Kronach
65. Geburtstag

Altlandrat Werner Schnappauf denkt noch lange nicht an Ruhestand

Mittlerweile in Berlin lebend und arbeitend, hat Werner Schnappauf nach wie vor einen engen Bezug zu Oberfranken und vor allem zu "seinem" Landkreis Kronach. Viele Weggefährten wie auch CSU-Mandatsträ...
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Mitstreiter und Weggefährten gratulierten in Berlin. Im Bild von links Landrat Klaus Löffler, MdB Emmi Zeulner, Innenminister Joachim Herrmann, Werner Schnappauf, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, MdB Hans Michelbach, Steinbachs Bürgermeister Thomas Löffler und IHK-Vizepräsident Hans Rebhan  Foto:
Mitstreiter und Weggefährten gratulierten in Berlin. Im Bild von links Landrat Klaus Löffler, MdB Emmi Zeulner, Innenminister Joachim Herrmann, Werner Schnappauf, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, MdB Hans Michelbach, Steinbachs Bürgermeister Thomas Löffler und IHK-Vizepräsident Hans Rebhan Foto:

Mittlerweile in Berlin lebend und arbeitend, hat Werner Schnappauf nach wie vor einen engen Bezug zu Oberfranken und vor allem zu "seinem" Landkreis Kronach. Viele Weggefährten wie auch CSU-Mandatsträger auf kommunaler, Landes- sowie Bundesebene waren dessen Einladung zu seinem berufspolitischen Jubiläum "65 Lebens- und 35 Berufsjahre" gefolgt.

Die Feier bildete für eine Reihe von Festrednern den Rahmen, sich beim gebürtigen Steinbacher für dessen politisches Wirken und sein Engagement insbesondere für seine oberfränkische Heimat zu bedanken. Hierzu zählten Bundeswirtschaftminister Peter Altmaier, der bayerische Innenminister Joachim Herrmann, Bundestagsvizepräsident und CSU-Bezirksvorsitzender Hans-Peter Friedrich sowie Vertreter der Bank of America Merill Lynch und Partner der Rechtsanwaltskanzlei Graf von Westphalen, für die Schnappauf seit 2013 tätig ist.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier würdigte Schnappaufs herausragendes Engagement als Spitzenvertreter der deutschen Industrie und verwies darauf, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel auf seinen Vorschlag hin Werner Schnappauf in den Rat für nachhaltige Entwicklung berufen habe. "Die JU, CSU und der Freistaat Bayern haben dir viel zu verdanken", würdigte Joachim Herrmann die Verdienste Schnappaufs, der vor 40 Jahren in den Landesvorstand der Jungen Union Bayern gekommen war und das Amt des stellvertretenden Landesvorsitzenden der JU Bayern bekleidete. Ab 1987 gehörte er dabei 25 Jahre lang dem Vorstand und Präsidium der Partei an. Von 1989 bis 1998 war er Kronacher Landrat, bevor er bis 2003 als bayerischer Staatsminister für Landesentwicklung und Umweltfragen zuständig zeichnete. 1999 übernahm er den Vorsitz des CSU-Bezirksverbandes Oberfranken. Ab dem 21. September 2003 war Schnappauf Mitglied des Bayerischen Landtags, vom 14. Oktober 2003 bis 15. Oktober 2007 Staatsminister für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. Sein vorheriges Ministerium wurde dazu mit dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz zusammengelegt. Bemerkenswert sei es, so Herrmann, dass Schnappauf bereits 1980 den Arbeitskreis Umwelt und Energie der JU einberief, also noch vor Gründung der Grünen. Zehn Jahre lang habe er sich mit Herzblut dafür eingesetzt und sich schon damals mit dem Klimaschutz beziehungsweise allen Möglichkeiten einer Reduzierung des Flächenverbrauchs beschäftigt. "Schon immer war es eines seiner Kernanliegen, einen wohlverstandenen nachhaltigen Fortschritt voranzutreiben und Innovationen sowie neue Technologien so zu nutzen, dass sie Umwelt und Natur dienen", verdeutlichte der Innenminister. Schnappauf habe sich immer bemüht, dem Menschen nahezubringen, dass hierdurch kein Widerspruch konstruiert werde.

CSU-Bezirksvorsitzender Hans-Peter Friedrich würdigte den Jubilar als "ganz besonderen Oberfranken in der Bundeshauptstadt". Er habe in allen Stationen seines beruflichen Lebens eine Ausnahmeerscheinung dargestellt; so auch als erster CSU-Landrat Kronachs. Ohne Landtagsmandat sei er in das Kabinett von Stoiber berufen worden und habe es als Umweltpolitiker geschafft, Hauptgeschäftsführer eines Wirtschaftsverbandes zu werden.

Ein "Brückenbauer"

"Du warst immer Brückenbauer und Wanderer zwischen den Welten", würdigte Friedrich. Bei allen Strukturumbrüchen in der oberfränkischen Industrie habe Schnappauf damals als "der" Mutmacher und Gestalter in Oberfranken gegolten.

Seit 2007 bekleidet Schnappauf offiziell kein politisches Amt mehr. Heute ist er tätig als Senior Adviser für die Bank of America und als Partner für die Rechtsanwaltskanzlei Graf von Westphalen, deren Repräsentanten ebenfalls Schnappaufs Fachkompetenz und Engagement herausstellten. Mit seiner tatkräftigen Unterstützung habe sich der Bereich Energie bei Graf von Westphalen sehr gut entwickelt. Insbesondere das Thema Energiewende nehme in der Beratungspraxis eine zunehmend wichtige Rolle ein, wobei Schnappauf als "Außenminister" fungiere.

Steinbachs Bürgermeister Thomas Löffler gratulierte dem Ehrenbürger Werner Schnappauf. Landrat Klaus Löffler und IHK-Vizepräsident Hans Rebhan dankten dem Altlandrat auch dafür, dass er noch immer als Mittler der Anliegen des Landkreises in der Bundeshauptstadt zur Verfügung stehe.

Glühend, authentisch, strahlend - so präsentierte sich Schnappauf selbst beim Empfang. Voller Tatendrang war für ihn das 65. Lebensjahr allenfalls Anlass für eine Zwischenbilanz; will er doch beruflich in seiner Tätigkeit als Anwalt und Berater noch viele Aufgaben angehen. Schnappauf zeigte sich dankbar, wie weit ihn die Gemeinschaft und der Zusammenhalt in seinem Leben gebracht hätten. "Alleine schafft man nichts; alles ist eine Gemeinschaftsleistung", konstatierte er. hs

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