Höchstadt a. d. Aisch

Anlaufstelle für psychisch Kranke

Patienten mit psychischen Erkrankungen können bald auch am Krankenhaus in Höchstadt versorgt werden. Denn die Bezirkskliniken wollen hier eine psychiatrische Ambulanz einrichten.
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Im Kreiskrankenhaus St. Anna in Höchstadt soll - eventuell noch in diesem Jahr - eine psychiatrische Ambulanz der Bezirkskliniken Mittelfranken eröffnet werden.  Foto: Christian Bauriedel
Im Kreiskrankenhaus St. Anna in Höchstadt soll - eventuell noch in diesem Jahr - eine psychiatrische Ambulanz der Bezirkskliniken Mittelfranken eröffnet werden. Foto: Christian Bauriedel

christian bauriedel Die Bezirkskliniken Mittelfranken weiten ihr psychiatrisches Angebot in der Fläche aus. Bisher gibt es acht Standorte, in denen laut Klinik rund 30 000 Patienten jährlich versorgt werden. Zu den großen Psychiatrie-Standorten in Ansbach, Erlangen und Fürth und den bestehenden kleineren Kliniken für psychische Krankheiten in Neustadt, Feuchtwangen oder Engelthal sollen neue Einrichtungen hinzukommen.

Uniklinik lehnte Höchstadt erst ab

Seit dieser Woche steht fest, dass auch das Kreiskrankenhaus in Höchstadt eine psychiatrische Ambulanz bekommen soll. Das teilten die Bezirkskliniken mit. Kooperationspartner ist die Psychiatrische- und Psychotherapeutische Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen, das anfangs noch Einspruch gegen den Standort Höchstadt erhoben hatte, weil man eine Ansiedlung in Erlangen bevorzugt hatte. Nach einigem Hin und Her ist jetzt aber fix, dass es bald psychiatrische Sprechstunden in Räumen von St. Anna geben wird.

Die Vorbereitungen hierzu laufen gerade an. Gestern kam eine Delegation ins Kreiskrankenhaus an der Aisch, um mit der hiesigen Krankenhausleitung die Rahmenbedingungen abzustecken.

Wo im Gebäude, wie viele Sprechzimmer, wie viel Personal mit welcher Qualifizierung - das und auch die Frage nach den Sprechzeiten oder Hausbesuchen werde gerade geklärt, sagt Karin Schulz, Sprecherin der Bezirkskliniken.

Es sei auch noch nicht ganz klar, welche Erkrankungen in Höchstadt künftig behandelt werden. In der Ambulanz in Feuchtwangen gibt es Patienten mit affektiven oder psychotischen Störungen genauso wie Menschen, die an Persönlichkeitsstörungen oder an Demenz mit Verhaltensstörungen leiden. Eine speziell kinder- und jugendpsychiatrische Ambulanz scheint unwahrscheinlich, da es eine solche bereits seit kurzem in Neustadt gibt.

St. Anna als Vermieter

"Es ist für Höchstadt und die Umgebung gut, dass das psychiatrische Angebot ausgebaut wird", sagt Albert Prickarz, Verwaltungschef von St. Anna. Dementsprechend gerne werde man dafür Räume an die Bezirkskliniken vermieten. Zwar sei die Raumsituation wegen der Sanierungsarbeiten angespannt, doch deren Ende sei ja absehbar. Als Standort im Gebäude käme vielleicht der Altbau zwischen Spitalkirche und Gesundheitszentrum in Frage.

"Nun können wir die wohnortnahe Versorgung von Hilfesuchenden in Stadt und Land noch besser gestalten. Ich freue mich, dass wir nun mit dem Universitätsklinikum zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit gefunden haben", wird Dr. Matthias Keilen, Vorstand der Bezirkskliniken, in einer Mitteilung zitiert. Auch Prof. Dr. Heinrich Iro, Ärztlicher Direktor des Uni-Klinikums, habe die Einigung begrüßt.

Ambulanzen für Lauf und Schwabach wurden nicht genehmigt. Die Bezirkskliniken klagten dagegen. Voraussichtlich im November ist mit einem Urteil des Sozialgerichts zu rechnen. Dann könnten in Höchstadt vielleicht schon die ersten Sprechstunden stattfinden.

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