Herzogenaurach
Bauausschuss (1)  

Zuwachs im Gewerbegebiet

Die Bestattungsfirma Petratschek zieht in das neue Areal an der Bamberger Straße. Direkter Nachbar ist die Lackiererei Rühl, die im April bereits umziehen will. Auch ein Kunststoffverarbeiter kommt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Auf einem Grundstück an der Gustav-Hertz-Straße (links im Hintergrund) baut Manuela Petratschek ein Bestattungshaus. Nachbar ist Oliver Mühl aus Röttenbach, der mit seinem Autolackierbetrieb schon im April einziehen möchte (rechts) .  Fotos: Bernhard Panzer
Auf einem Grundstück an der Gustav-Hertz-Straße (links im Hintergrund) baut Manuela Petratschek ein Bestattungshaus. Nachbar ist Oliver Mühl aus Röttenbach, der mit seinem Autolackierbetrieb schon im April einziehen möchte (rechts) . Fotos: Bernhard Panzer
+1 Bild
Bernhard Panzer

Im neuen Gewerbegebiet an der Bamberger Straße geht's hurtig voran. Nachdem als erstes Gebäude, quasi als weithin sichtbares Wahrzeichen, schon ein Autohaus direkt an der Straße bezogen ist, stehen mehrere andere Projekte bereits in Bau oder Planung. Zwei Vorhaben beschäftigten am Mittwochabend den Bauausschuss.
Keinerlei Arbeit hatten die Räte mit dem Bauantrag von Manuela Petratschek. Denn der Neubau eines Bestattungsinstituts entspricht komplett den Vorgaben des Bebauungsplans und fiel damit unter die Genehmigungsfreistellung. Der Herzogenauracher Familienbetrieb zieht aus der Hinteren Gasse aus und errichtet nahe dem SC-Nord-Gelände einen Neubau. Das Grundstück liegt in der Gustav-Hertz-Straße 16.
SPD-Stadtrat Erich Petratschek, Ehemann der Antragstellerin, musste von der Abstimmung übrigens nicht ausgeschlossen werden, weil eine solche gar nicht erforderlich war. Unweit davon, auch im hinteren Bereich des Areals, aber direkt an der Nordumgehung, will die Reinigungsfirma Kindler bauen. Das Herzogenauracher Unternehmen zieht, wie ausführlich berichtet, ebenfalls aus der Hinteren Gasse ins Gewerbegebiet um.


Lackiererei bald fertig

Neben Petratschek schießt derzeit ein anderer Gewerbebetrieb aus dem Boden: eine Autolackierei aus Röttenbach. Oliver Mühl verlagert seinen Betrieb komplett nach Herzogenaurach und hofft, bis April umzuziehen, wie er dem FT vor Ort sagte. Die alte Immobilie sei schon verkauft. Mühl freut sich schon auf mehrere Nachbarn und hat für Erich Petratschek einen besonderen Dank: "Ich durfte sein Grundstück als Lagerplatz nutzen."
Auf der anderen Straßenseite, wurde ein weiteres Baugesuch genehmigt. Bauherr ist die Pscherer Verwaltungs-Gesellschaft für ein Kunststoffverarbeitungsunternehmen aus Aurachtal. Gebaut wird ein Gewerbe- und Bürogebäude in der Gustav-Hertz-Straße 9. Die Firma KHP Kunsttofftechnik erarbeitet individuelle Kunststofflösungen für die Bereiche Maschinenbau, Medizintechnik, Elektrotechnik, Fördertechnik, Luft- und Raumfahrt, Chemische Industrie und in vielen anderen Branchen.


Plan hat eine Schwäche

Hier musste allerdings eine Befreiung erteilt werden. Das werde dort vermutlich noch öfters der Fall sein, wie Bürgermeister German Hacker (SPD) in der Sitzung erläuterte. Denn der Bebauungsplan habe eine Schwäche hinsichtlich der Dachgestaltung, wie Susanne Strater vom Bauamt ergänzte. Da seien Flachdächer oder flach geneigte Pultdächer vorgesehen. Wird ein Satteldach gewünscht, reiche die zulässige Wandhöhe nicht aus, wie in diesem Fall. Also gab es wegen 20 Zentimetern eine Befreiung. Diese war unstrittig und wurde einstimmig gewährt.


Neue Räume für Krippenfreunde

Fündig geworden sind die Herzogenauracher Krippenfreunde. Sie suchten nach dem Wegfall der Räumlichkeiten in der ehemaligen Spedition Wormser im Welkenbacher Kirchweg - dort entstand nach dem Abbruch ja eine Wohnanlage - dringend nach Lagermöglichkeiten. Diese hat der Verein jetzt gefunden, und zwar ebenfalls im Welkenbacher Kirchweg, allerdings bereits drüben im Ortsteil Welkenbach. Auf einem freien städtischen Grundstück werden Container errichtet. Diese stammen vom Kindergarten St. Martin, stehen derzeit als Übergangsquartier während der Sanierung auf einem Grundstück an der Beethovenstraße und müssen danach nicht entsorgt, sondern können für die Krippenfreunde wiederverwendet werden. Für Bürgermeister Hacker eine schnelle und gute Lösung.
Im Ortsteil Niederndorf wird es ein weiteres Café geben. Auf dem Gelände der Raiffeisenbank in der Niederndorfer Hauptstraße 45 entsteht ein Bäckerladen mit kleiner Gastronomie. Antragsteller ist Sigismund Kräck. Welcher Bäcker dort seine Waren verkauft, war der Verwaltung nicht bekannt. Der Niederndorfer Beck, wie Siegbert Sendner (SPD) in Erinnerung an einen früheren Traditionsbetrieb schmunzelnd anmerkte, dürfte es jedenfalls eher nicht sein.


Baumarkt wird abgebrochen

Angezeigt wurde von der Firma Centerscape noch der Abbruch des ehemaligen Obi-Marktes in der Erlanger Straße. Der ist Bestandteil eines Konzepts, das auf dem dortigen Areal Klingenwiesen ein Märktezentrum vorsieht. Der Baumarkt soll teilweise abgebrochen, teilweise wiederverwendet werden.
Seit Tagen sind dort bereits die Bagger unterwegs, um störende Altbauten zu beseitigen. Momentan fällt das ehemalige Sporthaus Hoffmann (später Hifi Haberzettl). Als nächstes folgt die Norma (der FT berichtete). "Täglich bröselt mehr", sagte Bürgermeister Hacker. Und es würden interessante Blicke frei.
Auch zwei Schulen standen auf der Tagesordnung. So wurde der Abbruch des Pavillons der Carl-Platz-Schule angezeigt. Bauherr ist die Stadt selbst. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass zwischen Abbruch und Neubau sicherlich drei Monate ins Land ziehen. Das liege an aufwändigen unterirdischen Leitungsverlegungen. Und auch für die Erweiterung der Verwaltung und des Lehrerzimmers der Realschule (Bauherr ist hier der Landkreis) wurde das städtische Einvernehmen erteilt.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren