Aisch
Fortbildung

Aischer Metzgermeister ist jetzt "Fleischsommelier"

Er weiß, wie trendige Flank- oder Tenderloin-Steaks geschnitten und edle Rindfleischstücke mit Methoden wie "Dry Aged" oder "Whisky Aged" veredelt werden, wie Wild zerlegt oder der perfekte Garpunkt a...
Artikel drucken Artikel einbetten
Matthias Mönius
Matthias Mönius

Er weiß, wie trendige Flank- oder Tenderloin-Steaks geschnitten und edle Rindfleischstücke mit Methoden wie "Dry Aged" oder "Whisky Aged" veredelt werden, wie Wild zerlegt oder der perfekte Garpunkt auf dem Grill erreicht wird. Auch mit Ethik in der Tierhaltung und neuesten Verbraucherschutzrichtlinien kennt er sich aus: Matthias Mönius aus Aisch ist "Fleischsommelier". Der 39-Jährige, der als Metzgermeister in der Metzgerei Mönius in Aisch tätig ist, holte sich dieses Fortbildungsprädikat bei einem Kurs an der Bayerischen Fleischerschule in Landshut.

Dabei befand sich der lerneifrige Handwerker in exklusiver Gesellschaft: Dieses neuntägige Intensivtraining für Gehirnzellen und Geschmacksnerven war auf 21 Teilnehmer beschränkt und lockte berufserfahrene Metzgermeister und andere Praktiker aus dem Fleischbereich an. Drei Frauen und 18 Männer im Alter von 18 bis 56 Jahren nahmen teils lange Wege auf sich - aus Bayern, Baden-Württemberg, Berlin bis Schleswig-Holstein kamen sie zum Büffeln an die Isar, teilt die Schule mit.

Freude und Genuss vermitteln

Dort erlebten sie Vorträge, Workshops und Exkursionen unter Leitung internationaler Fleischexperten - von Produktion und Kulinarik bis zu Verkostungen rarer Fleischsorten wie Wagyu aus Japan. Sie wurden sensibilisiert für feinste Nuancen von Beef bis Pork, Veredelungsmethoden und Themen von ethischer Tierhaltung bis Metzgereimarketing.

"Sie sind jetzt professionelle Verkoster, Prüfer von Fleischqualität und dazu berufen, den Verbrauchern Spezialitäten schmackhaft zu machen, ihnen nicht nur Sättigung, sondern Freude, Genuss und Wohltat zu vermitteln." Mit dieser Laudatio würdigte Sensorik-Dozent Manfred Winkler die neu erworbenen Fähigkeiten der Kursteilnehmer bei der Zeugnisübergabe.

Da der Begriff "Sommelier" aus dem Französischen kommt und so viel heißt wie "Mundschenk", definierte er ihre Rolle so: "Sie interpretieren und übersetzen für die Kunden die Vorteile und Besonderheiten von Fleisch." Sie trügen dazu bei, dass im "Wurstland Deutschland" nicht nur Fleisch, sondern auch dessen hochwertige Erzeugnisse einen würdigen Platz in der Ernährung behielten.

Als "absolute Experten des edlen Rohstoffs Fleisch" würdigte Christian Läpple, Vizepräsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, die Absolventen nach bestandener Prüfung. Neben Schul-Gesellschafterin Katrin Barth würdigte auch Geschäftsführerin Barbara Zinkl die Leistungen der Absolventen: Keiner habe sich auf den Lorbeeren des Meisterbriefs oder Verkaufsleiter-Abschlusses ausgeruht, sondern auf hochwertige Weiterbildung gesetzt, um das metzgertypische Kernprodukt Fleisch noch besser kennenzulernen. Mit diesem Können und Fachwissen könnten Fachgeschäfte und das Handwerk punkten. red

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren