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Kulmbach
Leserbrief

Abgründe tun sich auf!

Zur Berichterstattung über das Aschermittwochstreffen der Kulmbacher SPD wird uns geschrieben: Beim Politischen Aschermittwoch der Kulmbacher SPD wurde keine reine Kraftmeierei geboten, sondern der Ab...
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Zur Berichterstattung über das Aschermittwochstreffen der Kulmbacher SPD wird uns geschrieben: Beim Politischen Aschermittwoch der Kulmbacher SPD wurde keine reine Kraftmeierei geboten, sondern der Abend war mehr als informativ. Was wir hier erfahren haben, dürften die wenigsten Kulmbacher gewusst haben und wirft ein total neues Licht auf das Grundstücksgeschäft des Oberbürgermeisters in der Jean-Paul-Straße. Abgründe tun sich auf!

Das Dreifamilienhaus wurde 2013 an ihn verkauft - für nur 145 000 Euro. Ein Schnäppchen, wie die Zahlen belegen, die von OB-Kandidat Ingo Lehmann (SPD) genannt wurden. Demnach hatte allein das rund 850 Quadratmeter große Grundstück einen Wert von 120 000 Euro. Vor dem Verkauf wurde das Gebäude noch aufwendig saniert - die geschätzten Kosten dafür lagen laut Lehmann "locker im sechsstelligen Bereich".

Nur der Grundstückswert und die Renovierungskosten übersteigen den Kaufpreis um ein Vielfaches. In der Nachbarschaft in der Jean-Paul-Straße wird aktuell ein Haus zum Verkauf angeboten. Der Eigentümer verlangt im unsanierten Zustand 275 000 Euro, so Lehmann. Es fällt einem schwer, nichts Böses dabei zu denken, im Verhältnis zu einem Kaufpreis von 145 000 Euro, den der Oberbürgermeister dafür bezahlt hat.

Ein Vorgang, der zum Himmel stinkt. Aber laut Staatsanwalt war hier strafrechtlich nichts mehr zu machen. Aus formalen Gründen - weil die Verjährungsfrist von fünf Jahren abgelaufen war - durfte der Staatsanwalt nicht mehr ermitteln. Von einem sogenannten Freispruch kann deshalb keine Rede sein. Zumindest unter moralischer Sicht. Es stellt sich die Frage: Kann so ein Immobiliengeschäft rechtmäßig sein? Ich meine: Nein! Jeder Kulmbacher Bürger sollte sich fragen: Was wäre passiert, wenn das Geschäft eher bekannt geworden wäre?

Auch, wenn wir dies alles aus formaljuristischen Gründen letztendlich akzeptieren müssen und müssten, bleibt die Frage nach der Moral dieser Handlung beziehungsweise der handelnden Person des Oberbürgermeisters, im Sinne von christlich-sozial.

Dazu nur eine Anmerkung aus Wikipedia zum Thema: Wie sollte ein Amtsträger, dazu gehört auch ein Oberbürgermeisteramt, seine Geschäfte/Handlungen vollziehen? Dort wird beschrieben: "Amtsträger sollen ihr Amt unter anderem unparteiisch, ehrlich, anständig und ohne persönliche Vorteile erfüllen." Die Bewertung sollte jeder für sich persönlich übernehmen. Ich meine, dies geht gar nicht, was bei diesem Kauf geschehen ist! Moralisch total daneben! Absolut unanständig, jedenfalls den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber, die auch gerne so ein Schnäppchen an Haus kaufen mögen, aber halt solch eine Chance leider nicht bekommen! Und dies auch noch von ihrer eigenen Städtebau!

Jürgen Mertel

Kulmbach