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Burgebrach
Kurzinterview

Alte Tradition lässt Wohnzimmer zu Weihnachten aufblühen

Dichter Josef Guggenmos beschrieb den Brauch am 4. Dezember einst malerisch: "Geh in den Garten am Barbaratag. gehe zum kahlen Kirschbaum und sag: Kurz ist ...
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Dichter Josef Guggenmos beschrieb den Brauch am 4. Dezember einst malerisch:
"Geh in den Garten am Barbaratag. gehe zum kahlen Kirschbaum und sag: Kurz ist der Tag, grau ist die Zeit. Der Winter beginnt, der Frühling ist weit. Doch in drei Wochen, da wird es geschehn: Wir feiern ein Fest, wie der Frühling so schön. Baum, ein Zweig gib du mir von dir. Ist er auch kahl, ich nehm ihn mit mir: Und er wird blühen in seliger Pracht mitten im Winter in der heiligen Nacht."
Lore Pfister, Obstbäuerin aus Weichendorf, pflegt die Tradition seit Jahren und kennt die Hintergründe zum Barbaratag.

Wie kam es zu dem Brauch?
Lore Pfister: Im dritten Jahrhundert lebte die heilige Barbara in Nikomedia, der heutigen Türkei. Die Tochter eines reichen Kaufmanns kam zu einer Zeit mit dem Christentum in Berührung, als die Glaubensgemeinschaft in Kleinasien verfolgt wurde. Als Barbara sich taufen ließ, war ihr heidnischer Vater so entsetzt, dass er sie schließlich selbst anzeigte und ins Gefängnis brachte. Auf dem Weg in ihre Zelle verfing sich der Legende nach ein Kirschzweig im Kleid der zum Tode verurteilten Tochter. Sie stellte ihn in einen Krug mit Wasser und als sie schließlich hingerichtet werden sollte, blühte das Gehölz auf. "Du schienst wie tot, aber du bist aufgeblüht zu schönerem Leben. So wird auch mein Tod der Anfang eines neuen, ewigen Lebens sein", soll sie daraufhin zu dem Zweig gesagt haben. Ihr Vater enthauptete sie schließlich selbst mit einem Schwert.

Und was genau mache ich ihr zu Ehren jetzt am vierten Dezember?
Zweige von Obst-und Ziergehölzen werden abgezwickt, am besten schon zum Andreastag am 30. November. Besonders gut eignen sich Kirsche und Forsythie, aber je nach Region kommen auch Apfel, Birke, Kastanie oder Pflaume in die Vasen. Wichtig ist, dass es früh blühende Pflanzen sind. Diese werden am Barbaratag in die Wohnung ins Wasser gestellt, in ein warmes beleuchtetes Zimmer. Das Wasser muss regelmäßig durch frisches ersetzt werden, und wenn alles richtig gemacht wurde, blühen die Zweige am Heiligen Abend auf. Wer will, kann die anfangs noch kahlen Äste auch weihnachtlich schmücken.

Die Fragen stellte
Oliver Urbanke
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