Ailersbach

Ailersbacher räumen Kirche aus

Das Kleinod in dem südlichen Höchstadter Ortsteil wird renoviert. Die Bürger packen dabei kräftig mit an. Innenraum und Bänke der Martinskirche bekommen einen neuen Anstrich.
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Die Kirche ist aus-, die Altäre sind abgeräumt. Kirchenpfleger Klaus Lehmann legt bei den Vorarbeiten selbst Hand an.
Die Kirche ist aus-, die Altäre sind abgeräumt. Kirchenpfleger Klaus Lehmann legt bei den Vorarbeiten selbst Hand an.
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Andreas Dorsch Es war fast schon lebensgefährlich, was dieser Tage eine Gruppe kräftiger Männer in dem südlichen Höchstadter Ortsteil Ailersbach auf sich nahm.

Die Männer schleppten die 14 massiven Holzbänke aus ihrer St.-Martins-Kirche in eine Scheune in der Nachbarschaft. Auf dem kurzen Weg mussten sie immer wieder die Ortsstraße queren und da soll es eine ganze Reihe von Autofahrern gegeben haben, die der Kirchenbank-Transport nicht zum Bremsen animierte.

Die kleine, spätgotische Ailersbacher Martinskirche ist jetzt jedenfalls ausgeräumt. Die Bänke werden in der Scheune wieder aufgemöbelt und bekommen einen neuen Anstrich. Neben den Bänken wurden auch die drei Altäre abgeräumt, die Bilder abgehängt - samt der 14 massiven Metallplatten aus dem Jahr 1891, auf denen die Kreuzwegstationen verewigt sind.

Den Anstoß für die jetzt anlaufende Sanierung gab Kirchenpfleger Klaus Lehmann. "Vor einem Jahr haben wir beschlossen, dass wir was machen müssen", sagt der Höchstadter, dem das Ailersbacher Kirchlein besonders am Herzen liegt. "Die Bänke sind marode, an den Wänden platzt der Putz ab und die Nebenräume sind sanierungsbedürftig", so Lehmann.

Die denkmalgeschützte Martinskirche in Ailersbach gilt weit über dessen Grenzen hinaus als Kleinod in der Dorfgemeinschaft. Der ehrenamtliche Kirchenpfleger möchte, dass die Kirche lebt, die Ailersbacher bei der Sanierung mitmachen und dann auch gerne wieder in ihre Kirche kommen. Dass die Bürger hinter ihrer Kirche stehen und mithelfen, hat sich schon beim Ausräumen gezeigt.

Lehmann hat alle anstehenden Arbeiten mit dem Erzbistum Bamberg und dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt. Er selbst trifft dieser Tage die letzten Vorbereitungen und überlässt das Feld dann Fachfirmen. Weil sich sein Berufsleben um Baumaßnahmen drehte, hat Lehmann sogar Baustellen-Thesen an die Kirchentür geschlagen - Hinweise an die Handwerker, worauf sie in dem Gotteshaus besondere Rücksicht nehmen sollten.

Die Kosten für die jetzt laufenden Sanierungsarbeiten beziffert der Kirchenpfleger auf "einige zehntausend Euro". Das Geld fließt in die Innenwände, den Steinfußboden, die Bänke und die Holzpodeste, auf denen die Bänke stehen. "Es lohnt sich aber auf jeden Fall", ist Lehmann überzeugt, gilt es doch, die Kirche samt ihrer umgebenden Mauer zu erhalten.

Die letzten Sanierungsarbeiten liegen schon wieder gut zehn Jahre zurück. Damals ließ sich auch Maria-Elisabeth Schaeffler von der kleinen Martinskirche begeistern und beteiligte sich finanziell an Innen- und Außenrestaurierungen.

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