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Neuses

"A echts Neusiche Stückla"

Seit Wochen laufen die Proben der Theatergruppe Neuses. Dieses Mal befinden sich die Darsteller des Vierakters aus der Feder von Hans Schrepfer "In Liebesnötn". Der Kartenvorverkauf beginnt am 21. Februar.
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Die Theatergruppe Neuses mit Hans Schrepfer (Mitte) lädt zu vier Aufführungen der Komödie "In Liebesnötn" herzlich ein.  Foto: Heike Schülein
Die Theatergruppe Neuses mit Hans Schrepfer (Mitte) lädt zu vier Aufführungen der Komödie "In Liebesnötn" herzlich ein. Foto: Heike Schülein

Die Theatergruppe Neuses freut sich, ihrem Publikum auch heuer wieder eine echte fränkische Komödie präsentieren zu können. Das lustige Stückla in vier Aufzüch "In Liebesnötn" von Hans Schrepfer wird an vier Samstagabenden - am 7., 14., 21. und 28. März - in der Turnhalle Neuses gezeigt. Ort der Handlung ist die gute Stube des Bäckermeisters Schmidt, in der "guten Alten Zeit" um 1910 in Neuses.

Die beiden Handwerksmeister, der Bäcker Hans Schmidt und der Schmied Georg Erhardt, sind schon seit ihrer Jugend in inniger Feindschaft verbunden. Und jetzt treffen sie als Kandidaten für das Bürgermeisteramt aufeinander. Der eine getrieben von seiner ehrgeizigen Ehefrau Babett, der andere vorgeschoben von seinen Parteigenossen. Ein rücksichtsloser Wahlkampf ist angesagt - eine aussichtslose Situation für ihre Kinder, der Mari und dem Fritz. Sie sind schon lange in heimlicher Liebe miteinander verbunden; trauen sich aber nicht, es ihren Eltern zu sagen.

Die Freundin der Mari, die Kuni, hat auch ihre Probleme mit ihrem Vater, denn er hat ihr schon einen Mann ausgesucht. Sie liebt aber den Wagnersohn, den Seppe.

Aber auch andere haben ihre lieben Nöte mit der Liebe. Da ist der Großvater Heine, fränkisch "Graße" genannt, ein lustiger Typ, der immer noch die Frauen im Kopf hat. Mit den Neuseser Witwen, die für ihn in Frage kommen würden, hat er jedoch so seine Probleme. Dabei wäre doch da die Witwe Frieda, die gerne einen Partner für gelegentliche Treffen hätte. Aber wie soll sie das als ehrbare Frau anstellen? Ihr Sohn Friedolin dagegen sucht eine Frau für eine dauerhafte Bindung. Ob er allerdings mit seinen ungewöhnlichen Methoden zur richtigen Partnerin kommen wird, bleibt fraglich.

Der Bäcker-Stift Albert, der Neffe aus dem Coburger Land, hat auch seine Nöte, da er aufgrund seiner Sprachschwierigkeiten Probleme hat, mit den Neuseser Mädchen in Kontakt zu kommen. Nur eine hat keine Nöte mit der Liebe: Die Witwe Elisabeth will aufgrund schlechter Erfahrungen keinen Mann mehr. Vielleicht kann sie gerade deshalb die Liebesnöte lösen?

"Die Idee zu meinem neusten Stückla kam mir schon vor einigen Jahren nach einem Gespräch mit unserer Helene Gernlein. Sie ist ein Neusicher Original, wie es leider heute nicht mehr viele gibt. Wir beide unterhalten uns sehr gerne miteinander - über Gott und die Welt und besonders gern über die alten Zeiten, denen wir beide etwas nachtrauern", verrät Hans Schrepfer.

Bei einem solchen Gespräch habe sie ihm von ihren Liebesnöten in ihrer Jugendzeit erzählt. Ihr damaliger Freund und späterer Ehemann Werner kam nämlich aus Oberlangenstadt. Das allein wäre für ihre Eltern kein Problem gewesen. "Wos, ve Öibelangstadt kümmde", hätten da ihre Eltern gesagt. "Des macht doch nex, die Hauptsach, ä is katholisch." Aber er war ja "protestantisch" - früher in Neuses unmöglich, weil die Menschen ja leider so verhetzt waren. Ihre Freundin hatte ebenfalls ihre liebe Not mit der Liebe. "Ihrem Vater war der junge Mann einfach nicht stattlich genug", so der Mundart-Autor.

Was macht man mit seiner Liebe bei solchen Eltern? Die Mädchen brauchten doch einen Ort, an dem sie mit ihren Freunden zusammen sein konnten, und das war früher nicht einfach. Doch Not macht erfinderisch. "Die verliebten jungen Mädchen fanden einen Ausweg, der es ihnen ermöglichte, ihre unerwünschten Geliebten mit nach Hause nehmen zu können. Welchen, werden alle Besucher der Theateraufführung erleben", verspricht Hans Schrepfer, dem Helenes Erzählung seitdem keine Ruhe gelassen hatte.

Diese lustige Geschichte wäre doch die Grundlage für "a echts Neusiche Stückla", dachte er sich. Aber so einfach war es dann doch nicht. Der Stoff gab zu wenig her für ein abendfüllendes Theaterstück. "Aber wie immer, wenn ich mich erst einmal in ein Thema verbissen habe, gesellen sich - genährt durch Gehörtes, Gesehenes, Gelesenes und Erlebtes - nach und nach weitere Figuren zu den Liebespaaren und ihren Eltern. Diese entwickeln dann in meinem Kopf ein Eigenleben und erzählten mir ihre Geschichten, so dass ich sie nur noch aufzuschreiben brauchte", macht der Autor schon einmal neugierig.

Der Reinerlös aus den Eintrittsgeldern fließt gemeinnützigen Zwecken zu.

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