Bad Staffelstein
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Älter als das Bistum

Dicht gedrängt saßen die Zuhörer im katholischen Jugendheim. Alle verfolgten den Vortrag von Bezirksheimatpfleger Günter Dippold über die Kirchengeschichte Staffelsteins. Man glaubte fast, einem Zeitz...
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Dicht gedrängt saßen die Zuhörer im katholischen Jugendheim. Alle verfolgten den Vortrag von Bezirksheimatpfleger Günter Dippold über die Kirchengeschichte Staffelsteins. Man glaubte fast, einem Zeitzeugen zuzuhören, so genau waren seine Schilderungen aus der umfangreichen Geschichte.
Die hiesige Kirche war wohl von jeher dem heiligen Kilian geweiht, wenngleich dieses Patrozinium erstmals 1408 nachzuweisen ist. Die Wahl des Würzburger Diözesanpatrons spricht dafür, dass das Gotteshaus vor Gründung des Bistums Bamberg (1007) entstanden sein dürfte. Jede Kirche gründete auf Stiftung, später auch jeder Geistliche. So ging der Referent auch auf den Einfluss von Karl dem Großen auf Kirchenerrichtungen ein. Er nannte einige Ortschaften aus dieser Zeit (um 793).
Ebenfalls erwähnte Dippold die Errichtung der Adelgundiskapelle auf dem Staffelberg (1419) sowie deren umfangreiche Geschichte. Mit viel Humor gewürzt berichtete der Referent über die Machtkämpfe zwischen den Bistümern Bamberg und Würzburg um die Besitzansprüche in Staffelstein. Das Domkapitel in Bamberg wirkte mit Stärke auf Staffelstein ein. Trotzdem hatte das Domstift Bamberg nie ganz Staffelstein im Besitz. Auch Würzburg regierte weiter mit.
Schon früh war Staffelstein Sitz einer Pfarrei mit einem großen Kirchensprengel. In den vergangenen Jahrhunderten wirkten bis zu zwölf und mehr Geistliche in Staffelstein. Ferner erwähnte Dippold große Stadtbrände, den Wiederaufbau und die Entstehung der noch vorhandenen Kapellen im Stadtgebiet und deren Bedeutung.
Sehr spannend wurde es auch, als er auf Ereignisse im Mittelalter und der Reformationszeit einging. Die Konfessionen wechselten, es kam immer wieder zu Machtkämpfen. Der Bauernkrieg hinterließ furchtbare Spuren. Mit der Schilderung von Ereignissen während der Säkularisation (1803-1814) beendete Professor Dippold aus Zeitgründen seinen umfangreichen Geschichtsvortrag. al


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