Pfaffendorf
Gnadenhochzeit

Als sie heirateten, wurde die D-Mark eingeführt: Die Ehe war beständiger

70 Jahre sind Werner und Gertrud Bayersdorfer aus Pfaffendorf verheiratet, miteinander durch dick und dünn gegangen. Am Dienstag feierten sie das seltene Fest der Gnaden- oder Platinhochzeit, und das ...
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Gertrud und Werner Bayersdorfer am 70. Hochzeitstag Foto: Helmut Will
Gertrud und Werner Bayersdorfer am 70. Hochzeitstag Foto: Helmut Will
70 Jahre sind Werner und Gertrud Bayersdorfer aus Pfaffendorf verheiratet, miteinander durch dick und dünn gegangen. Am Dienstag feierten sie das seltene Fest der Gnaden- oder Platinhochzeit, und das bei relativ guter Gesundheit. Die beiden sagen: "Wir sind glücklich und mit unserem Leben insgesamt zufrieden."
Das Jubelpaar erinnert sich an die Währungsreform des Jahres 1948, die zu den bedeutendsten wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Nachkriegsgeschichte zählt. "In diesem Jahr gaben wir uns in der Kirche in Altenstein, wo wir mit einem Omnibus zusammen mit unseren Gästen von Pfaffendorf hochgefahren sind, das Jawort, und unser Konto war auf null", erinnert Werner Bayersdorfer.
Er ist in Marbach geboren, seine Ehefrau in Pfaffendorf. Gelernt hat der Jubilar den Beruf eines Elektrikers und war ab dem Jahr 1950 im Basaltwerk in Voccawind ein Jahr "an der Lore" beschäftigt. "Mit der Lore wurde das Gestein vom Steinbruch auf den Zeilberg runter nach Voccawind mit einer Seilbahn transportiert", erläutert der Jubilar. Weitere fünf Jahre verbrachte er dann als Elektriker in der Werkstatt des Basaltwerkes, bevor er 1956 zur Firma Kugelfischer nach Ebern wechselte. Dort arbeitete er bis zu seinem 62. Lebensjahr, um dann in Rente zu gehen.
Für eineinhalb Jahre war Bayersdorfer Bürgermeister in Pfaffendorf, bevor die Eingemeindung nach Maroldsweisach erfolgte. Auch war er im dortigen Gemeinderat. Mitglied ist er bei der Blaskapelle, im Sport- und Angelverein. Hobbys hat er keine, aber viele Talente, wie seine Frau erzählt. "Der hat ein Geschick für alles, was Reparaturen betrifft", sagt sie.
Gertrud Bayersdorfer geborene Wöhnert ist ein echtes "Pfaffendorfer Kind". Dort geboren und aufgewachsen, verbrachte sie ihr gesamtes Leben in dem Ort. Sie erlernte den Beruf einer Damenschneiderin, machte die Meisterprüfung und war auch einige Zeit selbstständig. "Das wollte ich dann aber nicht mehr und habe mich nur noch mit Problemfällen mancher Frauen schneiderisch beschäftigt", lacht sie. Neun Jahre arbeitete sie bei der Firma Kugelfischer in Ebern bis zu ihrem 60. Lebensjahr im Versand.
Auch sie ist eine "Vereinsmeierin", Mitglied beim Obst- und Gartenbauverein und beim Sportverein. "Mein Mann und ich sind gerne in Urlaub gefahren und waren auch, als wir noch jünger waren, viel mit dem Fahrrad unterwegs", sagt die Jubilarin, die an ihrem Jubeltag 88 Jahre ist. Ihr Mann Werner ist 89 Jahre.
Ein Rezept, wie man 70 Jahre miteinander verheiratet sein kann, hat das Jubelpaar nicht parat. "Wir hatten Höhen und Tiefen und es lief auch bei uns nicht immer alles zum Besten, aber wir haben uns durchgerauft und sind noch heute glücklich", sagt Werner Bayersdorfer, und seine Jubelbraut nickt zustimmend.
In ihrem Haus wohnen sie zusammen mit einem Sohn und einem Enkel. "Jeder hat seine eigene Wohnung und wir können uns auch noch alleine gut versorgen", sagt die Jubilarin. Das Jubelpaar hat zwei Kinder und vier Enkel. "Urenkel sind unterwegs", verrät die Jubelbraut und strahlt dabei.
Zum Fest gratulierten Landrat Wilhelm Schneider, Bürgermeister Wolfram Thein, Gemeinderat Günter Reß - auch als Vorsitzender des Feuerwehrvereins - und die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, Janett Brehm.
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