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Ebern

Alte Spitzen und neue Ansätze

Im Ausstellungsprogramm für Galerie und Heimatmuseum und bei den Aktivitäten hat der Bürgerverein allerhand frische Ideen in petto. In der Leitung setzt er auf Kontinuität: Das Führungsteam um Ingo Hafenecker wird bestätigt.
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Blickfang im Schatten von Gänse- (links) und Grauturm (rechts): die beiden Kellerhäuschen im Süden der Stadtmauer. Foto: Eckehard Kiesewetter
Blickfang im Schatten von Gänse- (links) und Grauturm (rechts): die beiden Kellerhäuschen im Süden der Stadtmauer. Foto: Eckehard Kiesewetter
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Eckehard Kiesewetter Ebern — Neuer Tagungsort, neue Ausstellungspläne, neue Veröffentlichungen, 16 neue Mitglieder und Neuzugänge im Inventar. Soll keiner sagen, alles bliebe beim Alten beim Bürgerverein in Ebern, nur weil die Vereinsspitze um Ingo Hafenecker bei der Jahresversammlung einmal mehr bestätigt wurde.

Der inzwischen 73-jährige Pensionär geht in sein fünftes Jahrzehnt als Vorsitzender und ist fest entschlossen, das Erbe seines Vaters Simon - von 1969 bis '79 Vereinsvorsitzender und Gründer des Heimatmuseums - weiterzuführen. Er sei "egoistisch genug", erneut zu kandidieren, scherzte Ingo Hafenecker bei der Versammlung, wobei ihn die Gewissheit beruhige, dass zuverlässige Ersatzleute bereitstünden, wenn er die Geschäfte eines Tages abgeben müsste.

Er kann auf seine Mannschaft bauen: Zweiten Vorsitzenden Andreas Remshard, Schriftführer Stefan Andritschke und Kassier Oswald Müller, die allesamt ebenfalls für weitere drei Jahre bestätigt wurden. Beisitzer sind Barbara Ullmann, Georg Barth, Nina Hoffmann, Gabi Pfeufer, Rudolf Kaspar, Steffen Schanz und - neu hinzugekommen - Franz Dorsch. Franz Geuß leitetete die Wahl, die erstmals nach 50 Jahren nicht mehr im Stammlokal Gasthof "Post" stattfinden konnte, weil die Familie Gall ihren Betrieb geschlossen hat. Im Nebenzimmer der "Frankenstuben" fanden die knapp 50 Teilnehmer locker Platz.

Neue Errungenschaften

Platzenge dagegen war ein Thema an diesem Abend: Schenkungen haben ihre zwei Seiten. Erst freut man sich, bestaunt die neuen Errungenschaften und dann beginnt die Suche nach dem passenden Platz dafür. So ergeht es dem Bürgerverein aktuell mit einer Erbschaft, die laut Vorsitzendem Hafenecker 300 oder 400 Einzelteile enthält.

Wie viele davon einen Platz unter den Exponaten erhalten werden, muss noch gesichtet und entschieden werden, denn die Sammlung des Museums, zu der auch ein großes Lager im Kellergeschoss der Frauengrundhalle gehört, soll schließlich einladend und übersichtlich bleiben.

Die Lieblingsstücke

Die Attraktivität der Präsentation könnte ein neues Projekt steigern, bei dem die Museumsbesucher aufgefordert werden sollen, ihre Lieblingsstücke in der Ausstellung zu benennen. Die Gegenstände aus dieser Bestenliste könnten dann wiederum genauer erforscht, beschrieben und zum Gegenstand von Sonderpräsentationen werden.

Wenn es ums Platzangebot geht, wird man schon mal hellhörig, wenn man mitbekommt, dass in unmittelbarerer Nähe von Museum, Gänse- und Grauturm sowie Wolz'ngarten zwei attraktive Räume zum Verkauf stehen. Sie bieten jeweils rund 40 Quadratmeter Raum und stehen leer: Die beiden Kellerhäuschen in der Hirtengasse, mit frisch herausgeputztem Fachwerk sind wahre Schmuckstücke im Süden der Altstadt. Doch bei einer Kaufsumme von 80 000 Euro muss der Bürgerverein passen.

Erstmals hat im vergangenen Jahr die Xaver-Mayr-Galerie, deren aufwendige Sanierung der Stadtrat in der vergangenen Woche beschlossen hat, mehr Besucher angezogen als das Heimatmuseum. 581 Gäste wurden im Jahr 2019 im Museum gezählt, 632 hatten die Galerie am Fuße des Stadtbergs besucht.

Für 29. März bis 24. Mai plant der Bürgerverein dort unter dem Titel "Aufbruch in die moderne Malerei" eine Schau mit Werken Adolf Vogels. Der Maler, Grafiker und Kunstpädagoge (1895 -1959) war in Ebern geboren. An seinen 125. Geburtstag erinnert der Bürgerverein mit dem 22. Heft der Eberner "Heimatblätter" das im März erscheinen soll. Autorin ist die Kunsthistorikerin Sibylle Kneuer aus Wagenhausen. Heft 21 der Publikationen des Bürgervereins, eine Neuauflage der "Geschichten und Sagen des Eberner Landes" mit Illustrationen der Würzburger Designerin Romina Birzer, hat sich zu einem Verkaufsschlager entwickelt. Über 200 Stück wurden bereits verkauft. Eine Neuauflage soll es demnächst für das Heft über den Judenfriedhof geben.