Ebermannstadt
Stellungnahme

Anwohner fühlen sich allein gelassen

Zum Artikel: "Die Brücken-Baustelle am Breitenbach wird nun wieder zurückgebaut" vom 5. Dezember: Wir, die geschädigten Anwohner, sind erschüttert über die Aussage von Architekt Max Brust vom "überwac...
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Zum Artikel: "Die Brücken-Baustelle am Breitenbach wird nun wieder zurückgebaut" vom 5. Dezember: Wir, die geschädigten Anwohner, sind erschüttert über die Aussage von Architekt Max Brust vom "überwachenden" Ingenieurbüro, die Schäden, die durch die unerträgliche Rammspundung, der bis zu 11 Meter langen Spunddielen entstanden sind, könnten mit Pinsel und Farbe problemlos beseitigt werden. Diese Aussage grenzt in unseren Augen fast an Zynismus. Dies sind keine Haarrisse, sondern Abrisse, entstanden durch einen übergroßen Vibrationsdruck.

Wie Fachleute uns Anwohnern bestätigten, ist es unverhältnismäßig, in bebauten Gebieten Rammspundungen statt der erschütterungsfreien Bohrpfahlgründungen vorzunehmen.

Die Erschütterungen waren so stark, dass die Schwingungen in einigen Hundert Metern Entfernung noch wahrzunehmen waren. In den unmittelbar anliegenden Häusern waren sie so stark, dass nicht nur die Fußböden stark vibrierten, sondern auch Gegenstände aus den Regalen gefallen sind. Erst durch ein Intervenieren wurden die Spundungsarbeiten etwas gedrosselt. Das Allerschlimmste war, als die Spunddielen ihre eigentlichen Tiefen erreichen sollten. Hier gab es unerträgliche Erschütterungen, die zu den Rissen in den Anwesen führten. Nachdem die Spundtiefen trotz des hohen Rammdruckes nicht erreicht werden konnten, wurden die Dielen gekürzt.

Offenheit wäre, wenn die stets durch ein Messgerät aufgezeichneten Erschütterungen zugänglich gemacht würden. Wenn wirklich, wie Herr Brust ausführte, nur drei Millimeter pro Minute gerammt worden wären, hätte das Einbringen nur einer einzigen Elf-Meter-Spunddiele sechs Stunden gedauert. Bei acht Dielen pro Brücke hätte dies 48 Stunden gedauert, bei den sieben Brücken somit 336 Stunden, das wären acht Wochen. Doch schon nach zwei Wochen hatte der Spuk sein Ende.

Werden die Anlieger durch die Aussagen des Planers für dumm verkauft oder sollen sie lediglich beruhigt werden? Warum hilft die Politik dem Bürger nicht und glaubt kritiklos den Aussagen eines Planers? Hätte man sich an die Vorgaben gehalten, wären keine Schäden entstanden!

Was die Anwohner sehr bedauern, ist die Tatsache, dass sich keiner der politisch Verantwortlichen der Stadt unmittelbar mit den Geschädigten in Verbindung gesetzt hat. Auch vom Ortstermin haben wir erst nachträglich aus der Presse erfahren. Falls keine Änderung der Spundungsart eintritt, bedauern wir schon jetzt die Anwohner des nächsten Bauabschnitts. Es ist sehr schade, dass nicht eine Spundungsart gewählt wurde, die Schäden nahezu ausschließt.

Franz Josef Kraus

Ebermannstadt



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