Hausen

Als Hausen Bahnhalt war

Hermann Meißner hat die Post- und Eisenbahngeschichte von Hausen aufgearbeitet und nun in Schriftform der Gemeinde überreicht.
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Das frühere Bahnhofsgebäude in Hausen Repro: privat
Das frühere Bahnhofsgebäude in Hausen Repro: privat
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Hermann Meißner aus der Gemeinde Hausen ist seit Jahren mit der Aufarbeitung der Post- und Eisenbahngeschichte beschäftigt. Nun überreichte der Wimmelbacher die Eisenbahngeschichte der Gemeinde Hausen in Papierform an Bürgermeister Gerd Zimmer (SPD).

Hermann Meißner, technischer Fernmeldebetriebsinspektor a. D., benutzte als Quellen das Tagblatt Forchheim und Bamberg, den Aischtalboten und Wiesentboten sowie das Eisenbahn- und Postarchiv Nürnberg. Der Bau der Nebenbahnlinie Forchheim - Höchstadt/A. erfolgte im 19. Jahrhundert. 1884 gab es schon Argumente für den Bau einer Lokalbahn.

Baubeginn der Nebenbahn

Am 22. Oktober 1885 war Baubeginn für die Nebenbahn Forchheim - Ebermannstadt. 1889 wurde eine Bausektion in Forchheim eingerichtet. Auf dem Gleis 1, das von Forchheim Richtung Trubbach führte, fuhren die Züge nach Ebermannstadt und ab 16. Oktober 1892 auch nach Höchstadt. Am Stellwerk 3 fuhr der Zug nach Überquerung der Hauptgleise der Strecke Nürnberg - Bamberg Richtung Ebermannstadt, während das Gleis 1 weiter Richtung Höchstadt führte. Im Bahnhof Forchheim wurden die Gleise Richtung Ebermannstadt und später nach Höchstadt zusammengefasst zu Gleis 1.

Die Eisenbahngeschichte von Hausen begann mit der Probefahrt auf der 22,7 Kilometer langen Strecke am 8. November 1892. Die offizielle Eröffnungsfahrt auf der Nebenbahnstrecke war am 16. November mit der Dampflokomotive "Ebermannstadt", die bis dahin auf der Strecke Forchheim - Ebermannstadt eingesetzt war.

Im April 1945 sprengten deutsche Truppen die Eisenbahnbrücke über die Regnitz. Im April 1946 wurde der Eisenbahnbetrieb über eine provisorische Brücke wieder aufgenommen. Mit dem Bau der neuen Eisenbahnstahlbrücke wurde im Juni 1948 begonnen. Die Fertigstellung war Ende 1949.

Wegen des Verkehrsaufkommens auf dieser Nebenlinie konnte nur an Samstagen und Sonntagen gebaut werden. Am 30. September wurde der Bahnpostbetrieb auf der Strecke nach Höchstadt eingestellt und durch LdP-Fahrten (Landpostdienst) ab dem 1. Oktober 1959 ersetzt.

Wer der erste Bahnagent in Hausen bis zum 31. Januar 1904 war, ist nicht bekannt. Ab dem 1. Februar bis Dezember 1925 war Johann Georg Wagner Bahnagent in Hausen. Der Ökonom unterschrieb in Bamberg ein Übereinkommen zur Besetzung der Bahnagentur an der Haltestelle Hausen. Ihm folgte sein Sohn Johann Georg Wagner jun. bis Mai 1935. Von ihm gibt es noch einen Lohnabrechnungszettel vom Mai 1926.

Als Lokomotivführer ist bis Januar 1897 ein Andreas Müller bekannt. Eine Fahrkarte Forchheim - Hausen kostete im Juni 1908 zehn Pfennige.

Das an der Haltestelle Hausen errichtete eingeschossige Bahnhofsgebäude beherbergte neben dem Dienst- und Warteraum auch einen Güterschuppen und eine Toilette. Abweichend vom Nebenplan wurden das Gebäude in Hausen sowie die Gebäude in Neuhaus und Gremsdorf kürzer ausgeführt und die Raumgliederung verändert. Im Juni 1973 wurde das Bahnhofsgebäude abgerissen und durch eine Unterstellhalle ersetzt.

Die Grundstücke der alten Gleisanlagen wurden ab 2001 verpachtet und ab 2010 von der DB-Netze verkauft. red

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