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Rentweinsdorf

"Ahnungslose" hatten doch viel Ahnung

Die Rentweinsdorfer ließen bei ihren Faschingssitzungen im "Casino" die Kugel rollen - und die schlug manchmal heftig ein.
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Das Prinzenpaar Simon I und Lena I begrüßte mit der Prinzengarde die Besucher im Marktsaal von Rentweinsdorf.  Fotos: Helmut Will
Das Prinzenpaar Simon I und Lena I begrüßte mit der Prinzengarde die Besucher im Marktsaal von Rentweinsdorf. Fotos: Helmut Will
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Helmut will Am Wochenende waren in Rentweinsdorf die Faschingsnarren im "Casino Rentweinsdorf" los. Bei zwei Vorstellungen begeisterte die Narrenschar und brachte den Marktsaal zum Beben.

Oliver Stark hieß im "Casino" zunächst aus Reihen des Sechserrates neben dem amtierenden Bürgermeister Willi Sendelbeck auch die drei Kandidaten willkommen, die sich am 15. März um dieses Amt bewerben. "Bürgermeister Sendelbeck" stellte seine Leistungen, die er in den 26 Jahren seiner Amtszeit erbracht hatte, in den Vordergrund. "Ihr werdet doch nicht glauben, dass ich die 800 000 Euro aus der Gemakassa meinem Nachfolger geb'", sagte er und setzte die 800 000 Euro im Casino auf die Zahl 26. Die drei Bewerber um das Bürgermeisteramt stellten sich der Narrenschar am Roulette-Tisch vor.

"Ganz herzlich"

Danach hatten das Prinzenpaar und die Prinzengarde ihren Auftritt. "Wir begrüßen euch alle ganz herzlich hier im Saal, das Warten auf den Fasching war für uns echt eine Qual", sagte ihre Lieblichkeit Prinzessin Lena I, und Prinz Simon I fuhr fort: "Wir lassen jetzt die Korken knallen und in ganz Rentweinsdorf soll es schallen."

Nach einem flotten Tanz der Prinzengarde trat Birgit Bambach in die Bütt und tat kund, Miss Rentweinsdorf werden zu wollen. "Was ich so alles mach muss, find ich gemein, nur einmal um Miss Rentweinsdorf zu sein." Verärgert war sie, da der Prinz ihr die Miss nicht zutraute. "Der Prinz hält sich für besonders schlau, sagt er zu mir, versuch's doch mal mit Bauer sucht Frau." Schließlich verzichtete sie darauf, sich der Wahl zu stellen, weil: "Ich will mich nicht lange quälen, weil diese Knallköpf vom Sechserrat mich doch nicht wählen."

"Die Ahnungslosen"

Die Kindertanzgruppe bekam für ihren Auftritt viel Beifall, bevor die "Ahnungslosen" das Casino betraten und sagten, dass sie von nichts eine Ahnung hätten, nur vom Essen und Trinken. In Rentweinsdorf sei die Rentweinsdorfer Unabhängige Liste (RUL) gegründet worden und sie selbst seien die RAP, die Rentweinsdorfer Ahnungslose Partei. So ganz ahnungslos waren sie dann doch nicht, da sie einiges aus dem Gemeindeleben zum Besten gaben.

Eine junge Polizeibeamtin aus Rentweinsdorf habe einen 86-jährigen Mitbürger kontrolliert und ihm geraten, dass er in seinem Alter doch lieber Bus fahren sollte, worauf dieser sich für den Busführerschein angemeldet habe, erzählten sie.

Die Trümpfe der Kartbrüder

Als Kartbrüder traten die Weißheimers auf, die von ihrem Karttisch einiges zum Besten gaben und sagten, dass die Bürgermeisterkandidaten nur als "Brunskarter" gut seien. Auch bemerkten die Karter, dass die Polizei häufig in Rentweinsdorf am Planplatz kontrolliere. Daraus schlossen sie: "Na ja, weil's bei uns in Rentweinsdorf halt doch am schönsten ist."

Die Jugendgarde wirbelte unter dem Beifall der Besucher flott über die Bühne, bevor die "Dorfdeppen" im Casino ihren Auftritt hatten. Bürgermeister Willi Sendelbach stand in seiner Amtszeit oft in der Kritik. Das sahen die "Dorfdeppen" anders: "Der Willi geht nein Ruhestand und hat sei Sache gut gemacht." Willi sei ein Fels in der Brandung gewesen, aber nun sei seine Uhr als Bürgermeister abgelaufen.

"Lieber nach Ebern"

Auch die "ungeliebte" Ortschaft Salmsdorf wurde aufs Korn genommen, die den Gemeindefeuerwehrtag nicht auf die Reihe bekam und die wegen der Dorferneuerung den "Willi" noch seine letzten Haare kostet. Mit der Entwicklung des Kindergartens waren sie auch nicht zufrieden: "Die ham halt a neue Gruppn aufgemacht, halt aber in Ebern und nicht bei uns", aber "wir tun unser Kinder lieber nach Ebern als nach Salmsdorf."

Spekuliert wurde auch, was "RUL" auch heißen könne: "Rotenhan und seine Lakaien" wurde gemutmaßt. Auch dass dem "Timmi" an der Kirchweih das Bier ausging, blieb nicht unbemerkt, und auch dass Zweiter Bürgermeister Kurt Weißhei-mer immer an Verkaufsständen für Stau sorge, weil er sich beim Bezahlen lange Zeit lasse.

Weitere Nummern

Nach der Pause gab es weitere Aufführungen, etwa mit dem Männerballett. Zu später Stunde fand sich die Showtanzgarde Heubach ein, um als Gasttanzgruppe Schwung auf die Bühne zu bringen. Alleinunterhalter Martin Frank machte die Musik.

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