Herzogenaurach

Abschied vom "Färbers Rudi": Herzogenaurach trauert um ein Original

Im Alter von 92 Jahren ist am Dienstag der langjährige Herzogenauracher Stadtrat und Geschäftsmann Rudi Welker gestorben. Die Beerdigung findet am Freitag, 10. Januar, um 12 Uhr auf dem alten Friedhof...
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Rudi Welker vor einem Gemälde, das ihm einst Michael Nix geschenkt hatte. Es zeigt den jungen "Färber" mit Ochsengespann. Foto: Bernhard Panzer (Archiv)
Rudi Welker vor einem Gemälde, das ihm einst Michael Nix geschenkt hatte. Es zeigt den jungen "Färber" mit Ochsengespann. Foto: Bernhard Panzer (Archiv)

Im Alter von 92 Jahren ist am Dienstag der langjährige Herzogenauracher Stadtrat und Geschäftsmann Rudi Welker gestorben. Die Beerdigung findet am Freitag, 10. Januar, um 12 Uhr auf dem alten Friedhof in Herzogenaurach statt.

Unter dem Namen "Färbers Rudi" war Welker allen älteren Herzogenauracher bekannt und auch aus dem Bettenfachgeschäft an der Hauptstraße. Über 18 Jahre war er als Vertreter der Freien Wähler Zweiter Bürgermeister von Herzogenaurach und brachte es so auf eine über 38-jährige Stadtratszugehörigkeit. Der Stadtrat würdigte sein Engagement schon vor vielen Jahren mit den Stadtmedaillen in Silber und Gold.

Rudi Welker wollte ursprünglich Lehrer werden. Allerdings fiel sein Bruder Erwin im Zweiten Weltkrieg und er musste in der Landwirtschaft der Eltern mithelfen. Neben dem Bauernhof musste auch das Geschäft, das schon 1881 gegründet wurde, betrieben werden. In den Anfangsjahren hatte die Familie in einem Nebenbau eine Färberei, davon kam der Hausname.

In vielen Vereinen aktiv

Rudi Welker war nicht nur für seine politische Arbeit bekannt, sondern auch durch den Liederkranz 1861 Herzogenaurach. Gleich nach dem Krieg, als die Vereine wieder agieren durften, war er mit dabei. Über 40 Jahre führte er den "Liederkranz" auch als Vorsitzender.

Im Januar 2017 wurde Rudi Welker beim Heimatverein für seine 70-jährige Vereinszugehörigkeit geehrt und zum Ehrenmitglied ernannt. Welker half mit, das Stadtmuseum im "Fähnleinsturm" (Fehnturm) wieder auf Vordermann zu bringen und war aktiv bei der Baumpflanzaktion für die 600-Jahr-Feier der Stadt im Jahr 1949. Auch gehörte er als aktiver Fußballer dem 1. FC Herzogenaurach an.

Später widmete sich "der Färbers Rudi" vor allem dem Textil- und Bettengeschäft in der Hauptstraße, das er 1948 übernommen hatte. 1974 vertrat er im Ortsverband Herzogenaurach die Belange des Bayerischen Einzelhandels und war Mitglied der IHK in Nürnberg sowie in zahlreichen Herzogenauracher Vereinen.

Daneben engagierte er sich in der Lokalpolitik. 1966 wurde er für den damaligen "Überparteilichen Wählerblock" (heute Freie Wähler) in den Stadtrat gewählt und von 1984 bis 2002 war er Zweiter Bürgermeister. 1988 wurde ihm für all seine Aktivitäten das Bundesverdienstkreuz verliehen. red/gä/sae

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