuss verwies darauf, dass es sich beim geplanten Bauvorhaben um einen großflächigen innenstadtrelevanten Einzelhandel handeln würde. Bernd Liebhardt (CSU) und Angela Degen-Madaus (FL) merkten an, dass man in Kronach keine Unterversorgung an Lebensmittelmärkten habe. "Es gibt in der Innenstadt genügend leere Schaufenster", betonte Stadträtin Degen-Madaus.

Thilo Moosmann hielt ein solches Angebot in Siedlungsnähe durchaus für zweckmäßig. Hans Georg Simon (FW) meinte, wenn das jetzige Bauwerk bestehen bleibe und kein Neubau vorgesehen werde, könne sich die Stadt wohl nicht dagegen wehren.

Gefährliche Ausfahrt

Einstimmig erfolgte das gemeindliche Einvernehmen für den Abriss und Wiederaufbau eines Wohnhauses und einer Garage in Neuses. Allerdings mit dem Hinweis auf die gefährliche Zu- und Ausfahrt zur Garage. Darauf wies auch ausdrücklich Winfried Lebok (CSU) hin: "Die Zufahrt ist hochgradig gefährlich", betonte er.

Ein weiterer Antrag auf Vorbescheid für den Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage im Bereich "Wilhelmshöhe" sorgte für rege Diskussion. Stadtplaner Gerber wies darauf hin dass das Bauvorhaben im Außenbereich liege. Die Realisierung des Vorhabens würde die Erweiterung einer Splittersiedlung bedeuten. Denn es sei in diesem Bereich kein Kanal vorhanden und der Brandschutz sei fraglich. Auf mehrere Wortmeldungen hin zeigte sich der Bauherr bereit, das Gebäude etwas ans bereits bestehende Gebäude zu rücken. Allerdings erteilte das Gremium bei einer Gegenstimme für den dargestellten Standort kein gemeindliches Einvernehmen.

Es stellte jedoch in Aussicht, dass eine Baugenehmigung erteilt werden könne, wenn das neue Gebäude näher ans bereits bestehende gebaut werden würde und außerdem die Kanalsituation geklärt sei.

Einstimmig wurde das Einvernehmen erteilt für den Neubau eines Wohnhauses mit Garage und Carport in der Nähe "Im Ziegelwinkel". Abgelehnt wurde hingegen aus verkehrsrechtlicher Sicht eine Garagenzu- und -ausfahrt für ein Gebäude in der Lucas- Cranach-Straße hin zum Strauer Torweg. "Verkehrstechnisch ist dies völlig abwegig", kommentierte Daniel Gerber. Dem stimmten auch Thilo Moosmann ("Kann man nicht machen") und Wolfgang Hümmer (CSU) zu. Hümmer meinte "Die Auffahrt zur Strau ist jetzt schon gefährlicher als sonst was und würde mit einer Zu- und Ausfahrt zu einer Garage noch schlimmer."

Hans-Georg Simon (FW) rief das Thema einer überdimensionalen Werbetafel an einer Tankstelle in Neuglosberg auf den Plan. Die Stadt hatte deren Errichtung abgewiesen, das Landratsamt hatte Genehmigung erteilt. Jetzt schlägt Simon für den Schandfleck der aus nackten Metall bestehenden Rückwand eine Aufwertung vor, etwa durch einen Hinweis in irgendeiner Form auf den nördlichen Landkreis. Winfried Lebok befürchtet hingegen, dass eine weitere Information noch mehr vom Verkehr ablenke. Es wurde auch eine Begrünung vorgeschlagen. Darauf ging niemand ein.

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