Bamberg
Asylunterkunft

Ankerzentrum macht weiter Probleme

Sebastian Martin Die große Flüchtlingsunterkunft im Osten Bambergs hat auch 2018 wieder für Schlagzeilen gesorgt. Von der Politik gefeiert wurde die Aufnahmeeinrichtung Oberfranken (AEO) im vergangene...
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Am 22. September brannte der Dachstuhl eines Wohnblocks des Ankerzentrums im Bamberger Osten. Foto: News5/Merzbach
Am 22. September brannte der Dachstuhl eines Wohnblocks des Ankerzentrums im Bamberger Osten. Foto: News5/Merzbach

Sebastian Martin Die große Flüchtlingsunterkunft im Osten Bambergs hat auch 2018 wieder für Schlagzeilen gesorgt.

Von der Politik gefeiert wurde die Aufnahmeeinrichtung Oberfranken (AEO) im vergangenen Jahr als mögliches Vorbild für Asylaufnahmestellen in ganz Deutschland. Als im August bayernweit sieben solcher Asylunterkünfte eingerichtet wurden, bekam auch die Bamberger Einrichtung den neuen Namen "Ankerzentrum" verpasst, wobei Anker für "Ankunft, Entscheidung, Rückführung" steht. In den Zentren sind alle für Flüchtlinge relevanten Behörden vertreten. Die regierende Politik verbindet mit den Zentren die Hoffnung, dass möglichst schnell Entscheidungen in Asylverfahren gefällt werden. Für Kritiker wie den bayerischen Flüchtlingsrat sind die Zentren Massenlager, in denen menschenunwürdige Verhältnisse herrschen.

Die Probleme der mit knapp 1300 Menschen bewohnten Unterkunft auf der ehemaligen US-Kaserne in Bamberg wurden im Herbst sichtbar: Am 22. September, einem Samstagnachmittag, stand plötzlich der Dachstuhl von Wohnblock 10 in Flammen. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei mussten mit einem Großaufgebot ausrücken. Die Brandursache blieb ungeklärt, der Block für bis zu 150 Personen unbewohnbar - der Schaden soll sich auf rund zwei Millionen Euro belaufen.

Im November kam es zu einem weiteren schwerwiegenden Vorfall: Bei einem Aufruhr sollen mehrere Bewohner Sicherheitskräfte und Polizei angegriffen haben, auch eine Eisenstange war wohl im Spiel. Vier aus Eritrea stammende Bewohner wurden in Haft genommen. Ihnen wird besonders schwere Brandstiftung und versuchter Totschlag vorgeworfen. Die Bewohner sollen auch absichtlich einen Brand gelegt haben, den die Feuerwehr löschen musste.

Die Polizei ist auch sonst fast täglich in der AEO, um Auseinandersetzungen zu schlichten: Probleme bereiten vor allem Alleinreisende, die meist ohne Perspektive und Familienanschluss im Ankerzentrum auf sich allein gestellt sind. Ihr Frust entlädt sich nach Beobachtungen der Bamberger Polizei oftmals in Aggressionen.

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