Coburg

Angekommen in Coburg-Neuses

Marianne Kühn-Geiger stammt aus dem Sudetenland. Ihre Familiengeschichte ist geprägt von engem Gemeinsinn, aber auch schwierigen Zeiten.
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Oberbürgermeister Norbert Tessmer gratuliert Marianne Kühn-Geiger zum 90. Geburtstag. Mit ihr freuen sich ihr Sohn Horst Geiger (links) und Tochter Marianne Bietz (rechts).  Foto: Martin Koch
Oberbürgermeister Norbert Tessmer gratuliert Marianne Kühn-Geiger zum 90. Geburtstag. Mit ihr freuen sich ihr Sohn Horst Geiger (links) und Tochter Marianne Bietz (rechts). Foto: Martin Koch
Es hat schon einige Zeit gedauert, bis Marianne Kühn-Geiger in ihrer jetzigen Heimat, im Coburger Stadtteil Neuses, angekommen ist. Sie hat dort zusammen mit ihrem zweiten Ehemann Josef Kühn eine Bäckerei betrieben. Aber eigentlich ist die Altersjubilarin ja eine Sudetendeutsche.
Sie kam am 9. Mai 1928 in Kriegern im Landkreis Laun in Westböhmen auf die Welt. Ihr Geburtsort heißt auf tschechisch Kryry, die Kreisstadt Louny. Ihre Eltern Franz und Maria Stolz hatten zwei Kinder, Marianne war das zweite Kind. Die Eltern hatten eine große Landwirtschaft. Sie bauten auch den weltbekannten Saazer Hopfen an.
Nach dem Kriegsende 1945 beendete die Familie Stolz noch die aktuelle Hopfenernte, dann wurden sie wie viele andere Sudetendeutsche auch aus der Heimat vertrieben. Aus der Nachkriegs-Tschechoslowakei kommend führte der Weg der Familie Stolz nach Truckendorf in Thüringen, heute gehört der Ort zur Stadt Schalkau.
Bei einem Tanzvergnügen in Truckendorf lernte Marianne Kühn-Geiger ihren ersten Ehemann Werner Geiger kennen und lieben. Die beiden jungen Leute heirateten 1949 und waren in der Landwirtschaft und in der Gastronomie tätig. 1951 erblickte Sohn Horst das Licht der Welt, 1955 kam Tochter Margit auf die Welt. Werner Geiger starb im Jahr 1991.
Vor dessen Tod hatte Marianne ihren Ehemann Werner ein Jahr lang aufopferungsvoll gepflegt. Bei einem Treffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft begegnete sie dann Josef Kühn, der ihr zweiter Ehemann werden sollte. Josef Kühn stammte auch aus Kriegern. 1992 zog die Familie in den Coburger Stadtteil Neuses, dort hatte sich Josef Kühn schon als Bäcker niedergelassen. Im Jahr 2003 verstarb der zweite Ehemann. Auch um ihn hat sich die Jubilarin liebevoll gekümmert.
Ihre Familie ist ihr Lebensquell. Besonders erinnert sich Marianne Kühn-Geiger an ein bestimmtes Ereignis: "1997 haben mir die Kinder meinen Dackel Waldi zu Weihnachten geschenkt. Der hat mich 16 Jahre lang treu begleitet."
Und weil das Geburtstagskind auch so stolz auf seine Familie ist, wünscht es sich explizit, dass alle Angehörigen auch in der Zeitung stehen: Es sind die Enkel Rene, Martin und Anja sowie die Urenkel Jeremy, Jonas, Laura, Lena, Lilly und Ida. "Ein schwerer Verlust war aber auch der Tod von Schwiegersohn Ernst Bietz im Mai 2014", fügt das Geburtstagskind noch hinzu.
Die rüstige Frau, nun 90 Jahre alt, kümmert sich weiterhin um Haus und Garten in Neuses.
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