Gößweinstein

Aktion für Frieden

Das Wallfahrtsmuseum Gößweinstein lädt am Sonntag zu Friedensaktionen ein. Es geht um den Palästina-Konflikt und Atomwaffen.
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"Museen - Zukunft lebendiger Traditionen" lautet das Motto des internationalen Museumstages am 19. Mai. Das Wallfahrtsmuseum Gößweinstein (WMG) bietet am Sonntag vor dem Hintergrund der aktuellen Friedensfrauenausstellung mehrere Anregungen und Möglichkeiten für persönliches, zukunftsorientiertes Handeln - bei gutem Wetter in einem Friedensaktions-Pavillon vor dem Museum, sonst im Eingangsbereich und in der Sonderausstellung des WMG.

Von 11 bis 16.30 Uhr wird zum "Malen für den Frieden" eingeladen. Die überparteiliche Friedensfrauengruppe "Women Wage Peace" aus Israel-Palästina sammelt weltweit eine Million gemalte Stücke für den Frieden ("Piece for Peace"), um eine diplomatische Lösung des blutigen Konfliktes voranzubringen. "Women Wage Peace" ist Kooperationspartner der aktuellen Sonderausstellung im Wallfahrtsmuseum.

Die dort unter anderem zu sehenden "Peace Quilts" sind Teile des gemalten Friedensteppichs, der zwischen Jerusalem und Ramallah ausgelegt werden soll. Jeder ist aufgerufen, daran mitzuwirken. Material wird gestellt, die Ausführung erfolgt unter professioneller Anleitung. Während der Aktionsdauer stehen Joachim Schneider und Susanne Großmann, zwei Vorstandsmitglieder vom Pax-Christi-Diözesanverband Bamberg mit Informationen rund um das Thema aktive Gewaltfreiheit bereit.

In zwei halbstündigen Einheiten (Kurzvortrag samt Diskussion) werden sie ganz konkret: Um 11.58 Uhr heißt es, "Zwei Minuten vor zwölf! Atomwaffenfrei! - Büchel ist überall". Es wird diskutiert, wie durch gewaltfreien Widerstand die atomare Abrüstung beschleunigt werden kann. Am deutschen Atomwaffenstandort Büchel (Eifel) werden 20 US-Atomwaffen durch Flugübungen der Bundeswehr einsatzbereit gehalten und darüber hinaus modernisiert. Exemplarisch wird der zivile Ungehorsam geschildert, der dort seit Jahren stattfindet: So gingen am 23. Juli 2018 fränkische Friedensaktive durch den Zaun auf die Startbahn und störten den Flugverkehr. Anstehende Gerichtsverfahren wegen Hausfriedensbruch werden weitere Gelegenheiten bieten, um die Öffentlichkeit für die atomare Bedrohung zu sensibilisieren.

Um 14 Uhr geht es weiter unter dem Motto "Hör nie auf das, was andere über dich denken!". Mit Rollenspielen soll gezeigt werden, wie mithilfe gewaltfreier Kommunikation nach Marshall Rosenberg gelassen und selbstbewusst auf verbale Attacken reagiert werden kann. Der "Angriff" verwandelt sich dadurch in eine Begegnung auf Augenhöhe, die beide Seiten der Versöhnung näherbringt, ohne Schuld- oder Schamgefühle zu hinterlassen.

Mit Friedensliedern unter dem Titel "Farben für den Frieden" bietet der Fränkische-Schweiz-Chor unter der Leitung von Wolfgang Junga den musikalischen Abschluss um 16 Uhr in der Basilika. Der Eintritt in das Museum ist an diesem Tag frei. red

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