Kulmbach
Abschlussfeier

An der Fachschule für Lebensmitteltechnik kann schon mal Wurst unter Druck geraten

Genuss ist in Kulmbach daheim. Das stellen Schüler und Lehrer jedes Jahr aufs Neue unter Beweis, wenn die Staatliche Fachschule für Fleischerei- und Lebensmitteltechnik in der Dr.-Erich-Stammberger-Ha...
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Marika Winkelmann hat ein Eis ohne Zucker entwickelt; Schulleiter Alexander Battistella und Siegfried Günther von der Lemitec fanden es hervorragend.  Fotos: Sonny Adam
Marika Winkelmann hat ein Eis ohne Zucker entwickelt; Schulleiter Alexander Battistella und Siegfried Günther von der Lemitec fanden es hervorragend. Fotos: Sonny Adam
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Genuss ist in Kulmbach daheim. Das stellen Schüler und Lehrer jedes Jahr aufs Neue unter Beweis, wenn die Staatliche Fachschule für Fleischerei- und Lebensmitteltechnik in der Dr.-Erich-Stammberger-Halle den Jahresabschluss feiert. Nicht, weil Köstlichkeiten aufgetischt werden - das sparen sich die Verantwortlichen für die rauschende Feier in der Steinachtalhalle auf - , sondern weil in der Einrichtung in der E.-C.-Baumann-Straße das Know-how zu Hause ist.

In der Schule werden Lebensmittel weiterentwickelt und verbessert sowie Untersuchungen zur Haltbarkeit und zur Produktionsoptimierung gemacht. Nicht die Eltern und Lebenspartner kamen, um den "großen Tag" live mitzuerleben, sondern auch das "Who is who" der Lebensmittelbranche war vertreten.

In diesem Jahr schlossen 38 Techniker, darunter zehn Frauen, die Schule ab: 13 im Bereich Fleisch und 25 im Bereich Lebensmittelverarbeitung.

Der Beste des Jahrganges war Patrick Grygier aus Fulda bei den Fleischtechnikern. Er erzielte einen Notendurchschnitt von 1,57.

Acht mit einer Eins vorm Komma

Marika Winkelmann aus Hallerndorf hatte bei den Lebensmittelverarbeitungstechnikern die Nase vorn. Sie schaffte einen exzellenten Durchschnitt von 1,23. Acht Techniker mit den Gesamtnoten "sehr gut" und "gut" heimsten den Meisterpreis der bayerischen Staatsregierung ein.

Landrat Klaus Peter Söllner und Bürgermeister Frank Wilzok zeichneten die Besten mit Urkunden aus.

Der Meisterpreis ist übrigens für alle Absolventen bares Geld wert: Denn alle, die die Technikerschule erfolgreich absolvieren, erhalten einen Bonus in Höhe von 2000 Euro. Zudem bekamen die jeweils drei Besten hochwertige Messer als Schulpreise.

Patrick Grygier hatte noch einen weiteren Grund, sich zu freuen. Denn Heinrich-Wilhelm Böhme und Kay Harmel ehrten ihn sowie seine beiden Mitstreiter Andrea Heymann aus Günzach und Dennis Klam aus Krombach mit dem Preis der Günter-Fries-Stiftung. Der ist mit 3000 Euro dotiert. Die Gruppe um den Jahrgangsbesten untersuchte die Wechselbeziehungen von Phosphaten und Standzeiten auf die Qualität von handgelegtem Kochschinken.

"Wir können nur auf diesem hohen Niveau ausbilden, weil wir die Unterstützung der lebensmittelverarbeitenden Betriebe haben", dankte Alexander Battistella, Leiter des beruflichen Schulzentrums, allen Firmenvertretern.

Firmen stehen Schlange

Die Schüler produzierten in der Technikerschule unter realen Bedingungen und mit hohem Durchsatz. Doch auch das Engagement der Techniker sei anerkennenswert. Sie hätten zwei Jahre hart gearbeitet, jetzt allerdings die Qual der Wahl. Battistella: "Denn die Firmen stehen bei der Suche nach Fachkräften Schlange."

Landrat Klaus Peter Söllner betonte, dass die Technikerschule hervorragend zum Portfolio des neuen Uni-Campus passe. Künftig sollten auch Bäckereitechniker in Kulmbach ausgebildet werden.

Auch Frank Wilzok beglückwünschte die Absolventen. Die Notendurchschnitte sprächen Bände, meinte Kulmbachs dritter Bürgermeister.

Fredi Schwägele vom Max-Rubner-Institut gab den Technikern mit auf den Weg, immer das zu tun, was gemacht werden müsse. "Entwickelt aber auch ein Gespür für moralische Fragen und zeigt Charakterstärke", so Schwägele.

Die Verleihung der Technikerbriefe wurde von Bojana Blohmann (Klavier) und Vera Schamberger (Gesang) musikalisch umrahmt. so

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