Stammbach

Anlage ist einmalig in der Region

In Stammbach entstand in viel Eigenleistung ein Mountainbike-Parcours, der sich sehen lassen kann. 600 Kubikmeter Erdreich wurden verschoben und 55 Tonnen Steine verbaut. Am Sonntag ist nun Eröffnung.
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Auf dem "Waschbrett" aus Holzstämmen kann man sich ordentlich durchrütteln lassen.
Auf dem "Waschbrett" aus Holzstämmen kann man sich ordentlich durchrütteln lassen.
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"Pumps" sind extra angelegte Bodenwellen, über die man mit dem Fahrrad, auf den Pedalen fest stehend, fährt und den Lenker so hält und sich abfedert, als ob man eine Stand-Luftpumpe bedient. Die Stammbacher Mountain-Bike-Kids wissen das. 30 Kinder und Jugendliche zwischen vier und 15 Jahren und fünf Erwachsene treffen sich jeden Freitag um 18 Uhr zwischen dem TV-Gelände und dem Eisweiher zum wöchentlichen Training.
Für sie und ihre Abteilung hat der TV Stammbach einen Parcours gebaut. Der wird am Sonntag ab 14 Uhr bereits in Betrieb genommen. Die etwas versteckte Zufahrt ist mit "Gemeindezentrum" beschildert. Die Anlage befindet sich dort rechts hinter dem Fußballplatz.
Der Parcours ist zwar fertig gebaut, aber noch nicht nutzbar. Bis zur Eröffnung sollte aber niemand die Strecke abfahren, sagt MTB-Abteilungsleiter Michael Schöffel. Die Hügel und Strecken sind angelegt und das Erdreich mit einem Rüttler verdichtet - aber im Augenblick immer noch zu "weich". "Wenn man jetzt schon drüber fährt bleiben Spuren, die wir aber nicht wollen", so Schöffel.
Im Lauf dieser Woche wird die Anlage immer wieder gewässert, so dass sich das aufgeschüttete Erdreich weiter setzt und die Strecke dann belastbar und hart wird, sodass Mountainbiker dann weistestgehend keine bleibenden Spuren mehr hinterlassen. In der Zwischenzeit kommen die Mountainbike-Mitglieder immer wieder auf der Anlage mit Rechen und Besen zu Arbeitseinsätzen zusammen. Die letzten Feinarbeiten an der Strecke macht die Abteilung selbst. Das spart Kosten.


Maschine mit Drohne gesteuert

600 Kubikmeter Erdreich waren mit zwei Baumaschinen zu einer Hügellandschaft zurechtgeschoben worden. Die Strecke ist mit Kies versehen. Außerdem wurden 55 Tonnen Steine für die weitere Gestaltung des Parcours verbaut. Die Anlage hat Robin Specht konzipiert und die Baumaschinen und Erdbewegungen nach seinem Plan über eine Foto-Drohne "gesteuert".
Specht aus Kirchenlamitz gilt als Spezialist für solche Anlagen. Nach seiner Konzeption wird die Stammbacher Anlage wohl einmalig in der Region sein. Sie ist für alle Disziplinen des Radsports ausgerichtet, auch für die neuen E-Sport-Bikes. Und für alle Altersgruppen. Insbesondere auch für Anfänger wird es einen "sanfteren" Teil geben. Der Jüngste in der TV-MTB-Abteilung ist immerhin erst vier Jahre alt - und "die Abteilung bekommt gerade bei den Kleinen immer mehr Zulauf", sagt Michael Schöffel.
Auf den angeschütteten Hängen ist bereits Gras gesät. Irgendwo in der Nähe des großen 180-Grad-Anliegers soll vielleicht ein Baum gepflanzt werde. "Doch das wissen wir noch nicht so genau. Wenn, dann muss er mindestens fünf Meter von der Fahrstrecke entfernt stehen. Es soll ja niemand dagegen fahren", sagt Schöffel.
Das Basketball-Feld auf dem 3000 Quadratmeter großen Gelände bleibt bestehen; auch der Korb bleibt. "Einerseits haben wir dort einen ebenen und befestigten Platz mitten in der Anlage, von dem aus man alles auf dem Parcours beobachten kann. Und andererseits gibt es im TV doch einige Basketballer, die natürlich ihr Spielfeld behalten sollen”, sagt Schöffel.
Etwa 3000 Quadratmeter misst das Gelände der Mountainbiker, das die Gemeinde zur Verfügung gestellt hat. Der Verein trägt etwa ein Viertel der Kosten selbst. Insgesamt 35 000 Euro wird die Anlage kosten. Sie wird zum größten Teil als Leader-Projekt über die EU bezuschusst, aber auch durch das Bayerische Landwirtschaftsministerium, die Sportförderung des Landkreises und die Bürgerstiftung Stammbach.


Nichts Vergleichbares

Der neue Bike-Park wird nicht vergleichbar sein mit den sonst üblichen Abfahrten (Downhill-Anlagen) in der Nähe am Ochsenkopf, Schöneck oder Winterberg. Denn auf einem flachen Grundstück ist eine Strecke entstanden, die für Freerider, Cross-Country-Spezialisten, Enduro-Fahrer, BMX oder auch 4Cross-Biker Fahrspaß bieten wird.
Die verschiedenen Linien (Lines) sind so angedacht, dass schnelle Fahrer die schwierigeren Passagen wählen können und Anfänger eine leichtere, aber dafür längere. Insgesamt ist es eine 250 Meter lange Übungs- und Wettkampfstrecke, die zudem die Lücke im Trailwege-Netz vom Döbraberg und Wüstenselbitz über den Waldstein hin zu den Gipfeln des Fichtelgebirges mit Schneeberg, Ochsenkopf und Kornberg schließt und auch ein weiterer Baustein zur touristischen Erschließung der Region sein wird.
Zwei Wochen nach der Inbetriebnahme am Sonntag findet auf der Anlage der erste große Wettkampf statt: Alle Strecken des Cube-Cup 2018 und der 2. MGS Mountainbike-Firmenstaffel werden durch diesen neuen Bike-Park führen.


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