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Steinbach an der Haide

Altes Gotteshaus unter die Lupe genommen

Der offene Arbeitskreis für Heimatpflege im Landkreis Kronach war zu Besuch im "goldenen Dorf" Steinbach an der Haide, das zweimaliger Bundessieger beim Wet...
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Kreisheimatpfleger Siegfried Scheidig (l.) erläuterte dem Offenen Arbeitskreises für Heimatpflege die geschichtliche Entwicklung der evangelischen Pfarrkirche St. Elisabeth in Steinbach an der Haide. Foto: Gerd Fleischmann
Kreisheimatpfleger Siegfried Scheidig (l.) erläuterte dem Offenen Arbeitskreises für Heimatpflege die geschichtliche Entwicklung der evangelischen Pfarrkirche St. Elisabeth in Steinbach an der Haide. Foto: Gerd Fleischmann
Der offene Arbeitskreis für Heimatpflege im Landkreis Kronach war zu Besuch im "goldenen Dorf" Steinbach an der Haide, das zweimaliger Bundessieger beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" wurde und nun aktuell auf sein 600. Ersterwähnungsjubiläum zurückblicken kann. Nach einer Besichtigung des 2015 generalsanierten Gotteshauses - die Kosten lagen bei 300 000 Euro - wurden anschließend im Gasthaus "Rosenbusch" die Vorhaben der Kreisheimatpflege für den diesjährigen Denkmaltag am 10. September vorgestellt.
Der wunderschöne, farbenfrohe Dorfgarten sowie das fein herausgeputzte Angerdorf fanden bei den zahlreich vertretenen Heimatkundlern viel Anerkennung. Kreisheimatpfleger Siegfried Scheidig führte in gewohnter Weise fachkundig durch das Gotteshaus St. Elisabeth, das die letzten 800 Jahre ausgezeichnet überstanden hat. Bereits um 1200, verriet Scheidig, sei die Kirche errichtet worden. Ihre Grundrissform habe sich seitdem kaum verändert. Ursprünglich war das Gotteshaus eine Filiale der Probstei Zella, unterstand also direkt dem Benediktinerkloster Saalfeld. Im Zuge der Reformation wurde sie 1532 der Pfarrei Großgeschwenda angegliedert, bei der Steinbach bis ins 19. Jahrhundert geblieben ist.
Während des 30-jährigen Krieges sei das Kirchlein, so der Kreisheimatpfleger, bei einem Überfall der Kronacher im Jahre 1634 stark beschädigt worden. Doch bereits 1635 habe man eifrig Gaben für die bald darauf beginnende Wiederherstellung gesammelt. 20 Jahre später war das Werk vollendet. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde der Dachreiter erneuert. Bei einer Renovierung im Jahr 1846 habe man die wertvollen gotischen Fresken übermalt.


Tiefgreifende Umgestaltung

Wie Scheidig weiter ausführte, seien 1963 die mittelalterlichen Wandmalereien wieder freigelegt worden, die eine Verbindung zu Thüringen aufweisen, und zwar zur heiligen Elisabeth. Die um 1400 entstandenen Fresken zeigen unter anderem auch die älteste Darstellung der Burg Lauenstein mit dem mächtigen Bergfried. Eine tiefgreifende Umgestaltung erfuhr die evangelisch-lutherische Pfarrkirche 1963/64. Die bis dahin über dem Altar befindliche Orgelempore wurde entfernt und die Orgel auf der Empore im Kirchenschiff installiert.
Der Kreisheimatpfleger erläuterte ebenfalls die Innenausstattung, die ein besonders einheitliches Bild dörflicher Kultur des 17. Jahrhunderts darstellt und so das Gotteshaus als besonders wertvoll erscheinen lässt. Die Heimatfreunde zeigten sich beeindruckt von Holzempore, Kanzel, Taufbecken und Altar in ihrer ursprünglichen Form.


Ausblick auf den Denkmaltag

Nach der Exkursion bot Bernd Graf, der im Landratsamt das Sachgebiet "Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kreisheimatpflege, Ehrenamt" leitet, im Gasthaus "Rosenbusch" einen Ausblick auf nächste Vorhaben. Der Denkmaltag am Sonntag, 10. September, stehe diesmal unter dem Motto "Macht und Pracht". Die zentrale Veranstaltung des Landkreises werde um 13.30 Uhr in der Markgrafenkirche Seibelsdorf von Landrat Klaus Löffler eröffnet. Nach der Vorstellung des Gotteshauses und seines preisgekrönten "Gott-Partikels" werden zeitgleich ein Dorfrundgang und eine "Nordic-Walking-plus"-Rundtour angeboten. Gegen 15.45 Uhr bieten die "Marktrodacher Ohrwürmer" des CVJM ein kleines Konzert dar. Der interessierten Öffentlichkeit werden an diesem Nachmittag auch die St.-Jakob-Kirche Mitwitz (14 Uhr) und die St.-Jakobus-Kirche Fischbach (15.30 Uhr) präsentiert, wobei Turmbesteigungen inbegriffen sind. Außerdem gibt es eine Wanderung im Markt Küps mit Besichtigung historischer Kostbarkeiten.
Diese startet um 13 Uhr in der St.-Laurentius-Kirche Schmölz. Weitere Stationen sind die Ausgrabungsstätte Wasserschloss Tüschnitz (14 Uhr) und die Außenanlagen des Jagdschlosses Nagel (15.15 Uhr). Wie Graf weiter sagte, habe sich die Kreisheimatpflege dem Thema "Maibäume, Kirchweihbäume und sonstige Dorfgemeinschaftsbäume" zugewandt. Dazu entstehe ein Beitrag aus lokaler Sicht für das nächste heimatkundliche Jahrbuch.
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