Adelsdorf

Alte Schule wird zur Spielfläche

Wenn der Neubau für den Kindergarten St. Theresia fertiggestellt ist, wird das bestehende Gebäude abgerissen. In der jüngsten Sitzung des Gremiums ging es aber auch um die Vergangenheit der Gemeinde.
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Das alte Schulhaus in Aisch soll abgerissen werden. Für den derzeit noch in der ehemaligen Schule untergebrachten Kindergarten St. Theresia ist nebenan auf dem aktuellen Spielplatz ein Neubau geplant. Foto: Franziska Rieger/Archiv
Das alte Schulhaus in Aisch soll abgerissen werden. Für den derzeit noch in der ehemaligen Schule untergebrachten Kindergarten St. Theresia ist nebenan auf dem aktuellen Spielplatz ein Neubau geplant. Foto: Franziska Rieger/Archiv

Ähnlich einem Boxer, der in den letzten Zügen liegt, ist auch der katholische Kindergarten St. Theresia in Aisch angezählt. In der Bauausschusssitzung am Mittwochabend schlug das Gremium mit einer Änderung des Bebauungsplans "Adelsdorf III Fürstenberg", also dem Bereich, in welchem der Kindergarten liegt, das nächste Kapitel auf.

Dies wurde nötig, weil das Areal eigentlich für eine Schule vorgesehen war. Geplant ist der komplette Abriss des alten Gebäudes, ein Neubau sowie großzügige Parkplatz- und Spielflächen. Um das ganze möglichst einfach und belastungsfrei für alle Beteiligten zu gestalten, erfolgt zuerst der Neubau. "Da haben die Kinder dann Spaß, wenn Sie da zuschauen können", so Bürgermeister Karsten Fischkal (FW).

Nach dem Umzug der Kinder in den Neubau wird das alte Gebäude dem Erdboden gleichgemacht, womit Platz für eine großzügige Spielfläche und ausreichend Parkmöglichkeiten geschaffen wird.

Mit der Änderung des Bebauungsplanes machte Fischkal der Diskussion um eine mögliche Wohnbebauung ein Ende. Der Neubau wird ein Kneipp-Kindergarten, womit das Motto steht. Über die möglichen Kosten konnte noch keine Auskunft gegeben werden.

Stattgegeben wurde auch der Verlängerung der Veränderungssperre im Geltungsbereich des Adelsdorfer Marktplatzes. Das heißt im Klartext, dass in diesem Bereich keine Veränderungen, z. B. baulicher Natur, an den Gebäuden erfolgen dürfen, bzw. dürfen diese natürlich auch nicht einfach abgerissen werden. Damit soll verhindert werden, dass während möglicher Planungsprozesse der Gemeinde von den Hausbesitzern Bauvorhaben durchgeführt werden, die dem gewünschten Ortsbild widersprechen.

20 000 Euro für die Chronik

Im Finanzausschuss ging es dann um die Vergangenheit Adelsdorfs. Michael Emanuel Graf v. Matuschka hatte in mühevoller Kleinarbeit die frühe Geschichte der Gemeinde zusammengetragen und in den 90er Jahren in einer Chronik zusammengefasst. Dass dabei die Zeit des Zeiten Weltkriegs ein wenig zu kurz kam, wurde Bürgermeister Fischkal bewusst, als Medien Informationen bezüglich eines Konzentrationslagers in Adelsdorf erbaten. In einem Gespräch mit dem inzwischen verstorbenen Josef Nagengast erfuhr Fischkal, dass es sich nicht um ein KZ, sondern um ein RAD, also um ein Lager des Reichsarbeitsdienstes gehandelt hatte. In diesem Arbeitsdienstlager war damals die Hitlerjugend untergebracht und leistete Arbeitsdienste. Zum Beispiel begradigten sie damals die Aisch.

Fischkal konnte so die die Behauptung vom KZ richtigstellen, gleichzeitig wurde ihm eigenen Angaben zufolge bewusst, dass nun nach und nach die Zeitzeugen verschwinden, die Auskunft geben könnten, über die Vergangenheit. "Wenn wir noch ein paar Jahre warten, dann wird es die Menschen, die damals gelebt haben, nicht mehr geben." Auch Andreas Maier (CSU) erklärte: "Man muss die Chronik fortschreiben, die Zeitzeugen werden weniger."

Geschäftsleiter Wolfgang Mößlein schlug vor, auch die Geschichte der Ortsteile miteinzubeziehen. Letztendlich wurde beschlossen, 20 000 Euro in die Hand zu nehmen und der Stiftung Schloss Adelsdorf den Auftrag zur Fortschreibung der Chronik zu erteilen. Eine der Hauptaufgaben wird es sein, Zeitzeugen zu befragen, um das Puzzle der Adelsdorfer Vergangenheit zu vervollständigen.

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