Kulmbach
ausstellung

Aktbilder-Vernissage lockte viele Besucher in die Galerie Kotyba im Oberhacken

Lag es am Thema oder an der großen Zahl interessanter Künstler? Jedenfalls scheint es so, dass es das Publikum anzieht, wenn Modelle sich ausziehen. Überwältigend war die Resonanz bei der Ausstellung ...
Artikel drucken Artikel einbetten
"Akt ist Fakt" ist in der Galerie Marion Kotyba (Fünfte von links) im Oberhacken zu sehen. Foto: privat
"Akt ist Fakt" ist in der Galerie Marion Kotyba (Fünfte von links) im Oberhacken zu sehen. Foto: privat

Lag es am Thema oder an der großen Zahl interessanter Künstler? Jedenfalls scheint es so, dass es das Publikum anzieht, wenn Modelle sich ausziehen. Überwältigend war die Resonanz bei der Ausstellung "Akt ist Fakt", die derzeit in der Galerie Marion Kotyba zu sehen ist. Mit der Exposition betritt die Kulmbacher Galeristin und Künstlerin ein ebenso exotisches wie umstrittenes Terrain. Eine Aktausstellung in einer Stadt mit der Größenordnung Kulmbachs zu wagen, erfordert Courage. Das bewertete der OB Henry Schramm ebenso. Er würdigte den Mut der Galeristin, dieses Wagnis einzugehen.

Die Galeristin war sich bewusst, dass man mit derlei Aufnahmen zweifelsohne ein sehr heikles Gebiet betritt, brach aber eine Lanze für dieses Genre: "Kunst ist nicht keusch", habe bereits Pablo Picasso festgestellt. Kotyba ging auf die Plastiken ein, die einen Bogen zu den Akt-Aufnahmen spannen. Dazu gehören Arbeiten von Bärbel Kießling aus Marktredwitz, deren favorisiertes Material Ton ist. Ralf Vizethum arbeitet in Culm bei Mistelgau. In seiner Atelier-Werkstatt entstehen außergewöhnliche Arbeiten in Eisen und Holz.

Den fotografischen Part der Ausstellung beleuchtete Klaus Rößner. Er warnte davor, die Darstellung des nackten menschlichen Körpers reflexhaft in die Schmuddelecke zu verbannen. In der Kunst komme es nicht auf das "Was" an, sondern auf das "Wie". Der Laudator stellte die Fotografen vor. Dazu gehört Manfred Ströhlein, der ehemalige Vorsitzende des FAC Mainleus/Kulmbach. Er zeigt Aktaufnahmen, die im Deutschen Dampflokomotiv-Museum Neuenmarkt entstanden sind. Werke alter Meister hat sich Michael Tschökell aus Thüringen zum Vorbild genommen. Er fotografiert sie mit dem Stilmittel der Lichtmalerei. Einen betont surrealen Ansatz pflegt die Kulmbacherin Waltraud Caroline Keyn. Gerhard Pöhlmann kapriziert sich auf den Bereich der gegenständlichen Fotografie im sepia-getonten Pin-Up-Stil. red

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren