Pettstadt

Apotheke macht dicht

Nach der Schließung des Einzelhandelsgeschäfts Reinwald ist das Aus der Mainberg-Apotheke der zweite schwere Rückschlag für Pettstadt innerhalb drei Jahren.
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Seit 38 Jahren ist die Mainberg-Apotheke im Ärztehaus an der Hauptstraße ein wichtiger Bestandteil der Infrastruktur in der Bamberger Vorortgemeinde. Bald ist's vorbei: Am 21. Dezember schließt die Apothekerin Gudrun Gliß ihr Geschäft. Pettstadt hat dann keine Apotheke mehr - wenn nicht noch ein Wunder geschieht.

Für die Entwicklung der 2000-Einwohner-Gemeinde ist das Aus der Mainberg-Apotheke der zweite schwere Rückschlag nach der Schließung des Nahversorgungsgeschäfts Reinwald am Kirchplatz vor drei Jahren. Während sich für das Ladenlokal in der Ortsmitte eine Zukunft als Bürgertreff abzeichnet, ist die weitere Nutzung der Apotheke derzeit offen.

Die Bemühungen von Gudrun Gliß, einen Nachfolger zu finden, waren bislang nicht von Erfolg gekrönt. Bürgermeister Jochen Hack hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Er begleitet die Suche nach einer Anschluss-Lösung. Hack äußert Verständnis, dass die Apothekerin nach 17 Jahren Selbstständigkeit in Pettstadt in den Ruhestand gehen will. Und er erkennt auch, dass es in Pettstadt schwer ist, einen auskömmlichen Umsatz zu erreichen. Dass sich während der Sprechstunden des im gleichen Haus praktizierenden Allgemeinmediziners und Chiropraktikers die Patienten für die Einlösung von Rezepten und für sonstige Einkäufe in der Apotheke gewissermaßen die Türklinke in die Hand geben, täusche über verkaufsschwache Zeiten hinweg, gibt die Inhaberin zu bedenken. Drei Mitarbeiterinnen sind bei Gliß in Teilzeit beschäftigt.

Richtig hart trifft die Schließung die immer zahlreicher werdenden Senioren in der Gemeinde Pettstadt: Für pharmazeutische Produkte müssen sie künftig Wege nach Bamberg, Frensdorf oder Hirschaid in Kauf nehmen und das bei einem bis dato unterentwickelten öffentlichen Personennahverkehr. Der von Pettstadtern ehrenamtlich getragene Fahrdienst für Senioren und nicht mobile Mitbürger wird daher zunehmend Bedeutung erlangen.

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