Kronach

Aphasie-Hilfegruppe feierte 15.

Viele Ehrenamtliche engagieren sich, das Leben von Menschen mit plötzlich erworbener Sprachstörung zu erleichtern. Jetzt feiert die Aphasie-Selbsthilfegrupp...
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Viele Ehrenamtliche engagieren sich, das Leben von Menschen mit plötzlich erworbener Sprachstörung zu erleichtern. Jetzt feiert die Aphasie-Selbsthilfegruppe in Kronach 15-jähriges Bestehen.
"Wenn Du aus der Reha entlassen wirst, dann stehst Du da wie vor einer Wand", Reinhold Richter spricht aus eigener Erfahrung. Vor vielen Jahren erlitt er bei einem Unfall ein Schädel-Hirn-Trauma und war der erste Klient der heutigen Leiterin des Beratungszentrums Oberfranken für Menschen nach erworbener Hirnschädigung in Bayreuth (BZO), Heike Frankenberger. Heute ist er stellvertretender Vorsitzender des BZO und Selbsthilfegruppenbeauftragter. Er weiß, was Betroffene und Angehörige durchmachen und welche Hilfeleistungen sie brauchen, wenn plötzlich die Sprache wegbleibt.
Jürgen Reuther und Ralf Renk versuchen das Beste aus ihrer Situation zu machen. Sie spielen einhändig an sogenannten Tisch-Harfen. Jürgen Reuther hat sein Instrument in einer Projektarbeit selbst gebaut. Er leidet seit zwanzig Jahren an Aphasie, seit er einen Motorradunfall mit vielen Knochenbrüchen hatte, denen ein Schlaganfall folgte. Reuthers Frau Manuela leitet die Kronacher Selbsthilfegruppe, die im Juni vor fünfzehn Jahren gegründet wurde. Seitdem finden einmal im Monat Ausflüge statt, sogar mehrtägige, und man trifft sich zum gemütlichen Beisammensein.
Zum Jubiläum haben sich viele Gäste eingefunden. Kronachs Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein hält eine sehr persönliche Ansprache. "Es gibt 1000 Krankheiten, aber nur eine Gesundheit", sagt er. Und so bunt und vielseitig das Leben ist, es könne auch schwer sein. Zwar seien fünfzehn Jahre in der Kronacher Vereinslandschaft ein eher "kleines" Jubiläum, aber dafür sei die Bedeutung groß. Aphasie reißt die Menschen aus ihrem Leben und ihrem Beruf, und in der Familie verändert sich etwas. Der gegenseitige Austausch in solch belastenden Lebenssituationen sei wichtig. Sein Dank gilt daher insbesondere den Helfern der Selbsthilfebewegung. Respekt und Dank für dieses Ehrenamt bekundet auch der Kreis-Schwerbehindertenbeauftragte Hermann Feuerpfeil und sichert aktive Unterstützung zu. Auch Birgit Weickert von der Selbsthilfeunterstützungsstelle des Caritas-Verbands bedankt sich für die tolle Zusammenarbeit. Das Credo der Selbsthilfe ist es, nie den Mut zu verlieren und aus jeder Situation das Beste zu machen. njm

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