Coburg

Als das Ketschentor verschwand

Der neue Abrisskalender der Altstadtfreunde erinnert an markante Gebäude.
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Das Innere Ketschentor stand einst an der Einmündung der Ketschengasse in den Albertsplatz. 1791 wurde es abgerissen - unter anderem, weil der Unterhalt zu teuer geworden war. Foto: Altstadtfreunde
Das Innere Ketschentor stand einst an der Einmündung der Ketschengasse in den Albertsplatz. 1791 wurde es abgerissen - unter anderem, weil der Unterhalt zu teuer geworden war. Foto: Altstadtfreunde
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Wer erinnert sich noch an den "Gasthof zum Bären" in der Spitalgasse? An seiner Stelle steht heute ein nüchterner Neubau, in dem Kleidung statt Klößen angeboten wird. Wie der Gräfsblock zu seinem Namen kam, warum es das Innere Ketschentor nicht mehr gibt und was aus der "Villa Valesca" wurde, weiß wohl auch nicht mehr jeder Coburger. Der neue Abrisskalender der Altstadtfreunde - der inzwischen sechste - gibt Aufschluss.
Werner Minier hat zwölf interessante Objekte gefunden. Er begab sich auf die Suche im Stadt- und Staatsarchiv, bei der Initiative Stadtmuseum und bei Coburgern, die noch im Besitz historischer Fotos sind. Namentlich sind Rupert Appeltshauser, Christian Boseckert, Gerhard Eckerlein und Karl-Ulrich Pachale genannt.
Der Kalender für das Jahr 2018 ist wie die Vorgänger aufgebaut: Dem großen historischen Schwarz-Weiß-Foto wird ein kleines aktuelles Farbfoto gegenübergestellt. Die Gestaltung hat wieder Michael Heinrich übernommen, den Druck der Veste-Verlag.
Es gehe ihm nicht darum, mit erhobenem Zeigefinger auf Bausünden der Vergangenheit hinzuweisen, betont Werner Minier. Vielmehr solle "das Gefühl für Sensibilität bei zukünftigen Entscheidungen" geschärft werden, um Fehlentwicklungen zu vermeiden. Und da sieht der Autor in Coburg derzeit eine positive Entwicklung. "Besonders erfreulich hat sich die Situation in der jüngeren Vergangenheit in der Stadt entwickelt, wo insbesondere von privater Seite die Erhaltung oder sogar der Rückbau auf die historische Form von Baudenkmälern immer häufiger stattfindet."
Dabei wird nicht verhehlt, dass so manches Prunkstück aus der Stadt verschwunden ist, weil es zur Zeit seines Abrisses kaum zu erhalten war. Zum Beispiel das Innere Ketschentor, das 1791 weichen musste. Die Gründe: "das Ende feindlicher Bedrohung, der hohe nicht mehr zu rechtfertigende finanzielle Unterhalt und Hygienegründe". Oder die repräsentative Villa Valesca am Neuen Weg. Sie wurde 1945 durch Artilleriebeschuss schwer beschädigt und durch das dadurch verursachte Feuer zerstört. Ein an dieser Stelle nach dem Zweiten Weltkrieg durch die evangelische Freikirche errichteter Neubau nutzt heute der Verein "Schlaraffia Coburg".
Der Verkauf des Kalenders startet am kommenden Samstag von 10 bis 14 Uhr am Stand der Altstadtfreunde in der Spitalgasse.
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