Herzogenaurach
Naturschutz

Anwohner sollen Patenschaften für Straßenbäume übernehmen

Der Herzogenauracher Planungs- und Umweltausschuss beschloss in seiner Sitzung die Einführung von Baumpatenschaften für Herzogenauracher Bürger. Wie Bürgermeister German Hacker (SPD) und die Umweltbea...
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Der Herzogenauracher Planungs- und Umweltausschuss beschloss in seiner Sitzung die Einführung von Baumpatenschaften für Herzogenauracher Bürger. Wie Bürgermeister German Hacker (SPD) und die Umweltbeauftragte Monika Preinl erklärten, seien die Straßenbäume von großer Bedeutung für das innerstädtische Klima und böten einen wertvollen Lebensraum für Vögel und Insekten.

Viele Bürger identifizieren sich mit den Bäumen in ihrer Straße. Die Stadt möchte deshalb bürgerschaftliches Engagement fördern und Interessierten die Übernahme von Baumpatenschaften ermöglichen. "Baumpatenschaften gibt es bereits in vielen Kommunen, auch in Erlangen und Nürnberg", erklärte Monika Preinl. So könne das Herzogenauracher Baumpatenschaftenmodell auf deren Konzepte und Erfahrungen aufbauen. Als Grundlage soll eine Vereinbarung zwischen der Stadt Herzogenaurach und dem Baumpaten abgeschlossen werden, in der die Rechte und Aufgaben der Paten klar definiert sind.

"Deswegen wird der städtische Baubetriebshof das Wässern der Bäume nicht einstellen", erklärte der Bürgermeister, als er in fragende Gesichter blickte und sich vor Wortmeldungen fast nicht mehr retten konnte. Insgesamt wurde der Vorschlag zwar begrüßt, aber eine "Vereinbarung" bedeute auch eine Verpflichtung, meint Curd Blank von der SPD. Retta Müller-Schimmel (Grüne) war Feuer und Flamme, sie sah schon die bienenfreundlichen und blühenden Baumscheiben vor sich. "Die Hunde werden sich freuen", merkte Curd Blank noch an und fragte nach der Haftung. Schließlich könne der Baum trotz Gießen eingehen.

Hacker machte deutlich, dass niemand eine Haftung übernehmen muss, es gehe nur um das bürgerschaftliche Engagement. Im Grunde müssten die Anwohner keine Baumpflege machen, sondern nur die Erde der Baumscheiben etwas lockern. Wichtig sei das Wässern bei großer Hitze und Trockenheit sowie das Entfernen von Unrat aus der Baumscheibe.

Stadt spendiert Blumensamen

Auch eine eigenverantwortliche Bepflanzung der Baumscheibe nach Rücksprache mit der Stadt unter Berücksichtigung der Baumwurzeln und unter gestalterischen und ökologischen Gesichtspunkten sei möglich. Die Stadt spendiert auch Blumensamen für bienen- und insektenfreundliche Pflanzen, und obendrein gibt es noch einen Gutschein, der in der Gärtnerei eingelöst werden kann.

Weitere Regelungen sind: Schnittarbeiten am Straßenbaum sind nicht zulässig und werden ausschließlich vom städtischen Baubetriebshof durchgeführt beziehungsweise beauftragt. Die Verkehrssicherungspflicht verbleibt bei der Stadt Herzogenaurach, auch Düngung und Pestizideinsatz ist nicht erlaubt und durch die Gestaltung darf keine Sichtbehinderung im Straßenraum entstehen, außerdem darf nicht eingezäunt werden. Bei Auftreten von Schäden und anderen Missständen ist die Stadt zu benachrichtigen.

"Natürlich können die Leute einen Baum spenden", warb der Bürgermeister. Ob ein Appell im Amtsblatt nicht sinnvoller sei, fragte CSU-Fraktionsvorsitzender Bernhard Schwab. Letztendlich gab es nach der ausführlichen Diskussion keine Gegenstimmen.

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