Bamberg
Dies academicus

Ära von Uni-Präsident Godehard Ruppert geht im nächsten Jahr zu Ende

"Seien Sie uns alle herzlich willkommen, jeder und jede gleichermaßen." Mit diesen Grußworten beschließt Prof. Godehard Ruppert traditionell seine Rede beim Dies academicus, der Gründungsfeier der Ott...
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Blick in die Aula der Universität beim Dies academicus Foto: Ronald Rinklef
Blick in die Aula der Universität beim Dies academicus Foto: Ronald Rinklef

"Seien Sie uns alle herzlich willkommen, jeder und jede gleichermaßen." Mit diesen Grußworten beschließt Prof. Godehard Ruppert traditionell seine Rede beim Dies academicus, der Gründungsfeier der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Diesmal verwendete er die Worte zum 20. und letzten Mal. Im nächsten Jahr wird Ruppert die Amtskette an seine Nachfolgerin beziehungsweise seinen Nachfolger übergeben.

Der bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) bedankte sich bei dem langjährigen Universitätspräsidenten für sein Engagement: "Die Ära Ruppert war eine sehr, sehr gute Ära: Präsident Ruppert hat mit Kraft, Mut und Überzeugungswillen seine Universität zu einer modernen und wettbewerbsfähigen Hochschule entwickelt und schon immer zukunftsorientiert gedacht."

Ruppert stellte an diesem Festabend Höhepunkte des vergangenen akademischen Jahres vor, ein "kleines Kaleidoskop" des Gesamtgeschehens an der Universität. Besonders hob er die Technologieoffensive "Hightech Agenda Bayern" der Staatsregierung hervor. Sie sei eine Chance für die Otto-Friedrich-Universität, ihre Lehre und Forschung im Bereich der Künstlichen Intelligenz weiter auszubauen. "Gerade vor dem Hintergrund der schwächelnden Bamberger Wirtschaftslage ist die Universität ein wichtiger Wirtschaftsfaktor", betonte Ruppert. Sie würde dazu beitragen, die Technologien der Zukunft zu entwickeln und in der Region neue Arbeitsfelder zu erschließen.

Kleine Fächer - große Fragen

Sibler kündigte an, dass das Ministerium die Universität Bamberg beim Ausbau der Informatikstudiengänge bedenken werde. Universitäten mit einem geistes- und kulturwissenschaftlichen Profil und sogenannten kleinen Fächern seien wichtig, um etwa Normen und Rahmenbedingungen für Künstliche Intelligenz zu diskutieren.

Auf die kleinen Fächer - eine Besonderheit der Universität Bamberg - ging auch Ruppert ein: In Bamberg sei der bayernweit größte Anteil von ihnen an der Gesamtfächerzahl zu finden, insgesamt 29 Disziplinen. Deren Leistungen für Wissenschaft und Gesellschaft würden bei den Kleine Fächer-Wochen 2019/2020 in öffentlichen Veranstaltungen vorgestellt werden. Beispielsweise geht es in einer Ringvorlesung um "Kleine Fächer - große Fragen", die Reihe "Hands on" zeigt Bambergs Forschung live.

Mit Blick auf die knapp 12 700 Studenten sagte Ruppert, dass er sehr zufrieden sei, da nun eine relative Stabilität erreicht sei: "Man kann nicht beliebig wachsen." Da auch im Wintersemester 2019/20 der Druck auf dem regionalen Wohnungsmarkt hoch war, bedankte sich Ruppert bei den Bamberger Bürgern. Sie hatten Studenten privaten Wohnraum zur Verfügung gestellt, so dass die Notunterkunft in der Universität nicht benötigt wurde.

Einen hohen Stellenwert beim Dies academicus nahm die Zukunft der Lehrerbildung ein. Chancen und Herausforderungen wurden in einem Podiumsgespräch diskutiert, das Tassilo Forchheimer vom Bayerischen Rundfunk moderierte. Zu Gast waren Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, Markus Knebel, Schulleiter des E.T.A.-Hoffmann-Gymnasiums, und Prof. Annette Scheunpflug, Inhaberin des Bamberger Lehrstuhls für Allgemeine Pädagogik. Sie stimmten darin überein, dass Lehrer in Zukunft vielfältige Herausforderungen bewältigen müssen, unter anderem die Digitalisierung. Lehramtsstudenten sollten deshalb nicht nur Fachwissen lernen, sondern vor allem in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gefördert werden.

Beim Dies academicus wurden außerdem verschiedene Preisträger geehrt. Wissenschaftler, Studenten und Universitätsangehörige bekamen Preise für ihre Forschungsarbeiten oder Verdienste um die Universität. pa

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