Coburg
Informationstafel

"Alt-Katholische Pfarrkirche Sankt Nikolaus"

Die Sankt-Nikolaus-Kapelle am Coburger Rosengarten ist befördert worden? Der Lions-Club Coburg Veste hat der Kirchengemeinde Sankt Nikolaus einen neuen Schaukasten spendiert. Und die Informationstafel...
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Die Sankt-Nikolaus-Kapelle am Coburger Rosengarten wird auf der Informationstafel am neuen Schaukasten als "Alt-Katholische Pfarrkirche Sankt Nikolaus" bezeichnet. Foto: Martin Koch
Die Sankt-Nikolaus-Kapelle am Coburger Rosengarten wird auf der Informationstafel am neuen Schaukasten als "Alt-Katholische Pfarrkirche Sankt Nikolaus" bezeichnet. Foto: Martin Koch

Die Sankt-Nikolaus-Kapelle am Coburger Rosengarten ist befördert worden? Der Lions-Club Coburg Veste hat der Kirchengemeinde Sankt Nikolaus einen neuen Schaukasten spendiert. Und die Informationstafel am Schaukasten bezeichnet das kleine Gotteshaus, das wohl im 15. Jahrhundert an der damals sumpfigen Zollbauerswiese entstanden ist, jetzt als "Alt-Katholische Pfarrkirche Sankt Nikolaus". Im Coburger Sprachgebrauch spricht man ja von der Nikolauskapelle oder - nach noch älterer Gewohnheit - von der Nikolaikapelle, quasi mit eingebautem, verstecktem lateinischen Genitiv.

Kapelle oder Pfarrkirche? Das ist im deutschen Sprachgebrauch nicht eindeutig geregelt. Nimmt man die Größe als wesentliches Unterscheidungsmerkmal, dann könnte man wohl eher von einer St.-Nikolaus-Kapelle reden.

Andererseits ist das Gotteshaus doch Zentrum einer eigenständigen Gemeinde mit einem eigenen Kirchenvorstand und regem Gottesdienst- und Veranstaltungsleben. Dann also doch eine echte Pfarrkirche.

Die Marienkapelle am Würzburger Marktplatz heißt zwar auch Kapelle, ist aber vom Bauvolumen her doch eine wuchtige gotische Hallenkirche, in der fast jeden Tag die Messe gefeiert wird. Die Martin-Luther-Kapelle auf der Veste Coburg war unter dem Patrozinium der Apostelfürsten Peter und Paul auch mal eine richtige Pfarrkirche, mit der Liebfrauenkirche (Marienkirche) in Seidmannsdorf als Filiale. Und die Sixtinische Kapelle in Rom weist auch nicht auf einen Posaunenchor hin.

Eine ökumenische Geschichte

Die Hinweistafel an der "Pfarrkirche St. Nikolaus" weist auf die ökumenische Geschichte der kleinen Kirche hin. Diese diente im Laufe der Jahrhunderte insgesamt fünf Bekenntnissen: Von 1873 bis 1929 war sie die Synagoge der jüdischen Gemeinde in Coburg. Nach der aktuellen politischen Geografie wäre ihr Patron Nikolaus heute ein Türke. Er war der Bischof in Myra, dem heutigen Demre an der türkischen Mittelmeerküste. Sein Gedenktag ist im Westen der 6. Dezember.

Dem Nikolaus sind im Coburger Land noch weitere Kirchen in Heldritt, Großgarnstadt und Weitramsdorf geweiht. mako

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