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Sand am Main

Zwangsarbeit und Ausweisung prägten ihr Leben

Sand — Franziska Schramm aus Sand feierte ihren 90. Geburtstag. Körperlich ist die Jubilarin zwar etwas angeschlagen, aber ihre geistige Fitness ist hervorragend. Das erfuhren die ...
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Franziska Schramm wurde 90 in Sand.  Foto: Alfons Beuerlein
Franziska Schramm wurde 90 in Sand. Foto: Alfons Beuerlein
Sand — Franziska Schramm aus Sand feierte ihren 90. Geburtstag. Körperlich ist die Jubilarin zwar etwas angeschlagen, aber ihre geistige Fitness ist hervorragend. Das erfuhren die zahlreichen Gäste, die der stets freundlichen und hilfsbereiten Sanderin zu ihrem 90. Geburtstag gratulierten.
Unter ihnen befanden sich stellvertretender Landrat Michael Ziegler (CSU), der die Glückwünsche des Landkreises Haßberge überbrachte, und Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD), der im Namen der Gemeinde Sand gratulierte. Die 90-Jährige freute sich auch über einen Brief von Bischof Friedhelm Hofmann, der auf postalischem Weg seine Glück- und Segenswünsche übermittelte.
Franziska Schramm, eine geborene Kraus, wurde von einem ereignisreichen Leben geprägt. Geboren in der ungarischen Kleinstadt Elek, wurde sie zusammen mit anderen Ungarndeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg für drei Jahre zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion verschleppt. "Wir mussten auf blanker Erde schlafen und zu essen gab es kaum etwas", erinnert sich die Jubilarin an diese schreckliche Zeit.
1948 folgte die Zwangsaus-weisung nach Deutschland. Nur 20 Kilogramm an Hab und Gut durfte mitgenommen werden, Franziska Schramm kam fast mittellos über das Auffanglager in Ebelsbach nach Sand, wo sie eine neue Heimat fand.
Zusammen mit ihrem Ehemann Andreas bezog die heutige Jubilarin später eine eigene, neugebaute Doppelhaushälfte, bevor sie sich ein Eigenheim bauten. 1999 starb ihr Gatte. Zwei Söhne sind aus der Ehe hervorgegangen.
Die Jubilarin hatte den Beruf einer Schneiderin erlernt. Sie arbeitete jahrzehntelang bei der früheren Haßfurter Firma Mölter und in der Zuckerfabrik Zeil.
Verständlicherweise lässt sie es mit nun 90 Jahren etwas ruhiger angehen. Sie wohnt bei ihrem Sohn Erwin und führt ihren Haushalt so gut es geht noch selbstständig. Die freie Zeit wird mit etwas Fernsehen genutzt und auch das Lesen von Tageszeitungen und Zeitschriften gehört zum Tagesablauf. ab

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