Oberhaid

Alte Mühle erwacht wieder

Das markante historische Gebäude in Oberhaid soll ein Vorzeigeprojekt werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein Schmuckstück soll die alte Mühle in Oberhaid werden. Foto: Horst Lange
Ein Schmuckstück soll die alte Mühle in Oberhaid werden. Foto: Horst Lange

Aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt die Gemeinde Oberhaid mit Bürgermeister Carsten Joneitis (SPD) die alte historische Mühle am Kirchplatz 9, in unmittelbarer Nachbarschaft des Rathauses gelegen. Bei dem Gebäude handelt es sich um eine im Kern aus dem 17. Jahrhundert stammende Getreidemühle mit Einzeldenkmalstatus, davon zeugt die Jahreszahl 1670 im Quadermauerwerk des Fundaments.

"Uns geht es darum, Heimat, Identität und Kultur zu erhalten und wieder erlebbar zu machen", freut sich der Bürgermeister zusammen mit dem Architekten Matthias Jacob aus Bamberg und Bauamtsleiter Julian Heyse auf den Beginn dieses Mammutprojektes in diesen Tagen.

Nicht ganz billig wird die Totalsanierung dieses zukünftigen Oberhaider Kleinods. Erste Berechnungen im Jahr 2017 ergaben ein Kostenvolumen von rund 1,1 Millionen Euro, mit fortschreitender Teuerung wird es wohl, so die Verantwortlichen, ein bisschen mehr werden. Davon werden bis zu 50 Prozent aus Mitteln der Denkmalpflege bezuschusst. Derzeit wird die alte Mühle geräumt, dann beginnt die Außensanierung. Zu diesem Zweck muss das Gebäude vollständig eingerüstet werden, das Dach wird abgedeckt und die maroden Hölzer entfernt und ausgetauscht.

Es plätschert der Mühlbach

Obwohl derzeit noch der Wind durch eingebrochene Giebelwände pfeift, ist die uralte Mühlentechnik noch vollständig erhalten, sie wird zunächst ausgebaut, aber in Zukunft wieder ausgestellt werden. Die Zukunft der alten Mühle soll, so ist die Planung, in eineinhalb Jahren beginnen und Besuchern sicherlich aus der ganzen Region das handwerkliche Müllerleben veranschaulichen.

Im Inneren der Mühle plätschert immer noch der Mühlbach, das restaurierte Wasserrad wird den alten Steinmahlgang wieder zum Leben erwecken. Als Produkt ist dann ein grober Schrot zu erwarten, je nach Anzahl der Mahlgänge. Dabei wird die alte Mühle nicht nur ein Ort der "Denkmalpflege", sondern auch Treffpunkt für Jung und Alt, für Schulklassen und Kindergärten. Bis zu 25 Personen nimmt der Gastraum im Mühlencafé auf, von wo aus die alte Mühlentechnik beobachtet werden kann.

Ein Höhepunkt wird sicherlich das neu installierte Backhaus im ehemaligen Stall der Mühle mit modernem Ofen oder auch Holzofen sein. Hier können Schulklassen ihr eigenes Brot backen, und im Getreidelehrgarten lernen die Kinder die verschiedenen Getreidesorten kennen. Selbst eine Eisdiele wird in der historischen Mühle eine Heimat finden.

Alle historisch noch vorhandenen Ausstattungsgegenstände wie Türen, Truhen oder Treppen sollen, soweit noch genügend Substanz vorhanden, restauriert und wieder eingesetzt werden, kleine Sanitäreinheiten entstehen im Raum rechts der Eingangstür im Trockenbau.

Die Vorfreude ist bei Bürgermeister, Gemeinderat und sicherlich allen Oberhaider Bürgern riesig. Statt die alte Mühle, die erst seit drei Jahren wieder im Besitz der Gemeinde ist, dem endgültigen Verfall preiszugeben, entsteht nun ein Vorzeigeprojekt mit einer Strahlwirkung sicherlich weit über die Grenzen Oberhaid hinaus.

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren