Kronach

Alt und Neu finden zusammen

Die Volkshochschule geht mit großen Schritten ihrer Fertigstellung entgegen. An den Fassaden ist nicht mehr viel zu tun, doch im Inneren herrscht immer noch Hochbetrieb.
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Marco Meissner Mit einem lauten Zischen schießt eine Substanz aus dem Sprüher. Was auf den ersten Blick wie ein Dampfstrahler wirkt, ist ein Gerät, das Putz aufträgt. Ein Handwerker arbeitet sich damit Meter für Meter im Gang des VHS-Altbaus an der Wand entlang vor, während sein Kollege ihm folgt und die frisch aufgetragene Schicht glatt streicht.

"Im Altbaubereich verwenden wir Kalkputz", erklärt Gregor Fischer vom Architektenbüro Spindler+. Das habe einen guten Grund. "Er ist zwar etwas aufwendiger zu verarbeiten, aber verträgt sich am besten mit der alten Bausubstanz." Fischer denkt dabei an die Feuchtigkeit, die sich gerne in alten Gemäuern aufhält. Daher wäre ein Putz auf Gipsbasis ein Problem. Außerdem schaffe der Kalkputz ein besseres Raumklima.

Kilometer an Kabeln

Erhalten bleibt im Altbau weitgehend die von früheren Schulzeiten her gewohnte Aufteilung in die damaligen Klassenzimmer, also in vier größere Räume pro Stockwerk. Neu sind allerdings die zig Kilometer an Kabeln, die nun das Gebäude durchziehen. Die moderne Technik, die eine Bildungsstätte heute benötigt, machte sie erforderlich. Modern ist auch das neue Konzept für die Beheizung. Gewonnen wird die Energie umweltschonend über eine Geothermie-Anlage, abgegeben wird sie über Deckenstrahlplatten. So zeitgemäß der Bau nach der Sanierung sein wird, legen die Verantwortlichen doch ein großes Augenmerk auf den Erhalt seiner historischen Merkmale. "Die alte Eingangstür kommt wieder rein. Sie wird gerade hergerichtet", erklärt Kreiskämmerer Günther Daum. "Sie ist ein Schmuckstück!", ergänzt Fischer. Die beiden weisen aber auch auf die teilweise historischen Fenster hin, die wieder eingebaut wurden. Und die Treppe, die wieder hergerichtet wird, ziert immer noch der Jahrzehnte alte Wegweiser zum Direktorat.

Energetische Sanierung

Energetisch wird das Gebäude so gut in Schuss gebracht, wie es bei einem Altbau nur geht. Noch besser wird da der Standard des Neubaus sein, dessen verglaste Fassade, wie die steinerne des alten Gebäudes, inzwischen fast fertig wirkt. Einige Sprossenelemente gegen die Sonneneinstrahlung und für die Optik werden allerdings noch angebracht.

Innen wird bereits an den Fußböden gearbeitet. Auch der Aufzug, der zur Barrierefreiheit des gesamten Hauses beiträgt, ist schon installiert.

Deshalb sind Daum und Fischer weiter zuversichtlich, den Zeitplan einhalten zu können. "Wir halten am Ziel fest, das Frühjahrssemester 2020 hier beginnen zu lassen", betont Daum. Verzögerungen dürfe es allerdings keine mehr geben, "denn wir haben keine Reserven mehr".

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