Effeltrich

Acht Tafeln zu Kultur und Geschichte

Im Rahmen des Leader-Programms informiert das Projekt "Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" nun über die Besonderheiten von Effeltrich.
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Die Tafel auf dem Rathausvorplatz widmet sich der Obstbaumzucht in Effeltrich. Fotos: Dagmar Niemann
Die Tafel auf dem Rathausvorplatz widmet sich der Obstbaumzucht in Effeltrich. Fotos: Dagmar Niemann
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Wie schon oft in der Geschichte, fand kürzlich auf dem Platz bei der Tausendjährigen Linde in Effeltrich ein für den Ort nicht unwichtiges Ereignis statt: Im Rahmen einer kleinen Feier wurden acht Schautafeln zu Kultur und Geschichte des einstigen Apfel- und Obstbaumdorfes der Öffentlichkeit übergeben.

Bürgermeisterin Kathrin Heimann hatte die Personen geladen, die bei dem Projekt maßgeblich mitgearbeitet hatten: Hans Kotz, Richard Malter und Pfarrer i. R. Albert Löhr, die als sogenannte "lokale Aktionsgruppe" Fotos und ihre detaillierten Kenntnisse der Ortsgeschichte eingebracht hatten, sowie den Kulturreferenten des Landkreises Forchheim, Anton Eckert. Als Projektleiter zeichnete er für die Gestaltung der Schautafeln, für die Koordination des gesamten Projektes und für die Beschaffung der Fördergelder verantwortlich.

140 Tafeln im Landkreis

Im Rahmen des Leader-Programms der Europäischen Union, das eine Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft herstellen will, werden Maßnahmen finanziell gefördert, die die ländlichen Regionen Europas in ihrer eigenständigen Entwicklung unterstützen. Vorhandene Standortfaktoren sollen genutzt, Menschen vor Ort sollen eingebunden werden.

Zu der vom Freistaat Bayern mitgetragenen Förderinitiative der EU gehört u. a. das Projekt "Kulturerlebnis Fränkische Schweiz". Es läuft seit etwa 15 Jahren. In dieser Zeit sind rund 140 Schautafeln im Landkreis Forchheim aufgestellt worden; andere Landkreise wollen jetzt nachziehen. Die Kosten des Projektes belaufen sich auf etwa 1,3 Millionen Euro; 70 Prozent davon tragen der Europäische Landwirtschaftsfonds und das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Die Gemeinde Effeltrich hatte lediglich dafür zu sorgen, dass die regional in Kunreuth gefertigten Schautafeln an den ausgewählten Stellen aufgestellt wurden. Und so finden angereiste Touristen, Wanderer und Besucher aus der Region nun insgesamt acht Tafeln in Effeltrich, von denen zwei im Ortsteil Gaiganz stehen.

Rundgang durch Effeltrich

Den Rundgang beginnen wird man sicherlich bei der Wehrkirche und dem dazugehörigen befestigten Friedhof. Eine Tafel informiert über die Geschichte der Kirche, eine weitere über die Geschichte des Ortes. Jenseits der Straße, bei der Linde, sind ebenfalls zwei Tafeln aufgestellt; es wird über das Geschick der Linde berichtet und über die Trachten, die in Effeltrich nach wie vor eine wichtige Rolle spielen. Die Tafel auf dem Rathausvorplatz ist der ab ca. 1650 in dem "apfelreichen" Dorf gewerblich betriebenen Obstbaumzucht und der Verkaufsgenossenschaft gewidmet; deren stolzes Gebäude fungiert heute als Rathaus.

Eine weitere Tafel befindet sich bei der Mariensäule, schräg gegenüber vom Gasthaus "Zur Post". Hier erfährt man u. a., dass das alte Rathaus ursprünglich, als es noch als Zehnthaus diente, dicht neben der Kirchenburg stand und erst 1906 an diesen Standort versetzt wurde.

Wandert oder fährt man weiter nach Gaiganz, so findet man links der Straße, gleich am Ortseingang, die siebente Tafel. Sie steht nahe bei der Bank, die dazu einlädt, den wunderbaren Blick über das Land bis hin zum Walberla zu genießen. Unter der Überschrift "Die Tragödie von Gaiganz" wird über Ereignisse aus den 1930er Jahren berichtet. Der Kontrast zwischen der harmonischen Umgebung und den schrecklichen Geschehnissen der Vergangenheit könnte nicht größer sein. Den Schlusspunkt des Rundganges bildet die Tafel vor der schon 1313 urkundlich nachgewiesenen Gaiganzer Kirche St. Vitus. Zusammen mit dem 1904 von der damals noch selbstständigen Gemeinde Gaiganz erbauten Schulhaus bildet sie ein schönes Ensemble, das über dem Ort thront und dennoch zu ihm gehört. Eine Bank neben der Kirchentür lädt zum Verweilen ein und zum Überdenken dessen, was in Effeltrich, dem Tor zur Fränkischen Schweiz, zu sehen und dank der Schautafeln auch zu erfahren ist.

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