Pretzfeld

Anstich mit kleiner Verzögerung

Hubert Aiwanger hatte bei der Eröffnung des Pretzfelder Kirschenfests "technische Probleme". Der Zapfhahn des Freibierfasses widersetzte sich dem stellvertretenden Ministerpräsidenten.
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Mit einem Schlag und drei Böllerschüssen begann am Freitag das 51. Kirschenfest in Pretzfeld. Doch noch floss das Bier nicht - zumindest nicht aus dem Hahn. Stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger war in diesem Jahr für den Anstich zuständig.

Doch das klappte nicht gleich, ein anderer Zapfhahn wurde verwendet und das Bier spritzte überall aus dem Gefäß. Aber nach kurzer Zeit konnte Freibier verteilt werden. Der Musikverein Pretzfeld spielte auf und sorgte für gute Stimmung. Bei schönem Wetter wurde getanzt, getrunken, gegessen und gelacht.

Bürgermeisterin Rose Stark (SPD/Ökologen) konnte viele prominente Ehrengäste begrüßen. "Heute leben wir in einer Zeit des Überflusses und globaler Märkte mit reich gedeckten Tischen", meinte Stark und fragte, ob eine solche Feier heutzutage überhaupt noch zeitgemäß sei. Gut gefüllte Lebensmittelregale zu geringen Preisen lassen allzu schnell Gleichgültigkeit für einen Erntedank aufkommen. Grund zum Feiern hätten allerdings Kirschenanbauer, die wochenlang auf warmes Wetter oder Regen warten müssen. "Wer auch in Zukunft heimische Lebensmittel kaufen will, muss mit seinem Geldbeutel einen Beitrag dazu leisten", betonte Stark.

Hubert Aiwanger war angetan von der Kulisse der historischen Keller und gab zu, viele Kirschen gegessen zu haben. "In Zeiten des Klimawandels muss man wieder bewusster mit der Natur umgehen", sagte er. Er sei beeindruckt von den Landwirten, die ihre Produkte direkt vermarkten. "Leben und leben lassen", trug er vor und meinte, dass überzogene Schutzgedanken keinem nutzten.

Umweltminister Thorsten Glauber will sich in München als Fürsprecher der Region einsetzen. Er und Aiwanger trugen sich ins Goldene Buch der Marktgemeinde ein. Landrat Hermann Ulm wünschte den Kirschenbauern eine gute und unfallfreie Ernte. Kirschenkönigin Rebecca Daut hielt einen Prolog.

Kellerwirt Jonathan Wunderlich freute sich über die vielen Gäste, die von nah und fern gekommen waren: Sogar eine japanische Delegation aus München genoss das bunte Treiben. "Das Ambiente hier mitten in der Natur ist herrlich", meinte Yasuhiro Ikeuchi. Ulla und Hermann Schönleben waren aus der Nähe von Neustadt Aisch angereist. "Wir sind das erste Mal hier, werden aber im nächsten Jahr wiederkommen", meinte Ulla Hermann.

Anekdoten aus der Anfangszeit

Ebermannstadts Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) verriet, dass sie hier am Keller in jungen Jahren Geld als Bedienung verdient hatte. Familie Howe hatte Freunde aus Flensburg und der Pfalz mitgebracht. Und Altbürgermeister Walter Zeißler unterhielt die Besucher mit Anekdoten aus den Anfangsjahren des Kirschenfestes.

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