Bamberg

Als die Synagoge brannte

Die Stadt lädt zusammen mit der Israelitischen Kultusgemeinde am Freitag zur Gedenkstunde an die Pogromnacht vor 80 Jahren auf den Synagogenplatz ein.
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Die fünfte Synagoge Bambergs, erbaut am Wilhelmsplatz, wurde in der Reichspogromnacht vor 80 Jahren zerstört.  Foto: Stadtarchiv Bamberg
Die fünfte Synagoge Bambergs, erbaut am Wilhelmsplatz, wurde in der Reichspogromnacht vor 80 Jahren zerstört. Foto: Stadtarchiv Bamberg

2018 jährt sich die Reichspogromnacht zum 80. Mal. Die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse verblasst, Zeitzeugen sterben, Stimmen, die die Geschehnisse verharmlosen, sind unüberhörbar. Zeit, ein Zeichen zu setzen. Das tut die Stadt Bamberg, indem sie am Freitag, 9. November, um 16.30 Uhr zur Gedenkstunde mit der Israelitischen Kultusgemeinde auf dem Synagogenplatz einlädt.

In der Nacht des 9. November 1938: Alle Eingänge der Bamberger Synagoge am Wilhelmsplatz werden mit der Parole "Juden raus!" beschmiert. Nach 24 Uhr dringen Männer gewaltsam in die Synagoge ein und legen an mehreren Stellen Feuer. Der eintreffenden Feuerwehr wird befohlen, nicht zu löschen und nur die Nachbargebäude zu schützen. Willy Lessing, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde, der die Thora und andere Kultgegenstände in Sicherheit bringen will, wird schwer misshandelt. Er stirbt an den Folgen seiner Verletzungen im Januar des darauffolgenden Jahres. Die Ruine der Synagoge wird im März 1939 gesprengt. Die Abrisskosten in Höhe von 30 000 Mark werden der jüdischen Gemeinde in Rechnung gestellt.

Zum Gedenken an diese schrecklichen Ereignisse werden Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und Arieh Rudolph, Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Bamberg, vor dem Mahnmal am Synagogenplatz Kränze niederlegen und Gedenkworte sprechen. Die musikalische Umrahmung obliegt Mitgliedern des Synagogenchors Bamberg unter der Leitung von Dimitry Braudo. Außerdem werden zahlreiche Schüler von Kaiser-Heinrich-Gymnasium, Franz-Ludwig-Gymnasium, Eichendorff-Gymnasium und den Maria-Ward-Schulen zu Wort kommen.

Im Anschluss lädt die Israelitische Kultusgemeinde um 18 Uhr in die Synagoge, Willy-Lessing-Str. 7a, zum Kabbalat Schabbat ein. Den Gottesdienst mit Predigt hält Rabbiner Salomon Almekias-Siegl. Nach dem Gottesdienst, gegen 19 Uhr, besteht die Möglichkeit zu weiteren Gesprächen.

Die Bevölkerung ist eingeladen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen und der Opfer der Reichspogromnacht und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu gedenken, heißt es in der Mitteilung aus dem Rathaus. Die Urbanstraße ist für die Dauer der Gedenkstunde für den Verkehr gesperrt. red

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