Hoch hinaus konnte die Freiwillige Feuerwehr von Zeil schon immer. Seit Gründung der Wehr vor fast 150 Jahren war Zeil durchgehend der Standort einer Leiter. Von vier auf zwölf, dann auf 16 und jetzt also: 18 Meter hoch und mit einer Ausladung von 14 Metern. Die neue Drehleiter vom Typ DLK 18/14 wurde am Sonntag vom katholischen Ruhestandspfarrer Reiner Fries und dem evangelischen Pfarrer Hans-Christian Neiber feierlich gesegnet. Sie stellt nun sicher, dass alle Gebäude von Zeil, die Hochhäuser genauso wie die Häuser, die in den engen Gassen der Innenstadt eingezwängt sind, im Notfall erreicht werden können.
Doch das beste Gerät nutzt nichts, wenn nicht genügend Menschen da sind, die dieses Gerät fachkundig zum Einsatz bringen können. Zehn Zeiler Floriansjünger opferten im vergangenen Jahr mehrere Tage ihres Jahresurlaubs, um an der neuen DLK 18/14 geschult zu werden. Einer davon ist Mario Krämer. Er ist Gerätewart der Freiwilligen Feuerwehr Zeil und kennt quasi jedes Schräubchen an der DLK 18/14 persönlich. Mehr als 100 Stunden hat er das neu erworbene Auto umgerüstet, ergänzt, "aufgehübscht" und zweckmäßig hergerichtet.
Nötig war das, weil die neue Drehleiter ein Gebrauchtwagen ist. Ein neues Fahrzeug dieses Typs hätte rund 650 000 Euro gekostet und das hätte die Stadt sicher nicht berappen können. Schon vor Monaten hatte der Stadtrat die 55 000 Euro teure Anschaffung gebilligt, die jetzt offiziell übergeben wurde.
Mit viel Recherche und Eigeneinsatz der engagierten Feuerwehrleute, die Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) in seiner Rede mit großem Lob bedachte, war in Berlin ein Auto ausfindig gemacht worden, das bezahlbar und zweckmäßig für Zeil ist. "Es macht ab sofort die Stadt ein bisschen sicherer", erläuterte der Kommandant Tobias Hetterich in seiner Festrede.
Die Einsatzmöglichkeiten sind sehr vielfältig. Löschwasserabgabe von oben, Menschenrettung aus Höhen bis 24 Metern, Rettung auch aus Tiefen, Kranfunktion mit einer Hubleistung bis 2,5 Tonnen sind nur die wichtigsten Funktionen, die der Wehr nun zur Verfügung stehen. Bereits vier Mal war der Wagen bereits im Einsatz und mit ihm die vielen freiwilligen Helfer.
Momentan besteht die Zeiler Wehr zusammen mit den umliegenden Löschtrupps aus rund 150 aktiven Männern und Frauen. Starke Jugendgruppen lassen den Kommandanten zuversichtlich in die Zukunft schauen. Alle zusammen leisten jährlich etwa 4500 Stunden für Ausbildung, Materialpflege, Übung und Einsatz für die Sicherheit der Menschen in und um Zeil. Da könnten 15 Euro Beitrag als förderndes Vereinsmitglied ein Ausdruck der Wertschätzung sein und seien als Unterstützung und Sicherung der zukünftigen Feuerwehrbereitschaft mit Sicherheit gut investiertes Geld, erläuterte der Vereinsvorsitzende Volker Winkelmann.