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Zeil am Main

Anblasen gegen die Krise

Symbole und Solidarität helfen, schwierige Zeiten zu überstehen. Die Gemeinschaft soll stärken, auch wenn sie anders daherkommt als gewohnt. Musik und Kerzen sind große Zeichen.
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Gerhard Kernwein von der Zeiler Stadtkapelle spielt die Europahymne - übrigens genau an dem Tag, an dem der Musikverein in Zeil sein Frühjahrskonzert gestalten wollte. Das musste wie alle anderen Veranstaltungen wegen der Coronakrise abgesagt werden.  Fotos: Klaus Schmitt
Gerhard Kernwein von der Zeiler Stadtkapelle spielt die Europahymne - übrigens genau an dem Tag, an dem der Musikverein in Zeil sein Frühjahrskonzert gestalten wollte. Das musste wie alle anderen Veranstaltungen wegen der Coronakrise abgesagt werden. Fotos: Klaus Schmitt
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Eigentlich war Gerhard Kernwein einen Tag zu früh dran. Der Bariton-Spieler der Stadtkapelle Zeil stellte sich am Samstag um 18 Uhr auf seinen Balkon, baute seine Noten auf und schmetterte die Europahymne. Nachbarn traten vor die Türen und hörten zu und freuten sich über die Musik - und das Zeichen, dass die Menschen in schwierigen Zeiten zusammenstehen. Als die Melodie zu Ende war, bemerkte er, dass die Aktion, wonach Musiker allerorten zu ihren Instrumenten greifen und spielen, eigentlich erst am Sonntag starten sollte. Egal. Am Sonntag blies er noch einmal drauf los.

Musik, brennende Kerzen, wie sie die Menschen aktuell vor die Türen oder in die Fenster stellen, sind wichtige Symbole der Gemeinschaft und der Solidarität ebenso wie das Läuten der Kirchenglocken oder der öffentliche Beifall für Menschen, die sich in der Krise besonders engagieren und ihren Mitmenschen helfen. Zum Beispiel für Ärzte und Pflegekräfte sowie die Beschäftigten in Supermärkten, Apotheken, Drogerien, bei den Kommunalverwaltungen, für die Polizisten und Politiker, die große Verantwortung tragen. ks

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