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Amnesty-Gruppe Kulmbach erinnert an die Menschenrechte

Amnesty International erinnert im Cineplex Kulmbach an die Verabschiedung der Menschenrechte. Genau vor 70 Jahren - im Jahr 1948 - haben die Mitglieder der Vereinten Nationen die Allgemeine Menschenre...
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Der Sprecher von Amnesty International, Hans-Georg Friedmann, und sein Vorgänger Peter Hennings starten den diesjährigen Briefmarathon. Die beiden kämpfen für Atena Daemi aus dem Iran und Nawal Benaissa aus Marokko. Foto: Sonny Adam
Der Sprecher von Amnesty International, Hans-Georg Friedmann, und sein Vorgänger Peter Hennings starten den diesjährigen Briefmarathon. Die beiden kämpfen für Atena Daemi aus dem Iran und Nawal Benaissa aus Marokko. Foto: Sonny Adam

Amnesty International erinnert im Cineplex Kulmbach an die Verabschiedung der Menschenrechte. Genau vor 70 Jahren - im Jahr 1948 - haben die Mitglieder der Vereinten Nationen die Allgemeine Menschenrechtserklärung verkündet. Die Ausstellung ist bis zum 31. Dezember zu sehen. Außerdem startete Amnesty seine Briefmarathon-Aktion.

Der Sprecher der Kulmbacher Gruppe von Amnesty International, Hans-Georg Friedmann, hielt zur Eröffnung der Menschenrechtsausstellung zwei Plakate hoch. Auf beiden sind Frauen abgebildet. Frauen, die sich für die Allgemeinheit engagieren und deren Initiativen nicht folgenlos für sie persönlich geblieben sind.

Nawal Benaissa aus Marokko hat auf friedliche Weise für mehr soziale Gerechtigkeit protestiert. Das hat ihr 80 000 Follower auf Facebook eingebracht. Doch die marokkanischen Behörden schikanieren sie seitdem unaufhörlich. Sie wurde innerhalb von vier Monaten vier Mal festgenommen, wurde zu einer Bewährungsstrafe und zu einer Geldstrafe verurteilt. Jetzt sammeln Menschen aus aller Welt Unterschriften, um den Kampf der Aktivistin zu bestärken.

Noch schlimmer hat es Atena Daemi aus dem Iran getroffen. Sie wurde mit sieben Jahren Haft für ihren Einsatz gegen die Todesstrafe bestraft, sitzt im Gefängnis. In diesem Jahr trat sie in den Hungerstreik. Denn nicht nur Atena Daemi, sondern auch ihre Schwestern wurden "in Sippenhaft" genommen.

Mit dem Briefmarathon von Amnesty International, der bis Weihnachten läuft, wenden sich Menschen aus aller Welt an die Justizbehörden und unterstützen die Kämpfer für mehr Gerechtigkeit. AI-Sprecher Hans-Georg Friedmann und sein Vorgänger Peter Hennings gingen mit gutem Beispiel voran und starteten mit ihren Unterschriften den Briefmarathon in Kulmbach.

Die Ortsgruppe Kulmbach von Amnesty International präsentiert im Cineplex außerdem eine Ausstellung über die Menschenrechte. Genau vor 70 Jahren wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von den Mitgliedsländern der Vereinten Nationen verabschiedet. Der erste Entwurf der 30 Artikel war 400 Seiten dick. In der endgültigen Fassung passen die Menschenrechte auf sechs Seiten.

"Es ist kalt geworden in Deutschland", kommentierte der Chef des Kulmbacher Cineplex, Werner Kampe, die aktuelle Lage. "Wir müssen wieder mehr Empathie zeigen", wünschte sich der Kinobetreiber, der ebenfalls Mitglied bei Amnesty International ist.



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