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Weidach

Anlage soll Energiewende voranbringen

Die neue Photovoltaikanlage der Bürgerenergiegenossenschaft Coburger Land ist am Netz - für die Initiatoren kein Grund, sich jetzt zurückzulehnen.
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Die neue Anlage - hier ein Bild vom Bau - soll der Tier- und Pflanzenwelt noch Raum lassen. Foto: privat
Die neue Anlage - hier ein Bild vom Bau - soll der Tier- und Pflanzenwelt noch Raum lassen. Foto: privat

Seit gut einer Woche ist die von der Bürgerenergiegenossenschaft Coburger Land projektierte Freiflächen-Photovoltaikanlage im Gewerbegebiet von Weidach, Gemeinde Weitramsdorf, ans Stromnetz angeschlossen. Nach rund einjähriger Vorbereitungszeit und vier Monaten Bauzeit produziert die Anlage knapp unter 750 Kilowatt Solarstrom, der ins Stromnetz der Städtischen Werke - Überlandwerke Coburg SÜC eingespeist wird. Die Anlage kostete den Angaben der Genossenschaft zufolge rund 550 000 Euro. Finanziert wurde die Anlage hauptsächlich mit einem KfW-Kredit, daneben brachten Mitglieder der Genossenschaft 110 000 Euro auf, womit ca. 20 Prozent Eigenkapital abgedeckt sind.

Hohe Akzeptanz

Für Vorstandsvorsitzenden Christian Gunsenheimer und Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Weiß war die Inbetriebnahme der Fotovoltaikanlage eine gute Nachricht: "Wir haben jetzt im Gewerbegebiet am Häslichweg in Weidach auf rund einem Hektar eine Anlage installiert, die klimaschonend Strom produziert und dabei der Natur noch viel Platz lässt. Die Module sind aufgeständert, darunter wächst Gras. Die Abstandsflächen zum Wald werden wir mit Bäumen und Sträuchern bepflanzen, führt Christian Gunsenheimer aus. Man tue damit auch etwas für die Bienen und andere Insekten wie auch für Vögel und Kleinsäuger. Die einzige dauerhaft versiegelte Fläche sei der Standort des Transformatorhäuschens mit ca. zehn Quadratmetern. Dort, wo jetzt die Solaranlage steht, hätten auch Fabrikations- und Lagerhallen mit breiten Straßen und Parkplätzen entstehen können.

Gunsenheimer: "Ich denke, dass dies mit ein Grund für die hohe Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger in der Gemeinde war. Wir haben vor allem Nachfragen nach Beteiligungsmöglichkeiten bekommen und so gut wie keine Kritik."

Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Weiß macht auf einen anderen Aspekt aufmerksam: "Für uns ist diese Photovoltaikanlage, die jährlich um die 700 000 Kilowattstunden Solarstrom produziert und damit rechnerisch mehr als 170 Haushalte versorgt, ein Beitrag zum Gelingen der Energiewende. Die Corona-Krise macht bewusst, wie abhängig Deutschland vom Import von Energieträgern ist. Kohle, Erdöl und Erdgas werden über weite Strecken transportiert, blockierte Lieferketten haben fatale Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit. Unser Solarstrom wird vor Ort erzeugt und hat kurze Wege zu den Stromverbrauchern. Wir leisten damit nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch zur dezentralen Organisation der Stromversorgung, die in Krisenzeiten viele Vorteile bietet."

Mit der Solaranlage in Weidach hat die Bürgerenergiegenossenschaft mittlerweile ihre zweite Anlage gebaut. Aber es soll weitergehen: "Wir sind an den nächsten Projekten dran. Und wir stehen für eine Energiewende, die wir zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort umsetzen wollen, wenn die Politik in Berlin uns denn lässt, denn mit der Begrenzung des Zubaus von Solarkraftwerken blockiert man die Umsetzung weiterer Projekte. Wir appellieren deswegen an die Abgeordneten aus unserer Region, dass sie den Weg frei für neue wirtschaftliche Energieprojekte machen", so Gunsenheimer.

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