Tambach

Abschied vom Jagdmuseum

Zum Oktober wird der Westflügel des Tambacher Schlosses wieder an den Besitzer übergeben. Viele Exponate sind schon weg, Einrichtungsgegenstände und Gemälde sind aber noch zu haben.
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Der Museumshirsch hat schon Abschied genommen - aber noch immer stehen im Jagd- und Fischereimuseum Exponate, die einen neuen Herren suchen. Foto: Berthold Köhler
Der Museumshirsch hat schon Abschied genommen - aber noch immer stehen im Jagd- und Fischereimuseum Exponate, die einen neuen Herren suchen. Foto: Berthold Köhler

Im Herbst 2018 gab der Zweckverband Jagd- und Fischereimuseum Schloss Tambach bekannt, dass er das ehemalige Museum im Westflügel des Schlosses Tambach räumen werde. Mit einem öffentlichen Aufruf wurde nach privaten Leihgebern und Schenkern oder deren Nachfahren gesucht, um ihnen gegebenenfalls ihre Stücke wieder zurückzugeben. "Die Suche gestaltete sich damals schwierig. Viele Spender und Leihgeber waren verzogen oder gar verstorben", erinnert sich Tamara Freitag. Zahlreiche Gegenstände konnten aber auf Grund der Aufrufe wieder zurückgegeben werden.

Der Großteil der Exponate jedoch stammte nicht von Privatpersonen, sondern aus dem Besitz der Stiftung Deutsches Jagd- und Fischereimuseum mit Sitz in München. Viele dieser Stücke konnten - vielleicht auch motiviert durch den Aufruf des Zweckverbandes - neue Leihnehmer in der Region finden. Das heißt, sie verschwinden nicht in einem dunklen Depot, sondern werden in Ausstellungen wieder für jedermann zugänglich gemacht. "Eine durchaus positive Entwicklung", heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes.

Das Museum leert sich

Völlig überrascht waren die Mitarbeiter des Fachbereichs Bildung, Kultur, Sport am Landratsamt Coburg jedoch von der großen Resonanz der Bevölkerung auf die Berichterstattung über die Räumung im vergangenen Jahr. "Uns haben unzählige Anrufe von Interessenten erreicht: Kunstsammler, Jagdbegeisterte, Schnäppchenjäger. Viele wollten sich gerne mal umsehen, ob sie etwas in unseren Beständen finden, das sie gerne erwerben möchten", berichtet Tamara Freitag. "Da mussten wir sie aber noch vertrösten. Die Vermittlung der Stücke an die ursprünglichen Eigentümer und an öffentliche Einrichtungen hatte Vorrang." Mittlerweile sind alle Exponate entweder anderweitig untergebracht oder wieder in das Depot des Münchner Haupthauses gebracht worden. Das Museum leert sich - das muss es auch: Zum Oktober wird der Westflügel wieder an den Schlossbesitzer übergeben. Tierpräparate oder historische Jagdwaffen sind also nicht mehr übrig.

Aber vor allem Einrichtungsgegenstände und auch Gemälde sind noch zu haben. Diese Dinge gehen nun in den öffentlichen Verkauf.

Auf der Internetplattform www.zoll-auktion.de bietet der Zweckverband ab sofort nun verschiedene Dinge zur Versteigerung an. Mitbieten kann nach einer kostenfreien Registrierung jeder. Das Prinzip funktioniert ähnlich wie bei Ebay. Wer wissen möchte, was gerade zur Versteigerung steht, kann sich unter der Anbietersuche auf der Plattform informieren.

In diesem Zusammenhang bitten die Mitarbeiter des Fachbereichs Bildung, Kultur, Sport des Landratsamtes aber darum, von direkten Anfragen an sie abzusehen, welche Stücke künftig dort noch angeboten werden: "Wir lösen ja ein komplettes Museum auf. Praktisch bleibt uns dafür auch nur der Umfang einer Teilzeitkraft, da unsere Mitarbeiter auch noch weitere Projekte betreuen müssen. Da ist es leider nicht zu stemmen, zusätzlich noch Voranfragen zu beantworten." Aber eine Vorankündigung gibt es aus dem Fachbereich dann doch noch: Für alle Schnäppchenjäger wird es einen Flohmarkt geben. Als Termin ist der 21. September 2019 vorgesehen. red

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