Abschied von Wildenheid

Die evangelische Kirchengemeinde Wildenheid-Meilschnitz hat keinen Gemeindepfarrer mehr. Jörg Herrmann wechselt nach Feuchtwangen.
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Die Kindergartenkinder von Wildenheid zauberten mit ihren Liedchen die Abschiedsstimmung fort.
Die Kindergartenkinder von Wildenheid zauberten mit ihren Liedchen die Abschiedsstimmung fort.
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Pfarrer Jörg Herrmann wird zum 1. Oktober die Pfarrgemeinde der Feuchtwanger Stiftskirche übernehmen. Nach dem Festgottesdienst am Sonntagnachmittag wurde die Pfarrersfamilie im Gemeindehaus herzlich verabschiedet. "Wir wollen dankbar zurückblicken und auf das Neue schauen", grüßte Eva Grempel, Vertrauensfrau des Kirchenvorstandes, die Gemeindemitglieder in der Friedenskirche.
Bereits im Sommer hatte Pfarrer Herrmann seinen Fortgang im Gemeindebrief angekündigt. "Gäste kommen auf Zeit, auch Pfarrer", sagte der Seelsorger. In einer neuen Gemeinde zeige es sich, wie schnell einer dazugehöre und wie man aufgenommen werde.
Der Glaube an Jesus Christus lasse den Menschen vor Gott gerecht werden. "Er ist unser Friede", dies stehe über dem Kircheneingang der Wildenheider Friedenskirche in Stein gemeißelt. Er, Jesus Christus, wirke wie ein Leitspruch für diese Kirche und diese Gemeinde, so Herrmann. Und weiter sagte er: "Frieden ist ein Prinzip, das Vorurteile abbaut, wenn alle dazu ihren Beitrag leisten. Diesen Leitspruch an unserer Kirche sollten wir gerade als Gemeinde als Aufgabe, als Auftrag verstehen." Die Menschen in Wildenheid und Meilschnitz hätten sich zu Herzen genommen, was ihnen durch den Leitspruch aufgetragen worden sei: regelmäßige, gemeinsame Gottesdienste und Veranstaltungen, die Mitarbeit in der Wefa, Begegnungen mit Christen in Thüringen oder die Partnerschaft mit der Kirchengemeinde in Tansania. "Er ist unser Frieden und wir sind seine Botschafter, möge dieser Leitspruch nicht als eine schöne, unabänderliche Gegebenheit betrachtet werden, vielmehr als ein Auftrag an uns selbst", wünschte Pfarrer Herrmann. Die Partnerschaft mit Rudjewa/Tansania, gemeinsame Gottesdienste mit den Kirchen Oberlind, Sonneberg, ließen Menschen mit unterschiedlicher Herkunft und Geschichte miteinander spürbar eine Verbindung eingehen, dazu gehöre auch die bestehende Kooperation mit den Neustadter Kirchengemeinden.
"Ich möchte mich heute von Ihnen verabschieden, um auch in Frieden und versöhnt gehen zu dürfen. Wenn wir uns heute nach sechseinhalb Jahren von der Gemeinde Wildenheid und Meilschnitz verabschieden, dann würde ich mir wünschen, auch mit jenen versöhnt und in Frieden gehen zu dürfen, die sich gestört fühlten, vielleicht an der Person oder an der Art und Weise bei der Ausübung meines Amtes, auch mit jenen, deren Ansprüchen ich als Gemeindepfarrer nicht gerecht werden konnte und deren Erwartungen sich nicht erfüllt haben." "Seid offen und ehrlich zueinander und lebt einander in Frieden", verabschiedete sich Pfarrer Herrmann.
Dekan Stefan Kirchberger würdigte Pfarrer Herrmanns ruhige, beständige Art. Er habe schnell Nähe und Vertrauen aufzubauen verstanden. Mit einer Politik der ruhigen Hand habe Pfarrer Herrmann für die äußeren Belange der Kirchengemeinde sowie die anstehenden Renovierungsarbeiten an Kirche und Gemeindehaus mitgewirkt. "Als Dekan bin ich Ihnen für die konstruktive Treue und für Ihre Verträglichkeit dankbar, mit der Sie geholfen haben, mit der Region Neustadt eine Zusammenarbeit neu zu beginnen. Sie haben in Neustadt und darüber hinaus das Evangelium von Jesus Christus gepredigt, im Konfirmandenunterricht, im Kiga, in der Wefa, im Gemeindekreis und in persönlichen Gesprächen die Liebe Gottes bezeugt und zugesprochen. Dafür sagen wir Ihnen von Herzen danke."
Zahlreiche Gemeindemitglieder, Kirchenvorstände sowie alle Neustadter Amtskollegen waren gekommen, um zu danken und Ade zu sagen. Geschenke und liebe Worte werden die Pfarrersfamilie nach Feuchtwangen begleiten. Spontan verabschiedeten die Kindergartenkinder die Pfarrersfamilie singend am Altar und stimmten die Abschiedsatmosphäre mild. Musikalisch umrahmte der Posaunenchor unter der Leitung von Ekkehard Schwalm den beeindruckenden Festgottesdienst. Im Namen der Stadt dankte Dritter Bürgermeister Martin Stingl (SPD) dem Wildenheider Pfarrer. Seine Kirchengemeinde habe daran teilhaben dürfen, als Jörg Herrmann seine Frau Dorothee-Nicole in der Wildenheider Friedenskirche heiratete und seine beiden Kinder Joshua und Samuel dort getauft wurden.
Am Sonntag, 8. Oktober, wird Pfarrer Herrmann um 14 Uhr in der Stiftskirche zu Feuchtwangen mit einem Festgottesdienst herzlich willkommen geheißen.


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