Herzogenaurach
Vision 

Zwei Sporthallen übereinander?

Die Dreifachsporthalle des Gymnasiums muss dringend saniert werden. Ein Neubau kostet aber das Gleiche. Jetzt wurden dem Finanzausschuss Entwürfe für eine einzigartige Variante vorgelegt: eine doppelte Sporthalle.
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Die Dreifachsporthalle des Gymnasiums (hier bei einer Abifeier) soll wohl neu gebaut werden. Eine Überlegung sieht vor, dass aufs Dach des Neubaus noch eine zweite Halle gesetzt wird.  Foto: Bernhard Panzer (Archiv)
Die Dreifachsporthalle des Gymnasiums (hier bei einer Abifeier) soll wohl neu gebaut werden. Eine Überlegung sieht vor, dass aufs Dach des Neubaus noch eine zweite Halle gesetzt wird. Foto: Bernhard Panzer (Archiv)
bernhard Panzer

Eines ist seit längerer Zeit klar: Die Dreifachsporthalle des Gymnasiums ist nach knapp 30 Jahren so angeschlagen, dass sie nicht mehr lange kann. Eine Generalsanierung ist demnach angebracht, wenn nicht gleich ein Neubau. Untersuchungen haben zwischenzeitlich ergeben, dass ein Neubau nur unwesentlich teurer käme.
Und wenn schon ein Neubau in Frage kommt, dann wurde gleich eine Variante geprüft, die auch die Frage der offenbar fehlenden Hallenkapazitäten in der Stadt ein für allemal beantworten würde. Heraus kam eine doppelte Dreifachhalle, und das am besten nicht nebeneinander, sondern übereinander. Eine zweite, etwas kleinere Halle, würde einfach obendrauf gesetzt.
Der Herzogenauracher Ingenieur Stefan Quandt war für die Stadt tätig geworden und legte dem Haupt- und Finanzausschuss am Montagabend entsprechende Entwürfe vor. Die "wahnsinnig reizvolle" (Zitat German Hacker) Form des Huckepack fand auch im restlichen Gremium durchaus Beachtung. Gleichwohl noch eine Menge Fragen offen sind.
Diese mussten jetzt aber auch gar nicht beantwortet werden, denn 2016 sei das Entscheidungsjahr, sagte Bürgermeister German Hacker (SPD). Dann sollen auch belastbare Informationen vorliegen, ob denn tatsächlich Bedarf für zwei Dreifachsporthallen besteht oder wahlweise eben für eine zweistöckige "Sechsfachturnhalle". Und selbst wenn man diese beiden Hallen braucht, ist noch offen, wo sie denn stehen sollen. Es wären ja auch zwei unterschiedliche Standorte im Stadtgebiet möglich, sagte Hacker.
Die Variante am Standort Gymnasium, auf zwei Ebenen übereinander, war eine von mehreren Entwürfen, die Quandt mitgebracht hatte. Diese Form erschien auch deutlich attraktiver als die anderen Möglichkeiten. Zwei nebeneinander liegende neue Hallen kämen beispielsweise teurer und wären nicht ohne eine Verlegung des Hartplatzes machbar. Das aber wiederum würde möglicherweise Ärger mit dem dann näher rückenden Wohngebiet mit sich bringen.
Wenn man zwei Hallen übereinander auf zwei Stockwerken baut, dann wären die Mehrkosten überschaubar. In Zahlen: Die Baukosten für zwei Hallen übereinander werden auf acht Millionen Euro geschätzt, nebeneinander wären es 8,5 Mio., plus Verlegung des Hartplatzes. Der Neubau nur einer Halle am Standort würde 6,5 Mio. Euro kosten, die Sanierung 6,3 Millionen. Wobei eine Sanierung der bestehenden Halle quasi ausscheidet, weil man nicht Handball tauglich wäre, wie Hacker feststellte.


CSU überrascht

Von all diesen Dingen sah sich die CSU in der Sitzung etwas überrascht. "Wir gingen laut Tagesordnung davon aus, dass wir über eine Machbarkeitsstudie über die Sanierung reden sollen", sagte Stadtrat Konrad Körner. Also quasi "über kaputte Böden oder so." Dass dann Pläne für einen Neubau vorgestellt wurden, und gleich über einen europaweit fast einzigartigen, "das müssen wir erstmal verdauen." Körner sagte auch, dass die Vorstellung einer solchen Halle natürlich sehr charmant sei.
Körner zweifelt an den vorhergesagten Kosten von acht Millionen Euro. Bürgermeister Hacker sieht da ebenfalls einen höheren Betrag. Inklusive der zu erwartenden Kostensteigerungen in den kommenden Jahren werde man wohl mindestens auf zehn Millionen Euro kommen.
Der Zeitplan sieht nun vor, dass im kommenden Jahr alle Vereine befragt werden, um den im Sportentwicklungsplan schon mal geäußerten Bedarf an Hallenkapazitäten tatsächlich zu ermitteln. Die neue Sport- und Ehrenamtskoordinatorin Katja Heil wird sich um das Thema kümmern. Wie Bürgermeister Hacker gegenüber dem Fränkischen Tag erläuterte, würde ein Neubau gleich welcher Hallenentscheidung auch immer wohl zwei Jahre Vorlauf benötigen. Der Bau selbst würde dann auch mindestens ein Jahr dauern. Vor Mitte bis Ende 2018 könnte man mit einem Baubeginn dieser dann wohl doch zweistelligen Millionenmaßnahme nicht rechnen. In einem Ort bei Bern in der Schweiz gibt es das schon. Da wurde eine doppelte Dreifachturnhalle übereinander errichtet, mit Kosten von 27 Millionen Franken. Das sind sogar etwa 25 Millionen Euro.
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