Adelsdorf

Adelsdorf kommt auf den Hund

Um das Miteinander zwischen Hundehaltern und den Mitbürgern ohne Vierbeiner zu verbessern, gab es in und vor der Aischgrundhalle einen Aktionstag. "Tretminen" in Grünanlagen sollen kein Streitthema mehr sein.
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Zahlreiche Hundebesitzer waren zur Aischgrundhalle gekommen. Fotos: Britta Schnake
Zahlreiche Hundebesitzer waren zur Aischgrundhalle gekommen. Fotos: Britta Schnake
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Mochte es am Sonntag beim ersten Hundetag in Adelsdorf primär um Fell, vier Beine, Kopf und Schwanz gegangen sein, so kamen doch auch die Zweibeiner nicht zu kurz. Unter dem Motto "Für ein besseres Miteinander" sollte in und vor der Aischgrundhalle der Verständigung zwischen Hundebesitzern und Menschen ohne Hund Vorschub geleistet werden. Etwas, was nicht von ungefähr kommt, wie Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) weiß.

Schon des Öfteren waren die Hinterlassenschaften der Vierbeiner Thema in Gemeinderatssitzungen. Entweder werden die Tretminen erst gar nicht entsorgt oder der Kot in Beutel gepackt und dieser dann in die Gegend geschmissen. "Das ist doppelt schlimm", sagte Hundetrainerin Carmen Scherb, "Der Kot wird konserviert und dann ist da auch noch das Plastik."

"Man sollte nicht gleich den Prügel auspacken", erklärte Fischkal, "Mir ist es wichtig, dass die Hundebesitzer, welche die Hinterlassenschaften ihrer Hunde entsorgen, auf jene zugehen, die dies nicht tun, sie für das Thema sensibilisieren." Um dies zu unterstreichen, hatte Fischkal neben Carmen Scherb mit Sabine Karl-Kraus eine weitere Hundetrainerin eingeladen. Komplettiert wurde das weibliche Quartett durch Tierärztin Andrea Baier und Anwältin Melanie Heupel-Hoyer aus Baiersdorf.

Überrascht zeigte sich Fischkal über die große Resonanz, welche die Aktion mit sich gebracht hatte, waren doch so viele Zweibeiner nebst Begleitung erschienen, dass sie bei den Vorträgen oftmals mit Stehplätzen vorlieb nehmen mussten. Barbara Trepper aus Aisch war mit Dogge "Nuba" vor Ort. "Sie hat heute Geburtstag und wird zehn Jahre alt", erzählte Trepper. Doggen sah man gleich mehrere an diesem Tag. Familie Oeffner aus Höchstadt hatte gleich zwei Sennenhunde dabei. "Benno" ist drei Jahre alt, "Emma" erst zwölf Wochen.

Auffallend war, dass trotz der hohen Hundedichte kein Mord und Totschlag herrscht, sondern ein harmonisches Miteinander. Patricia und Sven Rödig outeten sich als Katzenbesitzer. Zusammen mit den Töchtern waren sie da, um Fischkals Angebot nachzukommen, Orte einzuzeichnen, wo noch der eine oder andere Hundekotbehälter in Adelsdorf platziert werden könnte. Eigens dafür hatte Fischkal zwei Pläne aufgehängt, auf welchen sich der Ist-Zustand an Mülleimern ablesen lässt. Das erste Kreuz stammte von Fischkal selbst; und zwar am Ortsausgang von Neuhaus. Rödig wünscht sich weitere Behälter für den Fahrradweg zwischen Eisweiher und Soldan sowie auf der Flurbereinigung zwischen Adelsdorf und Wiesendorf.

Viele Fragen zu Infektionen

Den ersten Vortrag hielt Sabine Karl-Kraus. Ihr ging es um die Erziehung der Hunde und das damit verbundene Training. Carmen Scherb referierte in ihrem Vortrag über die Gefahren, die Hunden in der freien Natur drohen, wie Fuchsräude oder Wildschweinkontakte, aber auch über die Gefahr, die der Hund für andere Tiere wie Rehe und Hasen darstellen könnte.

In der folgenden Pause konnten sich die Hundebesitzer mit ihren Schützlingen den vor der Aischgrundhalle aufgebauten Parcours von Karl-Kraus zu Gemüte führen, dann ging es mit dem Vortrag der Tierärztin Baier auch schon weiter. Primär berichtete sie von den Infektionen, die sich Hunde einfangen können, wenn sie durch Wald und Flur streifen. Neben Würmern, Zecken und Flöhen handelte sie auch gefährliche Krankheiten wie die Leptospirose ab. Dass die Tierärztin mit diesem Thema einen Nerv bei den Besuchern traf, bewiesen die vielen Fragen. Den Abschluss bildete der Vortrag von Anwältin Heupel-Hoyer, in dem sie über die Rechte und Pflichten des Hundehalters referierte.

Jeder Zuhörer, der sich in die ausliegenden Listen eintrug, nahm damit gleichzeitig an einer Verlosung teil. Zu gewinnen gab es geruchsdichte Taschen, sogenannte "Kacki-Boxen" zum Transport der Hundekotbeutel. Mehrere Stände boten zudem Infos über Hund und Haltung. Karina Schatz von futter-plan.de aus Ailsbach gab Tipps zur Ernährung der Vierbeiner, Mirjam Petratschek aus Herzogenaurach verkaufte Halsbänder und Leinen. "Ich denke, das ist auf jeden Fall eine Wiederholung wert", so Fischkals Fazit für diesen Tag.

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