Ebern

Abschied von Amts wegen

Nach 34 Jahren, davon mehr als zwei Jahrzehnte als Chef, verlässt Ernst Haßler die Verwaltungsgemeinschaft Ebern.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ernst Haßler bei der Durchsicht von Unterlagen. Doch inzwischen hat er die Ordner zugeklappt und seinen Schreibtisch im Verwaltungsgebäude in Ebern geräumt. Zum Monatsende geht er in den Ruhestand.  Foto: privat
Ernst Haßler bei der Durchsicht von Unterlagen. Doch inzwischen hat er die Ordner zugeklappt und seinen Schreibtisch im Verwaltungsgebäude in Ebern geräumt. Zum Monatsende geht er in den Ruhestand. Foto: privat

Eckehard Kiesewetter Auf Bildern tauchte er in all den Jahren im FT kaum auf, und wenn, dann meist halb verdeckt und weit hinten. Ernst Haßler steht nicht gerne im Mittelpunkt und dies obwohl er als Geschäftsführender Beamter 21 Jahre lang das Sagen in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Ebern hatte. "Wir sind Dienstleister", findet der 64-Jährige, und ein Geschäftsleiter sollte zuarbeiten, sich aber sonst im Hintergrund halten". So hat er sich lieber unspektakulär und emsig in seine Arbeit vertieft, als groß öffentlich in Erscheinung zu treten. Das jetzt ist eine Ausnahme und hat einen besonderen Grund, denn ab 1. April ist Schluss. Ernst Haßler geht nach 34 Jahren bei der Stadt und der VG Ebern in Rente.

"Ernst Haßler war für mich der typische Beamte im positiven Sinne. Immer da, immer korrekt, loyal und schnell, sowie auch mit großem Fachwissen ausgestattet", sagt Bürgermeister Jürgen Hennemann, der nach eigenem Bekunden vor allem das Fachwissen des "Vormanns" in der Verwaltung vermissen wird. "Egal welche Frage an ihn herangetragen wurde, man erhielt immer schnell eine fundierte Antwort." Haßler sei ein guter Diskussionspartner, mit dem er auch die noch nicht spruchreifen Themen und Ideen besprechen konnte: "Das braucht man als Bürgermeister, um auch andere Sichtweisen einfließen zu lassen." Oft habe ihn überrascht, wie flink sein Leitender Beamter selbst komplexe Vorgänge abgearbeitet habe.

Haßler hatte 1971 am Landratsamt Bamberg begonnen, um Staatsbeamter zu werden, und war nach Stationen in Lichtenfels und Kronach 1985 nach Ebern gekommen. Dort war er zunächst in der Bauverwaltung zuständig für das Beitragswesen (Erschließung- und Straßenausbaubeiträge, Kanal- und Wassergebühren). 1998, nach dem Ausscheiden von Verwaltungsleiter Christian Frieß, wurde er als Geschäftsführender Beamter wichtigster Ansprechpartner der Verwaltung für die Bürgermeister aus Untermerzbach (bis zum Ausscheiden der Gemeinde aus der VG im Januar 1994), Rentweinsdorf, Pfarrweisach und Ebern. Rund ein Dutzend Bürgermeister hat Haßler erlebt. Er war Chef für etwa 30 Verwaltungs-Bedienstete (O-Ton Haßler: "ein tolles Team"), rechnet man alle Kräfte im VG-Bereich zusammen, für etwa 150 Personen.

"Im Grunde", sagt der verheiratete Vater dreier Töchter über seinen Job, "ist man Mädchen für alles". Ungezählt sind die Sitzungs-Abende, an denen er spät nachts nach Hause kam. Jetzt, da er seit einigen Wochen seinen Resturlaub abfeiert und den Schreibtisch geräumt hat, genießt er die Erleichterung, über seine Zeit frei zu bestimmen. Heute freut er sich auf lange Spaziergänge, auf Reisen und auf seine beiden Enkel in Ebensfeld und Rosenheim.

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren