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Ab Freitag wird gezählt

Der Landesbund für Vogelschutz und der Naturschutzbund rufen zur zweiten Aktionswoche auf. Von 2. bis 11. August soll notiert werden, was alles so kreucht und fleucht.
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Ein Grünes Heupferd sitzt auf einer rosa Blüte. Das Grüne Heupferd ist eine der Kernarten, auf die bei der Zählung besonderes Augenmerk gelegt werden soll, teilt der LBV mit.  Foto: Andreas Giessler, LBV-Bildarchiv
Ein Grünes Heupferd sitzt auf einer rosa Blüte. Das Grüne Heupferd ist eine der Kernarten, auf die bei der Zählung besonderes Augenmerk gelegt werden soll, teilt der LBV mit. Foto: Andreas Giessler, LBV-Bildarchiv

Das große Krabbeln und Flattern, Teil zwei, startet: Vom 2. bis zum 11. August rufen der Landesbund für Vogelschutz (LBV) und sein deutschlandweiter Partner naturschutzbund (NABU) unter dem Motto "Zählen, was zählt" zur zweiten Aktionswoche der bundesweiten Insektenzählung auf.

Die Sechsbeiner können wieder unter http://www.lbv.de/insektensommer.de online gemeldet werden. "Im Hochsommer sind viele der rund 33 000 in Deutschland heimischen Insektenarten als Imago, also als ausgewachsenes Tier, unterwegs und leichter zu erkennen", sagt LBV-Vorsitzender Norbert Schäffer.

Kernarten

Jetzt lässt sich an vielen Gewässern auch der faszinierende und spielerisch leichte Flug der Libellen, wie der Blaugrünen Mosaikjungfer, beobachten. Die farbenfrohe Blaugrüne Mosaikjungfer ist eine der acht Kernarten, auf die beim zweiten Teil des Insektensommers ganz besonders geachtet werden soll.

Atemberaubende Flugtechnik

"Libellen haben eine atemberaubende Flugtechnik: sie könne auf 50 Stundenkilometer beschleunigen, in der Luft stehen, Loopings und sogar rückwärts fliegen", sagt LBV-Insektenexpertin Melanie Chisté.

Weitere Kernarten sind die Tagfalter Schwalbenschwanz und Kleiner Fuchs, der Sieben-Punkt-Marienkäfer, die Ackerhummel, die Holzbiene, das Grüne Heupferd und die Streifenwanze. Melanie Chisté: "Gemeldet werden sollen aber alle Sechsbeiner, die gesichtet werden - jedes Insekt zählt!"

Besonders spannend: Bisher hat der Großteil der Teilnehmer am Insektensommer im Garten gezählt und beobachtet.

Die Umweltschützer wollen aber beim zweiten Teil der Zahlaktion auch gern erfahren, wie die Insektenwelt an anderen Orten wie zum Beispiel dem Park, der Wiese, dem Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss aussieht. Interessant ist der Insektensommer auch für Teilnehmer, die ihren Urlaub in Deutschland verbringen.

"Am Urlaubsort könnte es andere Insekten zu entdecken geben als im Garten oder Park zuhause. So kann auch die enorme Vielfalt dieser Tiergruppe erkundet werden", erklärt die LBV-Insektenexpertin.

"Beim Insektenzählen kann man die Natur am Ferienort besonders intensiv erkunden - das ist auch eine tolle Ferienaktivität für Kinder." Gezählt wird eine Stunde lang.

Mitmachaktion Insektensommer

Im vergangenen Jahr beteiligten sich bundesweit 18 000 Menschen mit über 7300 Beobachtungen. Über 950 Meldungen haben bayerische Naturfreunde abgegeben.

Für den ersten Zählzeitraum im Juni 2019 liegen LBV und NABU über 3600 Meldungen aus Deutschland und über 450 aus Bayern vor. Die Daten der Zählaktion "Insektensommer" werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden vom NABU und LBV ausgewertet und zeitnah veröffentlicht.

Mehr Informationen zur zweiten Aktionswoche, eine druckfähige Zählhilfe und häufig gestellte Fragen zur Aktion erhält man unter http://www.lbv.de/insektensommer auch online. red

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