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Kulmbach

Ampel muss das Richtige zeigen

Wie kann eine für die Gesundheitsförderung geeignete Kennzeichnung der Lebensmittel aussehen? Der Obermeister der Bäcker-Innung, Ralf Groß, hat dazu seine ganz eigene Meinung.
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Kulmbachs Obermeister der Bäcker-Innung, Ralf Groß, fordert eine Lebensmittelampel, die die Verdaulichkeit der Inhaltsstoffe der Lebensmittel darstellt. Foto: Werner Reißaus
Kulmbachs Obermeister der Bäcker-Innung, Ralf Groß, fordert eine Lebensmittelampel, die die Verdaulichkeit der Inhaltsstoffe der Lebensmittel darstellt. Foto: Werner Reißaus

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) will die Verbraucher über die künftige Form der Lebensmittelampel entscheiden lassen. Das ruft den Obermeister der Kulmbacher Bäcker-Innung, Ralf Groß, auf den Plan. Er lud gestern die Medien ein, um umfassend aufzuklären. "Ich bin nicht gegen die Lebensmittelampel, aber sie muss auf die Verdaulichkeit der Inhaltsstoffe der Lebensmittel abzielen." Das war seine Kernaussage, wohl wissend, dass die Lobbyverbände gegen diese Idee nicht nur protestieren, sondern auch davor warnen - freilich nicht ohne eigene Interessen.

Obermeister Ralf Groß stellte in seinem Betrieb in der Weiherer Straße fest: "Die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz möchte die Bevölkerung darüber abstimmen lassen, ob bei uns eine Lebensmittelampel nach französischem Vorbild eingeführt werden soll oder eine Nährwertkennzeichnung. Die ,Ampel', wie sie in Frankreich existiert, ist nicht das, was der Verbraucher will. Im Gegenteil: Sie führt zu noch mehr Verwirrung und öffnet der Industrie Tür und Tor für noch mehr Verschleierung der Inhaltsstoffe."

Der streitbare "Grünwehrbäck" machte deutlich, dass dann Produkte mit "Grün" gekennzeichnet würden, die eigentlich "Dunkelrot" sein müssten. Deshalb ist die Kulmbacher Bäcker-Innung der Auffassung, dass die Verbraucher über diese Ampel aufgeklärt werden müssen, damit sie auch richtig entscheiden können.

Die Lebensmittelampel soll nach französischem Vorbild kommen. Dazu der Obermeister: "Das heißt, Gutes wiegt Schlechtes auf!" Groß hielt das für einen Unsinn, denn Schlechtes kann man seiner Meinung nach nicht mit Gutem aufwiegen.

Im Streit um die Einführung einer Nährwertkennzeichnung für Lebensmittel - in der Umgangssprache häufig Lebensmittelampel genannt - zeichnet sich jetzt aber nach den Vorstellungen der zuständigen Bundesministerin eine Lösung ab. So haben das Bundesernährungsministerium und das staatliche Max-Rubner-Institut in den vergangenen Monaten mehrere Systeme analysiert, die weltweit schon im Einsatz sind, und darüber hinaus auch selbst einen Vorschlag ausgearbeitet. Nun soll aus diesem Sammelsurium die beste Lösung für Deutschland bestimmt werden.

Die Auswahl sollen dabei nicht die Politiker oder Lobbyisten treffen, sondern die Verbraucher. Es soll also in Kürze eine Verbraucherbefragung geben, und das Bundesministerium wird dazu eine Handvoll Vorschläge zur Abstimmung bringen.

Jedes dieser Kennzeichnungsverfahren habe Vor- und Nachteile und es gehe darum, welches Modell für die Verbraucher verständlich ist. Die meisten Modelle nutzen eine Farbskala von Rot bis Grün. Das allerdings ist nicht unumstritten. Die Darstellung stößt an Grenzen. Olivenöl zum Beispiel, das allgemein als gesund eingestuft wird, bekommt wegen des hohen Fettanteils eine rote Kennzeichnung. Kalorienreduzierte Limonade dagegen liege im grünen Bereich.

Und die Nährwertkennzeichnung soll möglichst einfach darstellen, wie hoch zum Beispiel der Anteil von Zucker, Fett und Salz in Lebensmitteln ist - also letztlich wie gesund oder ungesund die Produkte sind. Für Verbraucherinnen und Verbraucher muss es ohne ein Studium der Ernährungswissenschaften möglich sein, auf der Vorderseite von Verpackungen zu erkennen, was in Lebensmitteln steckt, fordert Bundesministerin Julia Klöckner und verweist auf eine wachsende Zahl von Menschen, die an Übergewicht leiden.

Ralf Groß meint dazu: "Die sollen eine Lebensmittelampel machen, damit der Verbraucher das gleich erkennt, da bin ich voll dafür, aber im Hinblick auf die Verdaulichkeit. Nach Meinung des Innungsobermeisters sollte auch das Brot komplett aus dieser Bewertung herausgenommen werden.

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