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Anker der Truppe in Gesellschaft

Die Kameradschaft in Knetzgau zählt aktuell 160 Mitglieder. Neben der "Rückendeckung" für die Streitkräfte leistet sie seit 40 Jahren wichtige Beiträge zum gesellschaftlichen Leben im Maintal.
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Totengedenken am neu gestalteten Kriegerdenkmal mit musikalischer Unterstützung durch den Musikverein Knetzgau. Einen Kranz legten Schirmherr Oberstleutnant Wolfgang Hagedorn und Vorstand Christian Emmert nieder.  Fotos: Christiane Reuther/privat
Totengedenken am neu gestalteten Kriegerdenkmal mit musikalischer Unterstützung durch den Musikverein Knetzgau. Einen Kranz legten Schirmherr Oberstleutnant Wolfgang Hagedorn und Vorstand Christian Emmert nieder. Fotos: Christiane Reuther/privat
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Christiane Reuther

Seit 40 Jahren besteht die Reservistenkameradschaft (RK) Knetzgau. Mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche, einer Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal sowie dem anschließenden Festabend im Schützenhaus wurde das Jubiläum gefeiert.
Vorsitzender Christian Emmert ging in seiner Ansprache auf die Geschichte der Reservistenkameradschaft (RK) ein. Otto Böhm und Ehrenvorstand Herbert Karg sei es zu verdanken, dass im September 1977 eine eigene RK in Knetzgau gegründet wurde. Vorher war man in der RK Eltmann aktiv. Über die Jahre hinweg ist die Mitgliederzahl angewachsen und man fand einen Raum im damals neu gebauten Schützenhaus. Dass es Reservisten schon immer in Knetzgau gab, davon zeugen das Kriegerdenkmal in der Ortsmitte sowie eine eigene Fahne als äußeres Erkennungsmerkmal. Seit jeher fördere die RK die Belange der Bundeswehr.


Aushängeschild

Die Kameradschaft bezeichnete Emmert als großes Aushängeschild. Es fanden seit der Gründung regelmäßige Versammlungen und Geselligkeiten statt, wie das Maibaumaufstellen, das von der RK seit 25 Jahren ausgetragen wird. Gemeinsam arbeiten, feiern und Wettkämpfe bestreiten bedeuteten Kameradschaft. Bei Wettkämpfen war Knetzgau laut Emmert stets erfolgreich, wie bei Märschen, Schießveranstaltungen oder militärischen Vielseitigkeitswettkämpfen.
Aber auch als Ausrichter von Wettkämpfen sei die RK Knetzgau tätig, sei es im Kreis oder auf Bezirksebene, bei sicherheitspolitischen Seminaren oder bei dem jährlich stattfindenden Bürgermarsch, der sich großer Beliebtheit erfreut. Dies ist laut Vorsitzendem nur möglich, da sich, wie damals vor 40 Jahren, auch heute noch über 160 Mitglieder einbringen und sich bereiterklären, mit anzupacken.


Garant für Frieden und Freiheit

Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus dankte der Reservistenkameradschaft als festem Bestandteil im Vereinsleben für das Engagement in der Gemeinde. Die Reservisten stellten die Verbindung von Militär zur Gesellschaft dar und hielten die Tradition des Staatsbürgers in Uniform aufrecht.
Laut Bürgermeister ist es ein großer Fehler gewesen, die Wehrpflicht in der Bundeswehr abzuschaffen. Über Jahrzehnte sei die Bundeswehr Garant für Frieden in Freiheit und als Wehrpflichtarmee fest in der Gesellschaft verankert gewesen.
Den Gründungsmitgliedern dankte Schirmherr Oberstleutnant Wolfgang Hagedorn für ihren Mut und Weitblick, den sie vor 40 Jahren bewiesen haben. Mit Stolz und Freude dürfe man auf eine erfolgreiche Verbandsarbeit blicken, verbunden mit allen Höhen und Tiefen.
Der Schirmherr, der mit seiner Familie einige Jahre in Knetzgau seinen Wohnsitz hatte, ging auf den Wandel in der Bundeswehr ein. Hagedorn erinnerte an die Aussetzung der Wehrpflicht, die Umstrukturierung der Streitkräfte mit einem veränderten Aufgabenspektrum, den Einsatz von Frauen in der Bundeswehr sowie an multinationale Auslandseinsätze im Rahmen der weltweiten Krisenvorsorge. Aber auch über die aktuelle Lage in den Streitkräften machte sich der Oberstleutnant Gedanken. Trotz der tiefgreifenden Veränderungen bei den Streitkräften in den vergangenen Jahren habe sich die Bedeutung der Bundeswehr-Reservisten nicht vermindert.


Unverzichtbares Engagement

Das Engagement der freiwilligen Reservistenarbeit ist laut Hagedorn auch heute noch für funktionierende Streitkräfte unverzichtbar. Die Reserve der Bundeswehr bleibe auch in Zukunft für die Landes- und Bündnisverteidigung, für den Heimatschutz sowie bei Einsätzen des multinationalen Krisenmanagements unverzichtbar. Das nachhaltige Engagement bezeichnete Hagedorn als Symbol für die feste Verankerung der Truppe in der Gesellschaft. Mit ihrem persönlichen Engagement hätten die Mitglieder sich mit ihrer Tatkraft in den Aktivitäten zur Bewahrung von Frieden und Sicherheit im Land und zum Wohle der Gemeinschaft eingebracht, lobte er.
Bei der Feier wurden die Gründungsmitglieder geehrt. Zu neuen Ehrenmitgliedern wurden Edmund Stiller und Eduard Glotzmann ernannt.
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