Kulmbach

Anwalt der Kinder und Jugendlichen

Einen erfolgreichen Jahresbericht präsentierte der Kreisjugendring in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses. Auch in Sachen Jugendzentrum zeichne sich eine Lösung ab.
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Das Jugendzentrum muss zum Jahresende vorerst aus der Spinnerei ausziehen. Foto: Archiv/Alexander Hartman
Das Jugendzentrum muss zum Jahresende vorerst aus der Spinnerei ausziehen. Foto: Archiv/Alexander Hartman

Der stellvertretende Vorsitzende des Kreisjugendrings Kulmbach, Jannik Wagner, zog ein positives Fazit der Landkreisjugendarbeit. Er sagte: "Wir sehen uns als Anwalt für die Kinder und Jugendlichen und wir haben im zurückliegenden Jahr wieder sehr viel geschafft, auf das wir stolz sind." Der Kreisjugendring verfüge mit der Landkreisjugendarbeit über eine glückliche Struktur. Als Erfolgsmodell stellte Wagner die "Zukunftswerkstatt" heraus.

An einem Thema kam auch Jannik Wagner nicht vorbei, der Schließung des Jugend- und Kulturzentrums "Alte Spinnerei" im Februar kommenden Jahres. Mit der Stadt und dem Landkreis Kulmbach habe der Kreisjugendring aber zwei starke Partner an der Seite, so dass sich Jannik Wagner voller Zuversicht zeigte, dass auch im kommenden Jahr eine erfolgreiche Jugendarbeit zustande kommt. Mit dem Bahnhofsgebäude scheine nun eine Ersatzmöglichkeiten gefunden worden zu sein. Landrat Klaus Peter Söllner sprach von einer außergewöhnlich positiven Zusammenarbeit zwischen dem Kreisjugendring und der Landkreisjugendarbeit.

Erfreulicher Arbeitsmarkt

Geschäftsführer Norbert Halbhuber vom Jobcenter Kulmbach zeigte die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Landkreis Kulmbach auf, die weiterhin sehr erfreulich ist. Danach geht die Beschäftigtenzahl weiterhin nach oben, so dass das Jobcenter Schwierigkeiten habe, überhaupt Arbeitnehmer zu finden. 2005 lag die Gesamtzahl der Beschäftigten im Landkreis bei 23 542, derzeit ist sie bei 26 884. Vor allem bei den Frauen gehe die Beschäftigungsquote mit derzeit 62,9 Prozent massiv nach oben. Die Arbeitslosenzahlen dagegen sinken. Im Januar 2016 betrug sich noch 1977, im November 2018 lag die Zahl der Arbeitslosen bei 1272.

Was die Zahl der Flüchtlinge angeht, so sind im Jobcenter derzeit 241 Bedarfsgemeinschaften mit Familien gemeldet. Von den 587 Mitgliedern seien 404 erwerbsfähige, leistungsberechtigte Flüchtlinge. 110 Personen sind als arbeitslos gemeldet. Dies seien Personen, die noch auf ihren Sprachkurs warten. Der Anteil der Flüchtlinge verteilt sich auf folgende Herkunftsländer: Syrien: 212; Eritrea: 78; Irak: 47; Afghanistan: 43; Iran: 12; Somalia: 9.

Betreuung bis 21 Uhr

Maarit Stierle von der neu geschaffenen Netzwerkstelle KitaPlus am Landratsamt gab einen Sachstandsbericht zum Bundesprogramm "KitaPlus: Weil gute Betreuung keine Frage der Uhrzeit ist". Erklärtes Ziel sei es, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erreichen. So erfolge seit Januar 2016 die Förderung von Kindertageseinrichtungen und Tagespflegepersonen, dabei werden bedarfsgerechte Betreuungszeiten angeboten. Wie Maarit Stierle aufzeigte, verfügt der Landkreis Kulmbach derzeit mit der Kindertagesstätte in der Hannes-Strehly-Straße in Kulmbach und der Kita Wirsberg über zwei KitaPlus-Einrichtungen, die Betreuungszeiten nach Bedarf zwischen 5.30 und 21 Uhr von Montag bis Freitag anbieten.

Die Netzwerkstelle am Landratsamt nahm die Arbeit im April 2018 auf. In einer Online-Befragung wurde im Juli/August der Bedarf an erweiterten Öffnungszeiten ermittelt. Das gewünschte Ende der Betreuungszeit lag in der Regel zwischen 15 und 17 Uhr. Aber immerhin 21 Prozent betrug der Anteil der Befragten, die sich eine Betreuungszeit von 17.30 bis 22 Uhr wünschten. Die Eltern wünschten sich außerdem Betreuung in Randzeiten wie Wochenende oder Schulferien. Einen Bedarf für Über-Nacht-Betreuung gab es dagegen nicht. Maarit Stierle sah einen zunehmenden Bedarf an flexiblen Betreuungszeiten und sprach sich dafür aus, die vorhandenen Angebote im Landkreis zu verstetigen. Laut Kreisrat Hermann Anselstetter (SPD) hat man im Herbert-Kneitz-Kindergarten in Wirsberg mit den flexiblen Betreuungszeiten beste Erfahrungen gemacht.

Eingangs hatte Landrat Klaus Peter Söllner (FW) OB Henry Schramm (CSU) zur Wahl des Bezirkstagspräsidenten beglückwünscht: "Wir freuen uns alle, dass du das höchste kommunale Ehrenamt in Oberfranken errungen hast. Mit der einstimmigen Wahl hast du einen großartigen Vertrauensvorschuss bekommen." Schramm versicherte: "Ich setze auf ein konstruktives Miteinander im Sinne unserer Heimat."

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