Dörfles-Esbach
freude

Anni Roschlau, die begnadete Kuchenbäckerin, feierte 90. Geburtstag

Noch schnell backte Anni Roschlau am Donnerstag einen Kuchen, ihren Geburtstagskuchen für den Freitag! Denn ihr 90. Geburtstag, das wusste sie, wird ein turbulenter Tag. "Und schlafen konnte ich vor l...
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Viele Gratulanten überschütteten das Geburtstagskind mit guten Wünschen und Geschenken. Anni Roschlau revanchierte sich mit ihrer Spezialität: ihren berühmten Kuchendelikatessen.  Foto: Manja von Nida
Viele Gratulanten überschütteten das Geburtstagskind mit guten Wünschen und Geschenken. Anni Roschlau revanchierte sich mit ihrer Spezialität: ihren berühmten Kuchendelikatessen. Foto: Manja von Nida

Noch schnell backte Anni Roschlau am Donnerstag einen Kuchen, ihren Geburtstagskuchen für den Freitag! Denn ihr 90. Geburtstag, das wusste sie, wird ein turbulenter Tag. "Und schlafen konnte ich vor lauter Aufregung die Nacht ganz schlecht", gestand das Geburtstagskind und lachte verschmitzt.

Anni Roschlau ist ein Neustadter Mädel. In der bayerischen Puppenstadt wurde sie am 26. Oktober 1928 geboren und wuchs mit sechs Geschwistern auf. Sie besuchte die Heubischer Schule und musste, wie es damals üblich war, ein Pflichtjahr absolvieren. Das machte sie in einer Neustadter Bäckerei und in der Landwirtschaft. Danach fand sie eine Arbeit bei der Puppenfirma Steiner, nähte Puppenkleider, zog Puppenkinder hübsch an und schmückte die Köpfchen mit modischen Frisuren.

Ihren späteren Ehemann Edgar Roschlau aus Dörfles-Esbach lernte sie auf dem Neustadter Schützenfest kennen. "Er hatte mir eine Rose geschossen", erzählte sie schmunzelnd. Das hatte das Fräulein Renner damals mächtig beeindruckt.

Im April 1957 war Hochzeit in Neustadt. Ihren Polterabend hatten alle Dörfles-Esbacher Fußballer ordentlich begossen und sogar Bier-Nachschub gebraucht. In der Neustadter Stadtkirche wurde geheiratet und dann zog das junge Paar zu den Schwiegereltern nach Esbach. "Da ging's eng zu damals. Wir hatten doch nichts, mussten sparen", was Anni Roschlau bis heute nicht vergessen hat. In Dörfles-Esbach hatte Anni Roschlaus Schwester ein Haus im Herzogsweg gebaut, passend für zwei Familien. Dorthin zog Anni Roschlau mit ihrem Edgar. Tochter Lilo und Sohn Frank bereicherten mit kindlicher Fröhlichkeit gleich die ganze Nachbarschaft.

Stets am Arbeiten

Neben Haushalt führen, Kinder erziehen und Ehemann versorgen arbeitete Anni immer mit. In der Ziegelei fertigte sie Ziegel an und wechselte dann als Verkäuferin zur Firma Sagasser. Bis zu ihrem Ruhestand war das Dörfles-Esbacher Geschäft Comet ihre Arbeitswelt. Da Ehemann Edgar beim Sportverein und der Feuerwehr aktiv mitwirkte, brillierte seine Anni mit ihrer Backkunst an sämtlichen Festen. "Und lecker kochen konnte die Mama", erinnerte Lilo an die genussvollen Zeiten. 30 Jahre lang waren Mutters Kuchen der Renner auf allen Festen im Dörfchen. Sogar der Dörfleser Wanderverein profitierte davon. Später wurden die vier Enkel und vier Urenkel mit leckeren Köstlichkeiten aus Omas/Uromas Koch- und Backstube verwöhnt.

Zusammen mit Ehemann Edgar

Die Urlaube mit ihrer Familie verbrachte die Jubilarin oft in Holland bei Freunden. Mit dem Zug ging's immer bis Münster, wo die Holländer sie stets abholten. Unvergessen bleibt auch der Amerikabesuch bei der Nichte in Tennessee/Texas. Heute genießt Anni Roschlau jeden Tag, freut sich über die Besuche der Kinder und Enkel. Besonders zufrieden macht sie, dass sie mit ihrem Ehemann Edgar (88 Jahre) den Alltag noch meistern kann.

Zweiter Bürgermeister Stefan Valtin überraschte die muntere Seniorin mit einem Präsentkorb und lieben Geburtstagsgrüßen der Gemeinde Dörfles-Esbach. Die Kinder und Enkel hatten eigens für den Ehrentag den ganzen Garten bis hoch zur Haustür festlich geschmückt. mvn

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